Waiblingen

Waiblingen: Kritik an SPD-Antrag auf fast fleischlose städtische Gastronomie

Vegetarisches Essen
Wird es in der städtischen Gastronomie bald überwiegend fleischlose Gerichte geben? © ZVW/Gabriel Habermann

Der Antrag der SPD-Fraktion, in dem es um die Vereinbarung eines überwiegend fleischlosen Angebots in der städtischen Gastronomie geht, stößt in den anderen Fraktionen auf unterschiedliche Reaktionen. Am Mittwoch reichte SPD-Fraktionschef Roland Wied den Antrag zur Diskussion in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen ein. Betroffen davon wären das Bürgerzentrum und das Alte Rathaus.

Freie Wähler haben zwar Verständnis, plädieren aber für Eigenverantwortung

„Pächter unserer städtischen Gastronomie, besonders im Bürgerzentrum, müssen selbst entscheiden können, wie ihre Speisekarte aussieht“, sagt Siegfried Bubeck, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in Waiblingen. Generell habe er Verständnis für die Idee, „dass sich jeder Gedanken über seine Ernährung und die Auswirkungen auf den Klimawandel machen muss“, so Bubeck. Die Umsetzung per Gemeinderatsbeschluss sei für ihn jedoch nicht der richtige Weg.

Damit plädieren die Freien Wähler für die Eigenverantwortung eines jeden Gastronomen bei der Wahl der Speisen auf der Karte. „Kreative Gastronomen haben auf ihren Speisekarten verstärkt auch schmackhafte fleischlose Angebote, aber eben für jeden Geschmack etwas“, sagt Siegfried Bubeck. Seiner Meinung nach besteht durch einen solchen Beschluss auch die Gefahr der Abwanderung von Stammkunden. Er persönlich „möchte nicht per Gemeinderatsbeschluss zum Zwangsvegetarier im Bürgerzentrum werden“. Die Ernährungsumstellung auf fleischlose Gerichte müsse aus eigener Überzeugung stattfinden.

Grünt und die Tierschutzpartei begrüßen den Antrag der SPD

Während die Freien Wähler Kritikpunkte an dem Antrag der SPD-Fraktion äußern, sieht die Fraktion der Grünen Natur- und Tierfreunde (Grünt) sowie der Tierschutzpartei dem Vorhaben positiv entgegen. Daniel Bok, Vorsitzender der Fraktion Grünt/Tierschutzpartei, äußert sich im Namen der Partei wie folgt: „Wir von Grünt und der Tierschutzpartei begrüßen den Antrag der SPD. Das Angebot und die Vielfältigkeit von vegetarischen Speisen sind aus unserer Sicht noch sehr ausbaufähig.“ Damit unterstützt die Fraktion das Argument der SPD, mit den vorgeschlagenen Maßnahmen Impulse und Denkanstöße in der Waiblinger Gastronomie setzen zu wollen. „Wir sind prinzipiell positiv gestimmt für einen solchen Antrag“, sagt Daniel Bok. Eine vegetarische beziehungsweise fleischreduzierte Ernährung sei nicht nur gesund, sondern schütze auch das Klima. Dieses Statement steht dem des CDU-Fraktionschefs gegenüber, der sich deutlich gegen den Antrag ausspricht.

CDU-Vorsitzender Peter Abele spricht von einem „schlechten Scherz“

Da die CDU-Fraktion es noch nicht geschafft habe, sich zusammenzusetzen, betont Fraktionsvorsitzender Peter Abele, nur für sich sprechen zu können: „Ich denke, es handelt sich dabei um eine im Übereifer gestellte Anfrage, einen schlechten Scherz“. Der Antrag sei eine Bevormundung der Gastronomen und Bürger. „Wenn man das machen möchte, dann kann man vegetarische Gerichte anbieten, wenn nicht, dann nicht“, sagt Peter Abele. „Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es sich bei dem Antrag um einen Eingriff in die Gewerbefreiheit handelt.“ Gastronomie-Besitzer dürften selbst entscheiden, wie ihre Karte aussieht. Dass die Stadt Waiblingen auf verschiedenen Wegen klimaneutral werden müsse, unterstütze er, jedoch sei dieser Weg nicht der Richtige.

Abele kritisiert außerdem den Weg der Antragstellung. Eine Weiterleitung des Antrags an die Presse, ohne vorherige Abstimmung im Gemeinderat, entspreche einer Verletzung der Gemeindeordnung. Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass der Diskussion im Gremium nicht vorgegriffen werden könne und ein Statement erst danach möglich sein werde. Der Antrag werde in einer der nächsten Sitzungen behandelt. Die Ausschreibung der Neuverpachtung sei bereits erfolgt. Das Alte Rathaus steht seit längerem leer und auch der Pachtvertrag der Remsstuben wird laut Ankündigung des Pächters enden. Dieser Wechsel ist von der SPD nun als Zeitpunkt des Antrags gewählt worden.

Die SPD stellte den Antrag aus Umweltgründen und als Diskussionsanstoß

Die Fraktion begründet den Antrag unter anderem mit der Nutztierhaltung an sich, die „der größte Verursacher des Stickoxidausstoßes“ ist, so Roland Wied. Da diese Hinweise aber nicht zu Verhaltensänderungen in der breiten Masse führten, gelte der Antrag auch als Denkanstoß und Impuls für die Waiblinger Gastronomie.

Der Antrag der SPD-Fraktion, in dem es um die Vereinbarung eines überwiegend fleischlosen Angebots in der städtischen Gastronomie geht, stößt in den anderen Fraktionen auf unterschiedliche Reaktionen. Am Mittwoch reichte SPD-Fraktionschef Roland Wied den Antrag zur Diskussion in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen ein. Betroffen davon wären das Bürgerzentrum und das Alte Rathaus.

Freie Wähler haben zwar Verständnis, plädieren aber für Eigenverantwortung

„Pächter unserer

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