Waiblingen

Waiblingen-Neustadt: Friedensschule feiert 60. Geburtstag und wird 2024 saniert

60 Jahre Friedensschule
Gabriele Gollnick ist seit mehr als zehn Jahren Rektorin der Friedensschule Neustadt. © ZVW/Alexandra Palmizi

Bislang rund 50.000 Schüler, 3365 verschiedene Lehrer, vier Schulleiter: Rektorin Gabriele Gollnick kann beim Rückblick auf 60 Jahre Friedensschule Neustadt einige Zahlen präsentieren. 1962 bekam die Schule ihren Namen vom Gemeinderat, aus dem Verbund aus Grundschule, Hauptschule und Realschule wurde 2015 eine Gemeinschaftsschule mit Grundschule. 2024 steht schon die nächste Veränderung an: Das Grundschulgebäude soll saniert werden – damit die Grundschule künftig durchgängig dreizügig sein kann.

Grundschule in Neustadt soll dreizügig werden

Im Moment ist die Grundschule in Waiblingen-Neustadt von den Räumen her nur für einen zweizügigen Betrieb gerüstet. Wenn sie dreizügig ist, bedeutet das, dass es in jeder Jahrgangsstufe drei Klassen gibt. Das wären dann insgesamt zwölf Klassen. Mit der geplanten Sanierung des Gebäudes soll die Zahl der Klassenzimmer wachsen. „Passieren soll das 2024 – da soll der Bau beginnen“, sagt Gabriele Gollnick. Die bestehenden drei Pavillons werden während der Umbauphase dann komplett für den Grundschulbereich gebraucht. Im Moment sind dort auch noch Schüler der Sekundarstufe untergebracht, also Fünft- bis Zehntklässler.

Rektorin Gabriele Gollnick: „Natürlich brauchen wir dann auch mehr Personal“

Mindestens ein Schuljahr lang soll der Umbau andauern. Neben der Vergrößerung der Schule ist laut der Rektorin auch eine Brandschutzsanierung vorgesehen. Nach der Fertigstellung soll es dann an der Grundschule insgesamt 13 Klassenzimmer geben – eines davon für die Vorbereitungsklasse (VKL), in der Kinder mit anderer Herkunftssprache und geringen Deutschkenntnissen unterrichtet werden. Derzeit werden diese Klassen auch verstärkt von Geflüchteten aus der Ukraine besucht. Wenn die Grundschule mehr Klassen bekommen soll, ist für Gabriele Gollnick auch klar, dass dies eine Veränderung bei der Zahl der Lehrer nach sich ziehen muss. „Natürlich brauchen wir dann auch mehr Personal.“ Bereits vom Schuljahr 2023/2024 an rechnet Gabriele Gollnick damit, dass die Friedensschule Neustadt schon elf Grundschulklassen haben wird.

560 Schüler besuchen derzeit die Friedensschule

Wenn Gabriele Gollnick zurückblickt, was in den vergangenen Jahren schon verändert wurde, ist sie zufrieden. Die Eröffnung eines Standorts der Hector-Kinderakademie geschah in ihrer Amtszeit, die Kinder stammen aus einem Einzugsgebiet von mehr als 25 Grundschulen aus Waiblingen, Fellbach und Winnenden. Hier sollen begabte Grundschulkinder aus der zweiten bis vierten Klasse gefördert werden, pro Klasse kommen im Schnitt ein bis zwei Schüler in den Genuss. Mit Unterstützung von Schulamt und Schulträger, also in dem Fall der Stadt Waiblingen, bekam die Friedensschule vor rund fünf Jahren den Zuschlag. Gefreut hat es Gabriele Gollnick auch, dass 2021 an ihrer Schule eine neue Mensa eröffnet werden konnte – schließlich war die alte längst zu klein. 560 Schüler besuchen derzeit die Friedensschule, unterrichtet werden sie von 68 Lehrkräften.

Als 1962 die Friedensschule ihren Namen erhielt, war Neustadt noch eine eigenständige Gemeinde und hatte ein starkes Bevölkerungswachstum. Dies lag auch an der Firma Stihl, die in den Ort investierte. Erst gab es nur den Grundschulbau, dann folgten die Pavillons und zehn Jahre später der heutige Hauptbau. Überstanden hat die Schule schon eine Menge, wenn Rektorin Gabriele Gollnick die Vergangenheit Revue passieren lässt. „Wir überlebten eine Geiselnahme, einen Feuerlöschschaden, Brände, Wasserschäden.“

Demo gegen den Irakkrieg im März 2003

Ende März 2003 zogen rund 300 Schüler der Friedensschule zum Rathaus von Neustadt, um gegen den Angriffskrieg der USA gegen den Irak zu protestieren. Dazu aufgerufen hatte die örtliche Schülermitverantwortung (SMV) – und der damalige Rektor Bernd-Günter Barwitzki zeigte sich stolz wegen der großen Resonanz: „Die Friedensschule wird ihrem Namen gerecht.“

17 Hühner und einen Hahn gibt es auf dem Gelände der Friedensschule

Gut findet es Gabriele Gollnick auch, dass an der Friedensschule Schulhühner und Schulbienen leben, um die sich Schüler kümmern. 17 Hühner und einen Hahn gibt es derzeit, sie werden von den Schülern auch in den Ferien versorgt. „Zuverlässigkeit spielt da eine große Rolle“, weiß die Rektorin. Die Kinder übernehmen Verantwortung für die sogenannten Seidenhühner und Blumenhühner, die sie einst mit der Brutmaschine selbst aufgezogen haben. Einsatz zeigen die Schüler auch bei ihrem Bienenvolk. „Die lernen, wie man Honig macht.“

Gabriele Gollnick: „Man kann nicht alles digitalisieren“

Auch mit Blick auf die voranschreitende Digitalisierung sieht die Rektorin die Friedensschule Neustadt auf einem guten Weg. Bei der Unterrichtsvorbereitung werde bereits viel auf die digitalen Medien gesetzt, zudem gebe es viele tolle Programme, die im Klassenzimmer genutzt werden könnten. Auch die Ausstattung mit Medienwagen ist dank der Stadt Waiblingen gut – die alte Technik (Stichwort Tageslichtprojektor) muss deshalb niemand mehr einsetzen. Klar ist für Gabriele Gollnick aber auch, dass die moderne Technik im Schulalltag nicht alles, was sich über Jahrzehnte bewährt hat, ersetzen kann. „Die Mischung macht’s. Man kann nicht alles digitalisieren.“

Bislang rund 50.000 Schüler, 3365 verschiedene Lehrer, vier Schulleiter: Rektorin Gabriele Gollnick kann beim Rückblick auf 60 Jahre Friedensschule Neustadt einige Zahlen präsentieren. 1962 bekam die Schule ihren Namen vom Gemeinderat, aus dem Verbund aus Grundschule, Hauptschule und Realschule wurde 2015 eine Gemeinschaftsschule mit Grundschule. 2024 steht schon die nächste Veränderung an: Das Grundschulgebäude soll saniert werden – damit die Grundschule künftig durchgängig dreizügig sein

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