Waiblingen

Waiblingen: Unverpackt-Laden "Bohne" vorerst gerettet

Unverpackt
Martina Mohr (li.) und Uta Grasmannsdorf suchen bereits Mitglieder für ihren Laden. © Benjamin Büttner

Mit dem einjährigen Bestehen des Waiblinger Unverpackt-Ladens „Bohne“ folgt auch der Entschluss zur Veränderung: Die Inhaberinnen Martina Mohr und Uta Grasmannsdorf planen, aus dem Betrieb einen Mitgliederladen zu machen. Sie erhoffen sich, mit dem neuen Geschäftsmodell einen Weg aus der Krise zu finden. Was genau die Umstellung für die Kunden des Unverpackt-Ladens bedeutet und inwiefern sich der Laden verändert, erklären die Inhaberinnen.

„Bohne bleibt Bohne“, so lautet die maßgebliche Aussage von Uta Grasmannsdorf über den Waiblinger Unverpackt-Laden. Denn für die klassische Laufkundschaft würde sich nichts ändern – „wir bleiben für alle offen“. Auch die Produktpreise sollen gleich bleiben, sofern es die Inflation zulässt. Die grundsätzliche Veränderung wird in erster Linie für die Besitzerinnen Martina Mohr und Uta Grasmannsdorf zu spüren sein: Sie sind in Zukunft nicht nur zu zweit, sondern können auf die Unterstützung der Mitglieder bauen.

Mitglieder des Ladens erhalten einen Wertgutschein

Nach dem Motto „Solidarisch wirtschaften“ wird sich der Unverpackt-Laden an den Wünschen der Mitglieder orientieren. Diese zahlen einen gleichbleibenden monatlichen Betrag an die Besitzerinnen und bekommen im Gegenzug einen Wertgutschein für den Laden. Dank der regelmäßigen Beiträge könnten die monatlichen Grundkosten zu einem Großteil gedeckt werden. Der Vorteil dabei: Das Geld, das eventuell erst im Laufe des Monats eingeht, ist bereits in Form von Vorauszahlungen da. Durch das sichere Einkommen könne die „Bohne“ wieder finanziell stabil werden und die Besitzerinnen könnten sich auf das Angebot ihres Ladens konzentrieren. Zudem seien Veränderungen des Produktangebotes möglich, und die Inhaberinnen könnten schon lang geplante Vorhaben angehen.

Gewünscht: Bio-Zertifizierung

Ganz oben auf der Liste: Die Bio-Zertifizierung, sagt Martina Mohr. Diese wollten sie und ihre Kollegin schon seit der Eröffnung des Ladens beantragen, konnten sie jedoch bislang nicht finanzieren. Die Zertifizierung sei nicht nur ihr Wunsch, sondern auch ein Anliegen der Kunden des Waiblinger Unverpackt-Ladens: „Viele wollen nicht nur plastikfrei, sondern auch bio einkaufen“, berichtet Martina Mohr von ihren Erfahrungen. Es komme regelmäßig vor, dass Kunden „höchst interessiert“ das Geschäft betreten und es mit leeren Händen wieder verlassen, da die Produkte keine Bio-Zertifizierung haben.

Weitere Veränderungen im Unverpackt-Laden würden dann in Absprache mit den Mitgliedern erfolgen. „Sie können sich dann aktiv einbringen“, so Uta Grasmannsdorf. Wenn es beispielsweise um eine Sortimentserweiterung ginge, würden die Inhaberinnen besondere Rücksicht auf die Mitgliederwünsche nehmen. „Natürlich bekommen die Mitglieder auch etwas für ihr Geld“, ergänzt Martina Mohr. Sie erhalten einen Gutschein mit „adäquatem Wert“, womit sie unverpackt im Laden einkaufen können – so der Gedanke.

Informationsveranstaltungen für Interessierte

Martina Mohr und Uta Grasmannsdorf planen mehrere Informationsveranstaltungen im Januar 2023 - dort können Gäste dann die Details zur Mitgliedschaft im Waiblinger Unverpackt-Laden erfahren. Interessierte können bereits ihre Kontaktdaten im Waiblinger Unverpackt-Laden, Am Stadtgraben 6, hinterlegen oder per E-Mail an unverpackt@bohne-waiblingen.de ihr Interesse mitteilen.

Die Inhaberinnen kennen das Geschäftsmodell bereits vom Tübinger Unverpackt-Laden und fanden es schon längere Zeit ansprechend, erzählt Martina Mohr. Allerdings wussten sie nicht genau, wie eine Umsetzung stattfinden könnte. Darum wird der Waiblinger Unverpackt-Laden auf dem Weg zum Mitgliederladen von Timo Wans begleitet. Er studierte Wirtschaftssoziologie und ist der Vertreter der Unternehmergesellschaft „Myzelium“. Dabei handle es sich laut der Internetseite um ein „Bildungs- und Kooperationsnetzwerk für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften“.

Ein Freund von Timo Wans, der in Waiblingen wohne, habe durch die Waiblinger Kreiszeitung von der Existenzkrise der „Bohne“ erfahren. Daraufhin kontaktierte er Uta Grasmannsdorf und Martina Mohr, um nach Absprache Kontakt mit dem Vertreter herzustellen. Seitdem arbeiten sie gemeinsam an einem passenden Konzept für das Geschäft. Die Inhaberinnen freuen sich bereits auf eine „neue Version“ des Unverpackt-Ladens.

Mit dem einjährigen Bestehen des Waiblinger Unverpackt-Ladens „Bohne“ folgt auch der Entschluss zur Veränderung: Die Inhaberinnen Martina Mohr und Uta Grasmannsdorf planen, aus dem Betrieb einen Mitgliederladen zu machen. Sie erhoffen sich, mit dem neuen Geschäftsmodell einen Weg aus der Krise zu finden. Was genau die Umstellung für die Kunden des Unverpackt-Ladens bedeutet und inwiefern sich der Laden verändert, erklären die Inhaberinnen.

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„Bohne bleibt Bohne“, so lautet die

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