Waiblingen

Waiblinger wollen Direktbus zur Klinik

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Mit dem Auto ein Katzensprung, mit den Öffentlichen eine kleine Odyssee: Die Strecke von Waiblingen zur Rems-Murr-Klinik nach Winnenden. © Büttner / ZVW
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Krankenhaus Bushaltestelle
Eine Bushaltestelle hat das Krankenhaus. (Archiv) © Habermann / ZVW

Waiblingen. Für Autofahrer ist die Strecke von Waiblingen in die Klinik nach Winnenden ein Katzensprung. Wer mit dem Bus fährt, muss dagegen mindestens eine Stunde Fahrzeit inklusive Umsteigezeit in Korb einplanen. Das muss sich ändern, fordern CDU und SPD. Auf Antrag der beiden Fraktionen soll sich OB Andreas Hesky beim Landrat für einen Direktbus starkmachen. Der Landrat soll prüfen, ob eine direkte Linie wirtschaftlich machbar ist.

Um 6.25 Uhr, um 7.55 Uhr, um 9.55 Uhr, um 11.55 Uhr, um 13.55 Uhr, um 16.10 Uhr und um 18.10 Uhr starten unter der Woche in Waiblingen die Busse Richtung Winnender Klinikum. In knapp einer Viertelstunde ist der Bus am Korber Seeplatz, doch dann heißt es für die Fahrgäste umsteigen und rund 20 Minuten warten, bis der Bus weiterfährt. Eine ganze Menge Zeit – nicht nur, aber besonders für kranke Menschen, die zu einer Untersuchung in die Klinik müssen, oder auch für Senioren, die einen Krankenbesuch machen wollen. Auch Leute, die die S-Bahn nach Winnenden nehmen, kommen nicht direkt zur Klinik: Sie müssen am Winnender Omnibusbahnhof in den Bus zum Krankenhaus steigen.

Seit langem erinnern Christel Unger (SPD) und andere Räte immer wieder an die Unannehmlichkeiten, die Menschen auf dem Weg zur Klinik mit dem ÖPNV auf sich nehmen müssen. Auch der CDU-Stadtverband hat im Sommer einen Direktbus vom Waiblinger Bahnhof zum Klinikum Winnenden gefordert.

Schneller in einem Stuttgarter Krankenhaus

Nun haben die CDU und SPD im Zuge der Haushaltsberatungen erneut einen Vorstoß gestartet, wohl wissend, dass der Bus zwischen Waiblingen und Winnenden keine städtische Angelegenheit, sondern Sache des Landkreises ist. Die Fahrt mit der S-Bahn nach Winnenden und weiter mit dem Bus zur Klinik werde von vielen Bürgern als zu beschwerlich angesehen, zumal die Verbindungen nach Cannstatt und Stuttgart deutlich besser seien, moniert die CDU. Besonders übel finden die Christdemokraten die schlechte Anbindung angesichts der Tatsache, dass Waiblingen bekanntermaßen sein eigenes Krankenhaus hatte – und das mitten in der Stadt. „Im Interesse der Patientenbindung und insbesondere im Interesse der Waiblinger Bürger sowie der Stadt Waiblingen, das sein Krankenhaus aufgrund eines Beschlusses des Rems-Murr-Kreises verloren hat, ist die Einrichtung einer solchen ÖPNV-Anbidung an das neue Klinikum dringend geboten“, so die CDU in ihrem Antrag. Der Landkreis sei nach wie vor in der Pflicht, schließlich habe er der Stadt Waiblingen für den Verlust des Krankenhauses einen angemessenen Ausgleich zugesichert. Oberbürgermeister Hesky solle deshalb den Landrat um eine umfassende Prüfung bitten, unter welchen Voraussetzungen eine direkte Buslinie möglich ist. Der CDU sei es durchaus bewusst, dass die Anbindung Sache des Kreises sei, so Fraktionschef Siegfried Kasper. Doch der Direktbus sei ein großes Anliegen der Bevölkerung.

Matthias Kuhnle meint, der Direktbus sei nicht finanzierbar

Gleichzeitig hat auch die SPD eine Untersuchung beantragt: Geprüft werden solle, ob durch Umorganisation oder Zusammenschluss der bestehenden Buslinien eine durchgehende Linie zur Klinik geschaffen werden könne. „Die Leute sprechen uns darauf an“, erklärte Christel Unger. „Es muss doch möglich sein, zur Klinik zu kommen, ohne dass man 20 Minuten in Korb stehen muss.“ Dem widersprach im Planungsausschuss niemand. Er habe sich gewundert, dass die CDU und SPD Anträge im Waiblinger Gemeinderat stellen, wenn doch beide Fraktionen im Kreistag vertreten seien, bemerkte ALi-Chef Alfonso Fazio allerdings süffisant: „Wenn Sie Ihre Fraktionen im Kreistag überzeugen, versuche ich, die Grünen dafür zu gewinnen.“ Während Sabine Wörner (SPD) den Antrag als Signal verstanden haben wollte, hielt ihn Matthias Kuhnle (DFB) für nicht besonders zielführend, da der Direktbus ohnehin nicht finanzierbar sei. Doch seine Fraktion stimme ebenfalls zu: „Fragen kostet nichts.“

Parkplatznot

Als das Klinikum im Sommer 2014 in Betrieb ging, wurde deutlich, dass der Bedarf an Parkplätzen krass unterschätzt worden war. Für die Mitarbeiter und Besucher stand nicht genug Parkraum zur Verfügung. Im benachbarten Wohngebiet ist der Ärger groß, weil wegen des Krankenhauses ständig die Straßen zugeparkt sind. Unmut auch beim Wunnebad: Auf dessen kostenlosen Parkplatz weichen Besucher und Mitarbeiter gern aus, selbst wenn es einen Fußmarsch bedeutet.