Waiblingen

Waiblingen hilft "Spider World"-Schaustellern, die wegen Corona seit Wochen an der Rundsporthalle festsitzen

Spider World
Die Familie bereitet sich darauf vor, ihren Platz unter der Brücke an der Rundsporthalle endlich zu verlassen: Die Fahrzeuge werden schrittweise beladen. © Benjamin Büttner

Die „Spider World“-Schausteller bangen weiter um ihre Existenz. Seit etwa neun Wochen sitzen sie in Waiblingen fest und können nicht ihrer Tätigkeit nachgehen. Weil wegen der Corona-Krise alle Veranstaltungen in Deutschland abgesagt wurden, darunter auch die Spinnen-Show an der Rundsporthalle, konnte die Familie weder ausstellen noch weiterfahren.

Nun gibt’s zwar grünes Licht für die 13-köpfige Schausteller-Familie: Von Donnerstag, 11. Juni, an, darf sie in Wiesbaden ihre Vogelspinnen, Skorpione und Riesentausendfüßler präsentieren, das hat die hessische Hauptstadt erlaubt. Dort hofft die Familie auf einen Neustart. Aber: Ob sie wirklich weiterfahren kann, ist nicht klar, weil ihr das Startkapital fehlt – und sie noch Schulden hat.

Ersparnisse wegen Corona aufgebraucht

„Normalerweise haben wir unsere Ersparnisse dafür, aber wegen Corona ist alles aufgebraucht“, sagt Albari Frank, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Stephanie Riedesel das Geschäft führt. Über Wasser halten können sich die Macher von „Spider World“ aktuell nur dank der Hilfsbereitschaft vieler Waiblinger. Auch die Stadtverwaltung hat der Familie unter die Arme gegriffen: Sie gestattete ihr, den Festplatz an der Rundsporthalle vorläufig zum Lagern zu nutzen und verzichtete dabei auf die Miete und die Kaution. Einzige Bedingung war, dass sie den Platz sauber hält. Das tut sie auch, versichert Stephanie Riedesel, die mit ihrer Familie das Lager vor einigen Wochen unter die Brücke an der Rundsporthalle verlegt hat. Schließlich will sie, wenn die Corona-Krise vorbei ist, entweder im Herbst oder im kommenden Frühling wieder zurück nach Waiblingen kommen. Ihr Ziel: sich mit vergünstigten Tickets bei allen Waiblingern zu bedanken.

Tüv-Plakette für ein Fahrzeug ist abgelaufen

Doch jetzt braucht die Familie dringend noch einmal Hilfe. Denn ohne Geld geht es für sie nicht weiter. Um in Wiesbaden ausstellen zu können, müssen die Schausteller nach eigenen Angaben etwa 3000 Euro aufbringen. Diese Summe setzt sich aus Kaution, Platzmiete, Werbekosten, Strom- und Wasseranschluss zusammen. Darüber hinaus braucht die Familie, die mit zehn Wagen und vier Zugfahrzeugen unterwegs ist, ausreichend Sprit, um von Waiblingen nach Wiesbaden kommen zu können.

Zwar hat sie sich bereits beim Jobcenter angemeldet und sich auch an den Caritas-Verband gewandt. Auch dieser habe den Ausstellern geholfen, und hätte ihre Versicherungskosten in Höhe von 500 Euro übernommen. Doch in dieser Zwangspause kommen noch weitere Ausgaben auf die Schausteller zu. Für ein Fahrzeug ist die Tüv-Plakette abgelaufen, doch das ist für Albari Frank nicht das größte Problem, weil die Frist wegen der Krise um drei Monate verlängert worden sei. Auch, dass durch die Hitze einige Insekten gestorben sind, sei zwar schade, aber nicht existenzgefährdend. „Von Natur aus hätten sie nicht lange gelebt“, sagt Stephanie Riedesel. Allerdings müssen die Schausteller auch noch die Stromrechnung der Stadtwerke Waiblingen begleichen. Da geht es um 800 Euro.

Gasheizung ausgefallen, Stromrechnung offen

„Unsere Gasheizung ist ausgefallen“, sagt Riedesel. Deshalb mussten sie auf elektrische Heizgeräte ausweichen. Hilfe kommt in dieser Sache auch von zwei Anwohnern: Steffen Hofmann und Oliver Peschke haben diesbezüglich Kontakt mit den Stadtwerken Waiblingen aufgenommen. Und sind glücklich über das Ergebnis: Die Familie darf ihre Schulden in acht Monatsraten zurückzahlen.

Die beiden sind über unsere Zeitung auf die Familie aufmerksam geworden und haben sie mit Geld-, Lebensmittel- und Kleidungsspenden unterstützt. „Viel mehr konnten wir nicht machen“, sagt Steffen Hofmann, der im Namen seiner Firma RHV auch noch benötigtes Material bestellt und gespendet hat.

Steffen Hofmann drückt der Familie die Daumen und hofft, dass sie die Starthilfe zusammenbekommt. Oliver Peschke ist guter Dinge: Wenn jeder einen kleinen Beitrag spende, hätte die Familie das Geld zusammen. „Wir bedanken uns bei allen“, sagen Stephanie Riedesel und Albari Frank. „Wir wollen niemandem auf der Tasche liegen“, sagt Albari Frank. Doch die Starthilfe brauche die Familie, um ihre Existenz zu retten – und bald selbst wieder Einnahmen mit ihrer Spinnen-Show zu generieren. Wer der Familie helfen möchte, kann ihnen Lebensmittel- oder Geldspenden vorbeibringen oder einen Betrag überweisen (Kontoinhaberin Stephanie Riedesel, Postbank, IBAN: DE93 1001 0010 0829 4281 27).

Die „Spider World“-Schausteller bangen weiter um ihre Existenz. Seit etwa neun Wochen sitzen sie in Waiblingen fest und können nicht ihrer Tätigkeit nachgehen. Weil wegen der Corona-Krise alle Veranstaltungen in Deutschland abgesagt wurden, darunter auch die Spinnen-Show an der Rundsporthalle, konnte die Familie weder ausstellen noch weiterfahren.

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Nun gibt’s zwar grünes Licht für die 13-köpfige Schausteller-Familie: Von Donnerstag, 11. Juni, an, darf sie in Wiesbaden ihre

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