Waiblingen

Waiblinger Verpackungstechnik-Spezialist Syntegon erwartet gute Geschäfte mit Corona-Impfstoff

Syntegon
Seit Jahrzehnten entwickelt Syntegon technische Lösungen für die Abfüllung flüssiger pharmazeutischer Wirkstoffe. Bei der Mischung und Abfüllung von Impfstoffen sind die Anlagen von Syntegon mehr denn je gefragt. © RALPH_KLOHS

Corona und die Entwicklung von Impfstoffen gibt der Pharmaindustrie einen gewaltigen Schub. Die Waiblinger Firma Syntegon, ehemals Bosch Packaging Technology, mit Sitz Waiblingen hat langjährige Erfahrungen bei der Impfstoffproduktion und erwartet gute Geschäfte, teilt das Unternehmen mit. Syntegon zählt zu den weltweit größten Herstellern in der Verpackungstechnik. Der Experte für Prozess- und Verpackungstechnik hat eigenen Angaben zufolge bereits zu Beginn der Coronapandemie Produktionskapazitäten für Anlagen freigemacht, mit denen Impfstoffe gemischt und abgefüllt werden können.

Derzeit werden verschiedene COVID-19-Impfstoffe entwickelt und stehen teilweise vor der Zulassung. Bis die entwickelten Impfstoffe den Patienten in Impfzentren verabreicht werden könnten, seien verschiedene Prozessschritte nötig. Die große Mehrheit der aktuell in der Öffentlichkeit stehenden Hersteller von COVID-19-Impfstoffen setze dabei Technologien von Syntegon, ehemals Bosch Packaging Technology, ein, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Dazu zählen Maschinen zur Mischung der Impfstoffflüssigkeiten und zum Abfüllen in Injektionsfläschchen sowie Inspektionsmaschinen zur Qualitätskontrolle. Schon seit Beginn der Corona-Pandemie unterstütze Syntegon die Pharmaindustrie mit umfangreichen Serviceleistungen.

Die Corona-Krise stelle die Pharmaindustrie vor gewaltige Herausforderungen: Derzeit sind laut des internationalen Datenanalyseunternehmens Globaldata mehr als 1800 Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 in über 3700 klinischen Studien in Untersuchung. Dafür müssten bestehende Labor- und Fertigungskapazitäten umgewidmet oder in Rekordzeit neu aufgebaut werden.

Pharmaunternehmen setzen auf Syntegon

Viele Pharmaunternehmen setzen bei der Bereitstellung von Corona-Impfstoffen auf Technologien von Syntegon. Dazu zählen Systeme zur Mischung der flüssigen Impfstoffe, Abfülllinien sowie Inspektionsmaschinen zur Qualitätskontrolle bei abgefüllten Fläschchen. Gerade bei der Abfüllung solcher Injektionsfläschchen werden Anlagen von Syntegon eingesetzt. Beispielsweise unterstützt das Unternehmen den Impfstoffhersteller IDT Biologika mit hochentwickelter Abfülltechnologie. Auch für die Produktion neuartiger mRNA-Impfstoffe, für die besonders kalte Umgebungstemperaturen erforderlich sind, habe das Unternehmen die nötigen Erfahrungswerte mit biotechnologischen Medikamenten gesammelt. So seien Inspektionsmaschinen von Syntegon zur Qualitätskontrolle im Herstellungsprozess von mRNA-Covid-Vakzinen bereits im Einsatz.

Zahlreiche Anlagen entlang der gesamten Impfstoff-Wertschöpfungskette hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge schneller als üblich an seine Kunden ausgeliefert. Zusätzlich haben die Experten für Prozess- und Verpackungstechnik Anlagenkonzepte für die Impfstoffproduktion mit modularen Bausteinen entwickelt und vorgetestet, wie etwa die SVP Prozessanlage der Produktmarke Pharmatec.

Der Service von Syntegon hat sich die Umrüstung von Kundenanlagen auf Covid-19-Impfstoffe und Therapien und die dafür nötigen Ersatz- und Formatteile spezialisiert. Dank seiner globalen Präsenz mit 30 Standorten weltweit ist es Syntegon trotz bestehender Reisebeschränkungen möglich, Kundenanfragen vor Ort zu bedienen und schnelle Umbauten vorzunehmen.

Bosch Packaging Technology war zu Beginn des Jahres vom luxemburgischen Finanzunternehmen CVC Capital Partners übernommen worden und firmiert nun als Syntegon. 2019 lag der Umsatz bei rund 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz verteilt sich etwa jeweils zur Hälfte auf die beiden Produktbereiche Pharma und Food. Beschäftigt werden weltweit rund 6100 Personen, davon 1000 am Hauptsitz in Waiblingen und 200 in Remshalden. Mit dem Wechsel von Bosch zu Syntegon verbanden die Beschäftigten zunächst durchaus Hoffnungen. Doch derzeit wachsen die Sorgen, dass der neue Eigentümer das Unternehmen zerschlagen könnte. Betroffen ist unter anderem die Kartonierabteilung in Waiblingen, die in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden soll.

Bosch Healthcare Solutions entwickelte Schnelltest

Einst unter dem gemeinsamen Dach des Bosch-Konzerns gehen seit diesem Jahr die Bosch-Verpackungstechnik und die Medizintechnik getrennte Wege. Die Verpackungstechnik firmiert als Syntegon, die Bosch Healthcare Solutions gehört als Bosch-Tochter für Medizintechnik weiterhin zu Bosch. Im Frühjahr, wenige Wochen nach Ausbruch der Coronapandemie, hatte Bosch Healthcare Solutionen einen neuen Schnelltest für das Analysegerät Vivalytic zum Nachweis des SARS-CoV-2-Erregers entwickelt. Damit stehe das Testergebnis in 39 Minuten zuverlässig fest – schneller ist kein anderer PCR-Test.

Der neue Schnelltest sei prädestiniert für den dezentralen Einsatz in mobilen Testzentren an Autobahn-Raststätten oder Flughäfen. Bosch wollte nach Angaben vom Herbst bis Ende 2020 die Kapazität für eine Million Tests erreichen. Da die Nachfrage nach Analysegerät und Schnelltests anhaltend hoch sei, arbeite das Unternehmen mit seinen Lieferanten intensiv daran, die Kapazität maximal auszubauen und die Lieferfähigkeit zu erhöhen.

Corona und die Entwicklung von Impfstoffen gibt der Pharmaindustrie einen gewaltigen Schub. Die Waiblinger Firma Syntegon, ehemals Bosch Packaging Technology, mit Sitz Waiblingen hat langjährige Erfahrungen bei der Impfstoffproduktion und erwartet gute Geschäfte, teilt das Unternehmen mit. Syntegon zählt zu den weltweit größten Herstellern in der Verpackungstechnik. Der Experte für Prozess- und Verpackungstechnik hat eigenen Angaben zufolge bereits zu Beginn der Coronapandemie

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