Waiblingen

Waiblingen: Stadtbücherei weiter im Aufwind

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Symbolfoto. © pixabay.com/Arno_M

Waiblingen. Noch logiert die Stadtbücherei in ihrem Ausweichquartier in der alten Karolingerschule - ihrer Beliebtheit tut dies offenbar keinen Abbruch. Bis September verzeichnet die Statistik knapp 461 000 Ausleihen, fast 140 000 Besucher kamen. Viel Lob und Anerkennung bekam Stadtbüchereileiterin Ute Bräuninger-Thaler für ihren Jahresbericht im Kulturausschuss.

Seit drei Jahren rangiert die Stadtbücherei Waiblingen unter den Top Ten im bundesweiten Vergleich der Bibliotheken in Städten mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern (wir haben berichtet). Und auch in Waiblingen ist sie beliebter denn je - trotz des Provisoriums in der Karolingerschule, wie die Zahlen zeigen, die Büchereileiterin Ute Bräuninger-Thaler im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Sport vorgelegt hat. Und die Entwicklung bleibt nicht stehen. Im kommenden Jahr wird der gesamte Bestand der Zentrale auf eine neue Verbuchungstechnik umgestellt, zudem stehen die Vorbereitungen für den Rückumzug ins Marktdreieck auf der Agenda. Der Umzug selbst ist für 2011 geplant. Dann sollen auch die Öffnungszeiten erweitert werden.

Im Ausschuss stieß der Bericht auf einhelliges Lob. „Wir stehen wirklich gut da“, stellte CDU-Chef Siegfried Kasper fest, der trotz des Provisoriums „eine erfreuliche Entwicklung“ konstatiert. Einen weiteren Pusch für die Bücherei erwartet er nach dem Rückumzug ins sanierte Marktdreieck.

„Angenehm überrascht über die hohen Zahlen“ war auch ALi-Rätin Christina Schwarz. „Die Leute kommen wegen Ihres großen Engagements. Sie machen für alle Bevölkerungsgruppen spezielle Angebote.“ Tatsächlich ist die Leseförderung von Kindern mit der ,Aktion Lesestart’, Büchereiführerscheinen, ABC-Tüten für Erstklässler, Klassenführungen und Autorenlesungen eine der großen Aufgaben der Stadtbücherei. Kulturelle Angebote im Bereich der Integration wurden zusammen mit der städtischen Integrationsbeauftragten auf die Beine gestellt. Am Angebot für Senioren wird derzeit gearbeitet: Unterm Stichwort Interessenskreis „Älter werden“ sollen alle Medien zu diesem Thema in einem Regal zu finden sein. Wolfgang Bechtle (CDU) verwies auf die Stadtbücherei Stuttgart, wo sich ein Senioren-Stammtisch gebildet habe.

„Ihr Engagement hört und liest man heraus“, so Julia Goll (FDP) anerkennend. Was sie im Bericht vermisste, waren Angaben zu den Finanzen. „Danke für den eindrucksvollen Bericht“, sagte auch Juliane Sonntag. Mutig und schön fand’s die SPD-Rätin, sich dem nationalen Vergleich zu stellen. Ob mit Zeiten zu rechnen sei, in denen Kinder einmal statt Büchern nur noch neue Medien ausleihen, fragte Susanne Gruber (CDU). Nein, sagt die Büchereileiterin. „Bücher werden immer ihre Daseinsberechtigung haben, die anderen Medien sind ergänzend.“ Bei Hörspielkassetten und CDs entstünden auch ganz eigene Bilder im Kopf.

Oberbürgermeister Andreas Hesky verwies mit Blick auf die angespannte Haushaltslage auf die niedrigen Umsatzzahlen in den Ortsbüchereien. „Mir wäre wichtig zu überlegen, ob dieser Umsatz gesteigert werden kann.“ Ansonsten solle man über ehrenamtliche Mitarbeiter in den Außenstellen nachdenken. Ute Bräuninger-Thaler findet die Umsatzzahlen indes gar nicht so schlecht - angesichts der viel geringeren Öffnungszeiten. In den Ortsbüchereien werde auch der Bereich Leseförderung gut abgedeckt. „Die Frage ist aber, ob sie so erhalten werden müssen oder ob sie an Schulen kommen mit besseren Öffnungszeiten.“ Apropos Öffnungszeiten: Die sollten nach Ansicht des OBs schon wegen der Heizkosten überprüft werden. Da die Bibliotheken nicht nur an zwei Tagen geheizt werden könnten, stelle sich die Frage, ob sie länger geöffnet oder zugunsten der Stadtbücherei in der Kernstadt ganz geschlossen werden.