Waiblingen

Waiblingen: Hindernisse bei der Fresken-Erneuerung in der Martinskirche

Fresken-Restaurierung
Für die Restauration der Wandbilder in der Martinskirche in Neustadt muss nicht nur die Orgel ausgebaut, sondern auch ein spezielles Gerüst aufgebaut werden. © Benjamin Büttner

Nachdem die Freskenmalerei im Chorbereich der Neustädter Martinskirche restauriert wurde, soll es nun mit den Bildern im Kirchenschiff weitergehen. Pfarrer Joachim Bauer und Elke Brück-Seiler, Vorsitzende des Vereins „mEinhorn“, sind momentan aber zum Abwarten gezwungen.

„Die Bürokratie lahmt“, sagt Joachim Bauer. Im Mai hatten die Vorsitzende und der Pfarrer nach eigenen Angaben einen Antrag für die Restaurationsarbeiten gestellt. Eine Genehmigung hätten sie aber noch nicht bekommen. „Dadurch wird alles gestoppt“, erklärt Joachim Bauer. Sie können weder Lampen bestellen noch den Restaurationsauftrag an Fachleute vergeben.

Fresken wurden in den 1950ern entdeckt und schrittweise freigelegt

Der Verein „mEinhorn“ sammelt Spenden seit der Trockenlegung der Martinskirche 2007 für die Restauration. Vor der damaligen Maßnahme konnte Wasser in den Bau eindringen. Dadurch wurden auch die Fresken beschädigt, die in den 50er Jahren entdeckt und in den Jahrzehnten danach freigelegt worden waren.

Dass momentan noch keine Genehmigung vorliegt, ist laut Elke Brück-Seiler ein „Spendenhindernis“. Denn kaum einer wolle spenden, wenn hinter der Umsetzung noch ein Fragezeichen steht. Außerdem vermutet die Vorsitzende, dass die Inflation die Spendenbereitschaft reduziert.

Der Verein sei nicht nur „auf jede Spende angewiesen“, sondern auch besonders dankbar für die wiederholte Spende der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung, die für die nun anstehende Restauration alleine 40.000 Euro beisteuert. Allerdings fehlen immer noch circa 80.000 Euro, um die voraussichtlichen Gesamtkosten zu decken.

Elke Brück-Seiler empfindet die Fresken als etwas Besonderes. Die Bilder seien nicht nur für Gläubige wichtig, sondern auch ein „markanter Punkt der Geschichte Neustadts“. Joachim Bauer berichtet, dass die Wandbilder im Jahr 1420 entstanden sind. Dass sie fast vollständig erhalten geblieben sind, sei eine „Seltenheit“. Im Kirchenschiff sind Szenen der Passionsgeschichte und das Jüngste Gericht zu sehen.

Die Freskenkonservierung, bei der die Wandbilder gesäubert und dann mit einer frischen Schicht unempfindlicher gegen Licht und Schmutz gemacht werden, soll im Juni 2023 beginnen, da diese nur im Sommer, bei warmen Temperaturen, erfolgen sollte. Zudem soll im Mai noch Konfirmation in der Kirche gefeiert werden können.

Fachleute gehen von einer Restaurationszeit von fünf Monaten aus, so der Pfarrer. Die Arbeiten würden mit „feinster Handarbeit“ umgesetzt und benötigen viel Zeit. In der Zeit wird die Kirche geschlossen bleiben. Die Gottesdienste finden dann im Paul-Gerhardt-Gemeindehaus statt.

Nachdem die Freskenmalerei im Chorbereich der Neustädter Martinskirche restauriert wurde, soll es nun mit den Bildern im Kirchenschiff weitergehen. Pfarrer Joachim Bauer und Elke Brück-Seiler, Vorsitzende des Vereins „mEinhorn“, sind momentan aber zum Abwarten gezwungen.

„Die Bürokratie lahmt“, sagt Joachim Bauer. Im Mai hatten die Vorsitzende und der Pfarrer nach eigenen Angaben einen Antrag für die Restaurationsarbeiten gestellt. Eine Genehmigung hätten sie aber noch nicht bekommen.

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper