Waiblingen

Waiblingen-Neustadt: Neue Container-Kita beim Hallenbad wird 2022 gebaut

Interimskindertagesstätte
Auf dem Parkplatz des Hallenbads Neustadt soll die dreigruppige Interimskita als Systembau errichtet werden. © ZVW/Alexandra Palmizi

Die provisorische Kita auf dem Parkplatz des Hallenbads Neustadt soll noch in diesem Jahr gebaut und fertiggestellt werden. Der Gemeinderat fasste in seiner jüngsten Sitzung den Baubeschluss, bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen. Errichtet wird sie als Systembau, für einen Zeitraum von 3,5 Jahren. Dafür fallen insgesamt Mietkosten von 864.500 Euro an. Für die Aufstellung und Ausstattung der Container sowie die Außenanlagen und den späteren Rückbau sind 793.000 Euro fällig.

Die Arbeiten sollen im Mai vergeben werden, fertig sein soll alles im Dezember. Die Kita wird drei Gruppen haben und Platz für bis zu 64 Kinder ab einem Alter von zwei Jahren bieten. Es wird einen Bewegungs- und Mehrzweckraum, eine Küche sowie ein Zimmer für Gespräche mit den Eltern geben. Auch Toiletten sowie Wasch- und Wickelmöglichkeiten werden vorhanden sein. Arbeiten sollen in der Kita zwölf bis 14 Mitarbeiter, für sie werden Personalräume und Schränke bereitgestellt. Auch ein Leitungsbüro mit zwei Arbeitsplätzen ist vorgesehen.

Wasserspielgeräte für die neue Kita

Die neue Interimskita für Neustadt wird zweigeschossig sein, errichtet wird sie auf den letzten Stellplätzen im Westen des derzeitigen Hallenbad-Parkplatzes. Gepachtet wird die Fläche von den Stadtwerken Waiblingen. Die rund 500 Quadratmeter großen Außenanlagen sollen auf einer Grünfläche zwischen dem Schärisweg und dem Wilhelm-Läpple-Weg angelegt werden. Dort soll es Wasserspielgeräte geben, die nach dem späteren Rückbau der Interimskita an anderen Stellen genutzt werden könnten.

Geheizt wird der Systembau mit Elektroheizkörpern. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist dies bei einer Nutzungsdauer von nur 3,5 Jahren wirtschaftlicher als der Bau einer Öl- oder Gasheizung. Auf diese Weise können für den Zeitraum von 3,5 Jahren 45.000 Euro gespart werden.

Kita Ringstraße in Neustadt wird abgerissen und zu einer sechsgruppigen Einrichtung ausgebaut 

Siegfried Bubeck, Vorsitzender der FW-DFB-Fraktion im Waiblinger Gemeinderat, fragte sich indes, ob die Zeit von 3,5 Jahren für die Interimskita wirklich ausreichend ist oder ob nicht fünf Jahre wesentlich besser wären. Denn die Container am Hallenbad Neustadt werden hauptsächlich deshalb errichtet, weil die Kita Ringstraße abgerissen und zu einer sechsgruppigen Einrichtung ausgebaut wird. Zwei Gruppen von dort sollen im Herbst 2023 in die Interimskita ziehen. Die dritte Gruppe am Standort Hallenbad soll den gestiegenen Bedarf aus Hohenacker auffangen. Baubürgermeister Dieter Schienmann teilte Siegfried Bubecks Sorge indes nicht und betonte, dass er zuversichtlich sei, den Zeitplan halten zu können.

FDP-Stadträtin Julia Goll kritisierte die Bauweise der Kita. Sie wolle weder Flüchtlinge in Containern unterbringen noch Kita-Kinder. Die FDP-Stadträtin erzählte, dass sie mal am Salier-Gymnasium einen solchen Container von innen gesehen habe. „Wenn es regnet, ist es ein unheimlicher Lärm. Kinder gehören nicht in Container.“ Julia Goll war auch letztlich die einzige Stadträtin, die gegen das Vorhaben stimmte.

Lissy Theurer (SPD): „Wir brauchen die Plätze für die Kinder“

Tobias Märtterer (Fraktion Grünt/Tierschutzpartei) verwies darauf, dass Neustadt bereits zwei Interimskitas habe – nun komme eine dritte dazu. Das ist für Märtterer eine Folge des Wohnungsbaus. Vor dem Hintergrund kritisierte er den Plan für das neue Wohngebiet Söhrenbergweg in Neustadt, das von Teilen der Anwohnerschaft abgelehnt wird. Das zeigte auch die von der Stadt organisierte Bürgerbeteiligung im Jahr 2021. Lissy Theurer (SPD) sagte, dass sie die geplante Interimskita auch nicht so schön finde – aber sie sieht keine Alternative. „Wir brauchen die Plätze für die Kinder.“ Ähnlich betrachtet es auch Alfonso Fazio (Alternative Liste): „Ich freue mich auch nicht über die Container – aber es ist nicht die schlechteste Lösung.“

Siegfried Bubeck hat selbst an einer Schule mit Containern gearbeitet

Peter Abele, Fraktionsvorsitzender der CDU/FW, ärgerte es, dass das Thema Kita von Tobias Märtterer dafür benutzt wurde, das geplante Wohngebiet Söhrenbergweg zu kritisieren. Aus seiner Sicht wird von manchen Stadträten keine Möglichkeit ausgelassen, gegen Baugebiete zu wettern – auch wenn die Argumente „noch so sehr an den Haaren herbeigezogen“ seien. Was die Vorbehalte gegen Container angeht, regte er an, mal von Seiten der Verwaltung eine Besichtigung eines bestehenden Standorts anzubieten. Siegfried Bubeck betonte, dass er viele Jahre an einer Schule mit Containern gearbeitet habe – und man diese nicht mit Wohncontainern vergleichen könne.

Der Erste Bürgermeister Ian Schölzel gab zu, dass Container nur die zweitbeste Lösung seien – aber der Bedarf sei nun mal da. „Es fehlen uns ganz massiv Plätze.“

Die provisorische Kita auf dem Parkplatz des Hallenbads Neustadt soll noch in diesem Jahr gebaut und fertiggestellt werden. Der Gemeinderat fasste in seiner jüngsten Sitzung den Baubeschluss, bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen. Errichtet wird sie als Systembau, für einen Zeitraum von 3,5 Jahren. Dafür fallen insgesamt Mietkosten von 864.500 Euro an. Für die Aufstellung und Ausstattung der Container sowie die Außenanlagen und den späteren Rückbau sind 793.000 Euro

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