Waiblingen

Waiblingen: Ja zu Camping-Mobilheimen statt Containern für Ukraine-Flüchtlinge

germania
Beispiel für ein Mobilheim des italienischen Herstellers. © utente

Dass die vorhandenen Unterkünfte für die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine auf Dauer nicht ausreichen, ist angesichts des andauenden Krieges zu befürchten. Deshalb wollte Waiblingen eigentlich wie so manche andere Stadt Wohncontainer anschaffen. Eigentlich. Aber dann brachte Alfonso Fazio eine unkonventionelle Idee ins Spiel, die jetzt tatsächlich wahr wird: Bis zu 80 Menschen können bald in Mobilheimen unterkommen, die man sonst von Campingplätzen kennt.

„Alles, was man zum Leben braucht“

Dahinter steht der Versuch, nach unguten Erfahrungen wie am Inneren Weidach, von Containern möglichst abzurücken. Lärm und Dreck in den Gemeinschaftsunterkünften wollen Stadt und Gemeinderat den Geflüchteten lieber ersparen. Mobilheime, so die Hoffnung, bieten mehr Privatsphäre.

Mit Luxus sollten sie allerdings nicht verwechselt werden, auch wenn sie an Urlaub erinnern. 28 beziehungsweise 40 Quadratmeter sind die ausgewählten Modelle der Hersteller BHV Jänchen und Crippacampeggio (Italien) groß – und damit alles andere als üppig für vier- bis fünfköpfige Familien. Aber sie enthalten Betten, eine bescheidene Wohnküche und Sanitärräume. Eine Ukrainerin brachte es gegenüber Alfonso Fazio auf den Punkt: „Alles, was man zum Leben braucht.“

„Wir betreten damit ein Stück weit Neuland“, sagt Baubürgermeister Dieter Schienmann. Erfahrungen, wie sich die vorgesehenen Module im Dauereinsatz im Sommer und Winter bewähren, gibt es bislang nicht. Deshalb setzt die Stadt bei der Bestellung auf zwei unterschiedliche Hersteller, um Erfahrungen zu sammeln und bei Lieferschwierigkeiten nicht auf einen einzigen Hersteller angewiesen zu sein. Und weil wegen der durch den Krieg ausgelösten Fluchtwelle die Nachfrage nach mobilen Raummodulen bundesweit gestiegen ist.

Unterkünfte nach Art von Tiny Houses versprechen menschenwürdige Unterbringung

Für rund eine Million Euro fordert die Stadt nun jeweils zehn Mobilheime der beiden Hersteller an. Die Unterkünfte nach Art von Tiny Houses versprechen nicht nur eine menschenwürdige Unterbringung, sie sind außerdem billiger: Für die Miete eines zweigeschossigen Containerbaus mit 54 Plätzen hatte die Stadt zunächst mit Auf- und Abbau Kosten von 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Die Mobilheime mit bis zu 80 Plätzen kosten insgesamt etwas mehr als eine Million und befinden sich dann im Eigentum der Stadt.

Zusätzlich beschafft die Stadt zwei Holzmodulbauten, die eine etwas längere Fertigungs- beziehungsweise Lieferzeit beanspruchen, für jeweils etwa 80 Menschen. Die Gebäude werden wohl je 2,4 Millionen das Stück kosten.

Dass die vorhandenen Unterkünfte für die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine auf Dauer nicht ausreichen, ist angesichts des andauenden Krieges zu befürchten. Deshalb wollte Waiblingen eigentlich wie so manche andere Stadt Wohncontainer anschaffen. Eigentlich. Aber dann brachte Alfonso Fazio eine unkonventionelle Idee ins Spiel, die jetzt tatsächlich wahr wird: Bis zu 80 Menschen können bald in Mobilheimen unterkommen, die man sonst von Campingplätzen kennt.

„Alles, was man zum Leben

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