Waiblingen

Warum Boule die perfekte Sportart in Coronazeiten ist, erklären die Boulefreunde Waiblingen

Boulefreunde Waiblingen
Peter Jäckel und Jeannette Maier spielen ein Tête-à-Tête. © Benjamin Büttner

Auf dem Parkplatz an der Rundsporthalle in Waiblingen klappt Boulespielen ausgezeichnet. Das zeigen Peter Jäckel, Vorsitzender der Boulefreunde Waiblingen, und Jeannette Maier, Mitglied im Verein. Auf Schotterflächen wie an der Rundsporthalle oder auf Grasflächen und Waldwegen mussten die 19 Mitglieder des Vereins zum Trainieren in den vergangenen Wochen ausweichen. Erst alleine, denn das gemeinsame Spiel war wegen Corona zunächst nicht erlaubt. „Das hab' ich auch gemacht“, sagt Peter Jäckel. „Man muss ja in Bewegung bleiben, für die Methodik und Zielsicherheit.“

Mit den Lockerungen der Corona-Verordnung vor zwei Wochen konnten sich dann zumindest einige wenige Spieler verabreden. Um mögliche Infektionsketten mit dem Coronavirus nachvollziehen zu können, mussten die Spieler Listen führen, mit wem sie trainiert hatten. „Das ist zu unserem eigenen Schutz“, sagt der 59-Jährige. Weiterhin waren aber die Boule-Plätze auf dem Gelände des FSV Waiblingen geschlossen. Seit Dienstag können die Boulefreunde dort nun endlich wieder spielen – mit Abstand natürlich, aber das ist beim Boule ohnehin kein Problem.

Boulefreunde Waiblingen und FSV-Abteilung spielen zusammen

Der erlösende Anruf kommt während des Pressegesprächs am Montagvormittag. Der Vorsitzende des FSV Waiblingen, Klaus Riedel, gibt Peter Jäckel Bescheid: Am Dienstag dürft ihr wieder trainieren. Die Freude bei den Boulefreunden ist groß. Von 16 bis 21 Uhr täglich sind die sieben Plätze auf dem FSV-Gelände dann offen. „Damit es sich ein bisschen aufteilt“, sagt Jäckel. Vor dem Ausbruch der Pandemie waren die Plätze an drei Tagen in der Woche offen.

Die Trainingszeiten können sowohl die Boulefreunde Waiblingen als auch die neue Boule-Abteilung des FSV Waiblingen nutzen. Im Frühjahr hätten gemeinsame Spiele und ein kleines Fest stattfinden sollen, um sich kennenzulernen, berichtet Jeannette Maier. Der erste Termin war für den 22. März geplant, fiel also genau in die Zeit, als die Kontaktbeschränkungen in Kraft traten. Ein Fest wird es jetzt zwar noch nicht geben, doch die Boule-Begeisterten beider Vereine können sich beim Spielen kennenlernen.

Beim Training werden Anwesenheitslisten geführt

Maximal zehn Spieler dürfen auf dem FSV-Gelände gleichzeitig trainieren. Es werden Anwesenheitslisten geführt. Außerdem müssen die Abstandsregeln und Hygienebestimmungen eingehalten werden. Das ist beim Boule ziemlich leicht, sagt Jäckel, und erklärt die Regeln: Es gibt drei Varianten: das Tête-à-Tête (wörtlich aus dem Französischen: Kopf an Kopf, also einer gegen einen), das Doublette (zwei gegen zwei) und das Triplette (drei gegen drei). Um sich herum zeichnen die Spieler einen Kreis. Aus dem heraus muss ein Spieler zunächst die Zielkugel – „die Sau, das Schweinchen“, sagt Jeannette Maier – sechs bis zehn Meter weit werfen. Jetzt geht es darum, seine eigenen Kugeln möglichst nah an die Zielkugel zu werfen. Wer näher dran ist, gewinnt. Liegen die Kugeln des Gegners zu nah an der Zielkugel, kann auch noch versucht werden, diese mit einer eigenen Kugel wegzuschießen. Ist nicht erkennbar, welche Kugel näher am Schweinchen liegt, kommt ein Maßband zum Einsatz.

Ein Triplette ist aktuell nicht gewünscht

Boule ist kein Spiel mit Körperkontakt. Für Corona-Zeiten also perfekt. Trotzdem hat sich das ein oder andere geändert. Die Boulefreunde halten sich an die Richtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes, sagt Jäckel. Zwischen jedem Spielfeld müssen demnach drei Meter liegen. Zu anderen Personen muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Bevorzugte Spielvarianten sind das Tête-à-Tête oder das Doublette. Auf das Triplette soll derzeit verzichtet werden.

Um den Körperkontakt auf ein Minimum zu reduzieren, hat jeder Spieler ein eigenes Maßband. Auch Kugeln sollen nicht geteilt werden. Das war vorher anders, sagt Maier. Beim gemeinsamen Spiel genügte bislang ein Maßband. Möchte jemand aber mal Boule ausprobieren, der noch keine Ausstattung hat, können Kugeln weiterhin verliehen werden, so die 62-Jährige. Die Kugeln werden dann vor und nach Gebrauch desinfiziert.

Neue Form des Wettbewerbs entwickelt

Normalerweise veranstaltet der Verein zwei Turniere im Jahr. Den Wettbewerb im April haben die Boulefreunde abgesagt. Auch das Turnier im August wird wahrscheinlich nicht stattfinden. Auf einen Wettbewerb will der Verein dennoch nicht verzichten. Die Spieler können sich miteinander treffen und ihre Spielergebnisse in ein Formular auf der Website des Vereins eintragen. So können sich die Boulefreunde trotzdem miteinander messen.

Auf dem Parkplatz an der Rundsporthalle in Waiblingen klappt Boulespielen ausgezeichnet. Das zeigen Peter Jäckel, Vorsitzender der Boulefreunde Waiblingen, und Jeannette Maier, Mitglied im Verein. Auf Schotterflächen wie an der Rundsporthalle oder auf Grasflächen und Waldwegen mussten die 19 Mitglieder des Vereins zum Trainieren in den vergangenen Wochen ausweichen. Erst alleine, denn das gemeinsame Spiel war wegen Corona zunächst nicht erlaubt. „Das hab' ich auch gemacht“, sagt Peter

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