Waiblingen

Waiblingen: Wann endet die Corona-Testpflicht für Besucher in Pflegeheimen?

Seniorenzentrum Beinstein2
Im Seniorenzentrum Beinstein soll demnächst eine eigene Teststelle eingerichtet werden. © Büttner

Ende Juni sollen die sogenannten Bürgertests auslaufen, wonach Bürger voraussichtlich nur gegen Bezahlung sich auf eine mögliche Corona-Infektion an einer Teststelle testen lassen können. Was bedeutet dies für Seniorenzentren? Nach der aktuellen Corona-Verordnung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen vom 4. Juni dürfen Besucher nur mit einem negativen Testergebnis eine solche Einrichtung besuchen. Zusätzlich besteht für sie die FFP2-Maskenpflicht. Endet mit den Bürgertests auch die Testpflicht für Pflegeeinrichtungen?

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Testpflicht für Pflegeeinrichtungen dann erlischt“, sagt Rada Dinkelacker-Strika, Fachbereichsleiterin für stationäre Altenhilfe beim DRK-Kreisverband Stuttgart, unter dessen Trägerschaft auch das neue Seniorenzentrum in Beinstein mit 30 Pflegeplätzen betrieben wird. Von offizieller Stelle gab es bisher kein Signal, wie es nach dem 30. Juni weitergehen könnte; eine Entscheidung der Landesregierung über eine mögliche Fortführung der Bürgertests oder eine neue Corona-Verordnung für Pflegeeinrichtungen, steht aktuell noch aus. „Ich gehe davon aus, dass die Test-Verordnung in irgendeinem Rahmen weiter gelten wird“, sagt sie.

Seniorenzentrum Beinstein sorgt mit eigener Teststelle vor

Dennoch möchte Rada Dinkelacker-Strika vorsorgen. Im Seniorenzentrum Beinstein etwa wird in Absprache mit Hausleiter Marcel Falk eine Teststelle eingerichtet werden. Testzeiten sollen vormittags sowie nachmittags oder abends angeboten werden, so dass Angehörige ihren Besuch individuell planen können. Es soll auch möglich sein, sich etwa abends testen zu lassen, um am darauffolgenden Tag einen Bewohner sehen zu können. „Das ist alles mit einem gewissen personellen Aufwand verbunden“, betont Rada Dinkelacker-Strika. Eine andere Frage ist, wie solche Tests finanziert werden. Aktuell werden Besucher an öffentliche Teststellen oder -zentren verwiesen. Gebe es nach dem 1. Juli keine Entscheidung seitens der Regierung, „müssen wir neu entscheiden“, betont sie. Im Moment gehe sie aber stark davon aus, dass eine solche Entscheidung noch kurzfristig getroffen werde.

Die Fachbereichsleiterin für stationäre Altenhilfe beim DRK-Kreisverband Stuttgart erinnert daran, dass es nach wie vor Einschränkungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gibt, auch wenn überall gelockert werde. Die Einschränkungen betreffen etwa die Hygiene-Vorschriften oder die Quarantäne-Regelung für an Corona erkrankte Menschen. Erst wenn es diese Einschränkungen nicht mehr gebe, halte sie es für sinnvoll, dass auch über Lockerungen im Sinne der Testpflicht für Pflegeheime nachgedacht werde. „Der Aufwand, den wir haben, wenn sich Bewohner mit dem Coronavirus infizieren, ist weitaus größer“, sagt sie. Gleichzeitig betont Rada Dinkelacker-Strika, dass die Impfquote unter den Mitarbeitern und vor allem den Bewohnern sehr hoch sei. „Die meisten sind zweifach geimpft und zweifach geboostert!“

Aktuell müssen Besucher nach wie vor ein negatives Ergebnis eines Antigen-Schnelltests beim Besuch eines DRK-Seniorenzentrums vorweisen. Einlasskontrollen gebe es aktuell keine mehr, Mitarbeiter kontrollieren Besucher aber stichprobenartig.

Bittenfelder Haus Elim bietet schon länger Antigen-Schnelltests für Besucher an

Antigen-Schnelltests werden Besuchern am Bittenfelder Standort Haus Elim schon seit längerem angeboten. Aktuell kann man sich dort zwischen 14 und 14.30 Uhr auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen. Wie es nach dem 30. Juni weitergeht, wenn Bürgertests auslaufen und einige öffentliche Teststellen geschlossen werden, „das wissen wir noch nicht“, sagt der Bittenfelder Hausleiter Tim Böhringer. Auch vom Trägerverband, der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft, habe er bislang kein Signal erhalten, in welche Richtung die Reise weitergehen könnte. Tim Böhringer nimmt es aber gelassen. In den vergangenen zwei Jahren sei es oft so gewesen, dass neue Verordnungen kurzfristig in Kraft traten.

Nach wie vor stünden das Wohl und die Gesundheit von Bewohnern wie auch Mitarbeitern im Vordergrund. Mitarbeiter würden sich immer noch täglich testen, obwohl quasi jeder geimpft und geboostert sei. Mit der aktuellen Corona-Verordnung ist es Mitarbeitern möglich, dass sie anstatt einer FFP2-Maske eine OP-Maske tragen, was in Sachen Verständigung sicherlich eine Erleichterung darstelle, weiterhin fehle es an transportierter Mimik und Gestik.

Tim Böhringer stellt sich die Frage, was die Zukunft bringt. Natürlich müsse vor allem der Risikogruppe gegenüber, welche die Bewohner von Pflegeeinrichtungen darstellen, oberste Vorsicht geboten werden, doch wie sieht die Zukunft langfristig aus? „Es wäre doch verrückt, wenn ein Besuch im Krankenhaus oder Pflegeheim dauerhaft nur noch mit negativem Corona-Test möglich sei", meint er.

Ende Juni sollen die sogenannten Bürgertests auslaufen, wonach Bürger voraussichtlich nur gegen Bezahlung sich auf eine mögliche Corona-Infektion an einer Teststelle testen lassen können. Was bedeutet dies für Seniorenzentren? Nach der aktuellen Corona-Verordnung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen vom 4. Juni dürfen Besucher nur mit einem negativen Testergebnis eine solche Einrichtung besuchen. Zusätzlich besteht für sie die FFP2-Maskenpflicht. Endet mit den Bürgertests auch die

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