Waiblingen

Waiblingen: Hallen in Neustadt und Hohenacker werden Notunterkünfte für Ukrainer

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Der Eingangsbereich der Gemeindehalle in Neustadt. © Büttner

Die Entwicklung bei den Flüchtlingszahlen spitzt sich wieder zu – mit deutlich spürbaren Auswirkungen auf Waiblingen. Mit der baldigen Ankunft weiterer Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine fliehen, wird gerechnet. In der kommenden Woche werden Geflüchtete die als Notunterkunft eingerichtete Kleinturnhalle Hohenacker beziehen. Als weitere Notunterkunft wird die Gemeindehalle Waiblingen in Neustadt vorbereitet.

Derzeit leben rund 1450 Geflüchtete in Waiblingen, davon etwa 550 aus der Ukraine. Das sind schon jetzt mehr Personen als während der Flüchtlingskrise 2015, doch die Zahlen steigen weiter. Laut Erstem Bürgermeister Ian Schölzel richtet sich die Stadt Waiblingen darauf ein, dass weitere 200 bis 400 Menschen aus der Ukraine in Waiblingen untergebracht werden müssen. Die Landeserstaufnahmestellen sind voll, die Busse mit den Geflüchteten kommen direkt in den Kreisen und Kommunen an.

Große Hilfsbereitschaft von Privatleuten

Bisher konnten die Ukrainerinnen und Ukrainer überwiegend privat untergebracht werden. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist groß, die Kapazitäten allerdings so gut wie erschöpft. „Dass man Hallen belegt, ist wirklich die letzte Möglichkeit - und keine dauerhafte Lösung“, betont Ian Schölzel. Aufgrund der anhaltend hohen Zahlen sei dieser Schritt aber unumgänglich.

Seit Beginn des Angriffskrieges in der Ukraine im Februar 2022 sind nach Informationen der Landesregierung bereits über 127.000 Ukrainerinnen und Ukrainer nach Baden-Württemberg gekommen, zusätzlich zu den bisher rund 15.000 Asylsuchenden anderer Nationalitäten im Jahr 2022. Ein Rückgang der Flüchtlingszahlen ist nicht in Sicht. In der aktuellen Lage müssten daher weiterhin auf allen Ebenen zusätzliche Flüchtlingsunterkünfte geschaffen werden, so die Stadt. In Waiblingen kämen derzeit rund 120 Personen pro Monat neu hinzu.

Ausweichmöglichkeiten für Hallennutzer

Sämtliche zur Verfügung stehenden Immobilienangebote - ob wohnwirtschaftlich oder gewerblich - würden „intensiv geprüft“, zahlreiche angebotene Wohnungen konnten angemietet werden. Größere Unterbringungsmöglichkeiten seien jedoch kurzfristig nicht absehbar. Daher hat die Stadt Waiblingen alle städtischen Hallen dahingehend untersucht, ob, in welchem Umfang und zu welchen Rahmenbedingungen sie vorübergehend als Notunterkunft genutzt werden können. Die Lage, Größe und aktuelle Nutzung der Hallen, die vorhandene Infrastruktur, die Verfügbarkeit von Ausweichstätten für Schulen, Vereine und andere Nutzer spielten dabei eine Rolle.

Die Kleinturnhalle Hohenacker wird nun sukzessive belegt. Die Wahl für die zweite Notunterkunft fiel auf die Gemeindehalle Neustadt. Die Einrichtung der Halle als Notunterkunft soll ab 4. Oktober beginnen. Belegt werden kann sie voraussichtlich Anfang November.

Die Stadt sei im Kontakt mit den Nutzern der Hallen, um für die Auslagerung des Sportbetriebes und von Veranstaltungen gemeinsam mögliche Alternativen zu finden. „Zielsetzung ist selbstverständlich, die Hallen nur für einen möglichst kurzen Zeitraum als Notunterkünfte zu nutzen“, sagt Oberbürgermeister Sebastian Wolf. Eine Besserung der Lage sei derzeit freilich nicht absehbar. „Daher wird es auch weiterhin eine große Herausforderung sein und unser aller gemeinsamer Anstrengungen bedürfen, um die Menschen, die Zuflucht in unserem Land und in Waiblingen suchen, unterzubringen.“

Der Rems-Murr-Kreis hat in Waiblingen derzeit zwei Sporthallen mit Flüchtlingen belegt: die Halle des Berufsbildungswerks und die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums. Auf einem Sportplatz in Backnang wird eine Zeltunterkunft für rund 300 Geflüchtete eingerichtet.

Die Entwicklung bei den Flüchtlingszahlen spitzt sich wieder zu – mit deutlich spürbaren Auswirkungen auf Waiblingen. Mit der baldigen Ankunft weiterer Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine fliehen, wird gerechnet. In der kommenden Woche werden Geflüchtete die als Notunterkunft eingerichtete Kleinturnhalle Hohenacker beziehen. Als weitere Notunterkunft wird die Gemeindehalle Waiblingen in Neustadt vorbereitet.

Derzeit leben rund 1450 Geflüchtete in

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