Waiblingen

Waiblinger Musiker werden in der Krise kreativ

Live-Nacht Waiblingen: "MFG by The Rock" im Keller der Brasserie Sonne, 26.10.2019.
Live-Auftritte wie diesen 2019 kann die Band MFG dieses Jahr nicht geben. © Benjamin Beytekin

Martin Metzger und die Musiker seiner Bands "The Rock!" und "MFG acoustics by the Rock!" sind in einer vergleichsweise glücklichen Lage. „Als Freizeitmusiker müssen wir nicht unseren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen“, sagt der Waiblinger. Dennoch treffen die Corona-Einschränkungen auch die Freizeitmusiker hart – am Herzen, nicht am Geldbeutel: „Abgesagte Gigs machen uns in der kommenden Weihnachtszeit besonders traurig, da sowohl der Waiblinger Weihnachtsrock des Heimatvereins ausfällt als auch MFG nicht auf der schönen Bühne des Waiblinger Weihnachtsmarktes auftreten kann“, so Metzger. Auf die Musik der beliebten Bands müssen Fans aber nicht verzichten: „Wir drehen einen schönen Weihnachtsvideoclip für die Waiblinger, den wir vor Weihnachten veröffentlichen.“

Es wird bereits der zwölfte Clip sein, den die Musiker von MFG veröffentlichen. Die Musiker haben nämlich schon zu Beginn der Pandemie beschlossen, auf gemeinsame Proben zu verzichten, nicht aber aufs Musizieren. So entstand die Idee des Home-Recording. „Jeder der drei Musiker hat zu Hause eigene Tonspuren aufgenommen, die dann mit Hilfe einer speziellen Software zu einem Gesamtsong zusammengefügt wurden“, erklärt Metzger.

Videoclips aus Waiblingen

Mit den auf diese Weise entstandenen Akustikversionen der Songs wollten sie sich aber nicht zufriedengeben und haben zusätzlich Videoclips gedreht: „Jeder hat sich aufgenommen, zum Beispiel beim Gitarrespielen oder Singen zu Hause“, sagt Metzger. Waiblinger werden auch ihre Stadt in den Clips wiedererkennen, einige Aufnahmen sind zum Beispiel am Marktplatz oder an der Tür am Schlosskeller entstanden. Auch diese einzelnen Videosequenzen aller Musiker wurden geschnitten und zu einem Video zusammengefügt. „Die Clips präsentieren die Songs optisch mit einem Augenzwinkern und zeigen auch die individuelle Interpretation eines Songs von jedem Musiker.“ Mit den Clips, die auf Youtube zu sehen sind und auf Facebook geteilt werden, will die Band ein Lebenszeichen geben und zeigen, wie auch in der Krise kreative Lösungen gefunden werden können.

Eine solche kreative Lösung hat Martin Metzger auch für das Guitar Summit gefunden, das die Zeitschrift Gitarre & Bass zusammen mit der Stadt Mannheim seit 2017 immer im September dort ausrichtet. Metzger selbst verantwortet mit Kollegen die Medienmarken Gitarre & Bass, Sound & Recording, Guitar Summit und Studioszene „Das Guitar Summit ist eine Veranstaltung für Gitarristen und ist innerhalb von drei Jahren zur größten Gitarrenausstellung Europas geworden“, sagt Metzger. „Um diese Marke nicht zu verlieren, haben wir uns überlegt, welche Inhalte auch digital transportiert werden können.“

Online-Event für Gitarristen

Herausgekommen ist ein Konzept für ein Online-Event namens Guitar Summit Web Camp, das am 28. und 29. November stattfindet. „Aussteller können auf dieser virtuellen Plattform neue Instrumente präsentieren und Besucher haben die Möglichkeit, an Webinaren mit bekannten Musikern und Youtubern teilzunehmen.“ Es gibt Möglichkeiten, sich online mit Herstellern, Gitarrenbauern, Künstlern, der Redaktion und auch untereinander auszutauschen. In einer Live-Webshow können manche Webinare und Sessions verfolgt werden. Das Angebot kommt an: Mehr als 4000 Besucher haben sich bereits vorab online für die Teilnahme registriert. Auch wenn der direkte, persönliche Austausch in diesem Jahr ausfällt, sei das Online-Event eine große Chance: „Wir hoffen, auch international zu wachsen und Teilnehmer anzuziehen, für die der Weg nach Mannheim zu weit war und ist“, sagt Martin Metzger. Für das kommende Jahr werde unabhängig von der Entwicklung der Corona-Situation von vorneherein eine hybride Veranstaltung geplant, die ganz oder teilweise digital übertragen werden kann. Das sei die Zukunft.

Martin Metzger und die Musiker seiner Bands "The Rock!" und "MFG acoustics by the Rock!" sind in einer vergleichsweise glücklichen Lage. „Als Freizeitmusiker müssen wir nicht unseren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen“, sagt der Waiblinger. Dennoch treffen die Corona-Einschränkungen auch die Freizeitmusiker hart – am Herzen, nicht am Geldbeutel: „Abgesagte Gigs machen uns in der kommenden Weihnachtszeit besonders traurig, da sowohl der Waiblinger Weihnachtsrock des Heimatvereins

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