Waiblingen

Waiblinger Fotograf Jo Hinko: Früher "East Side Gallery" in Berlin, heute Talaue

Jo Hinko
Jo Hinko mit einem Baum in der Talaue, der es ihm angetan hat: Aus dem abgebrochenen Stamm sprießen neue Triebe. © Gabriel Habermann

Früher führte er ein Geschäft für Fußbodenbeläge in Bad Cannstatt, doch schon vor dem Rentenbeginn beschäftigte sich Jo Hinko aus Waiblingen auch viel mit Kunst und Fotografie. Aufnahmen, die er 1990 von den Originalen der „East Side Gallery“ machte, also von den großflächigen Kunstwerken auf der seit November 1989 durchlässigen Berliner Mauer, wurden 30 Jahre später im EU-Parlament in Straßburg ausgestellt. Später entstanden in der Natur Fotoserien, etwa im Stuttgarter Rosensteinpark. Nun hat sich Hinko die Talaue vorgenommen.

Für seine Bilder ist er immer auf der Suche nach Bäumen mit Charakter, mit einer gewissen Wirkung, erklärt der 83-Jährige. Da ist zum Beispiel eine Weide, auf einer Wiese in der Mitte der Talaue. Die sei „ganz fantastisch“, schwärmt der Hobbyfotograf. „Majestätisch steht sie da. Sie hat viel Platz zum Ausbreiten, das ergibt eine interessante Wirkung.“ Doch eigentlich kann er sich in der Waiblinger Anlage gar nicht für einen Lieblingsbaum entscheiden. „Die komplette Talaue ist schön fürs Fotografieren. Das ist ein tolles Arrangement.“

Gelernter Kaufmann, Autodidakt in der Fotografie

Auch in Rommelshausen hat Jo Hinko schon besondere Bäume fotografiert. Eine alte Kopfweide etwa, ein „Naturdenkmal“ des Naturschutzbundes Nabu. „Deren Stamm ist schon vierfach gespalten, und die lebt immer noch weiter.“

Die Fotografie begeistert Hinko seit langem. Schon als junger Mann hatte er eine Spiegelreflexkamera. Was er kann, habe er sich selbst beigebracht. Gelernt hat er Kaufmann, das Bodenbelagsgeschäft in Cannstatt gab er nach Jahrzehnten an seinen Sohn ab. Im Stuttgarter Bezirk ist er aufgewachsen, seit 30 Jahren lebt Jo Hinko aber schon in Waiblingen. Doch auch in Cannstatt und in Fellbach fühle er sich verwurzelt.

„Wir sind Allroundbürger.“ In Fellbach hat er sein Atelier, in dem er sich neben der Fotografie auch der Malerei widmet. Er spricht bei beiden von einem „verstärkten, intensiven Hobby“. Genug Geld zum Leben bringe ihm die Tätigkeit nicht ein, doch er habe ja seine Rente.

Naturaufnahmen haben für ihn einen besonderen Reiz. Einmal entstand eine Fotoserie von der Insel Mainau im Bodensee. Die Trompetenbäume dort hatten ihn fasziniert. Auch in Baden-Baden entdeckte er einen „tollen alten Baum, der gestützt werden muss“. Über die Jahre habe er dieses Exemplar immer mal wieder besucht und fotografiert. Am Killesberg lichtete er einen aus China stammenden Taschentuchbaum ab. „Exotenbäume sind mein Spielplatz für Fotografie“, sagt er.

Herausgeber für Talaue-Buch gesucht

Vor einigen Jahren erarbeitete Jo Hinko dann seine Serie zum Rosensteinpark. Und zuletzt also die zur Waiblinger Talaue. Gerne würde er die Bilder veröffentlichen, etwa in einem Buch. Dafür sucht er einen Herausgeber und Sponsor für die Herstellung. Hinkos Anliegen: „Ich möchte die Leute auch animieren, die Talaue zu besuchen und die tolle Landschaft zu genießen.“

Früher führte er ein Geschäft für Fußbodenbeläge in Bad Cannstatt, doch schon vor dem Rentenbeginn beschäftigte sich Jo Hinko aus Waiblingen auch viel mit Kunst und Fotografie. Aufnahmen, die er 1990 von den Originalen der „East Side Gallery“ machte, also von den großflächigen Kunstwerken auf der seit November 1989 durchlässigen Berliner Mauer, wurden 30 Jahre später im EU-Parlament in Straßburg ausgestellt. Später entstanden in der Natur Fotoserien, etwa im Stuttgarter Rosensteinpark. Nun

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper