Waiblingen

Warum Siegfried Groß aus Kleinheppach Ärger mit der Figur Yoda aus Star Wars hatte

Filmplakate
Siegfried Groß vor seinem Plakat „Das Imperium schlägt zurück“ der Star-Wars-Originaltrilogie. Er hat es von Hand mit Ölfarben gemalt. © Benjamin Büttner

Erwähnt man den Namen Siegfried Groß, wissen vermutlich vor allem Kleinheppacher, wer das ist, sowie einige im Umkreis. Erwähnt man aber Filmtitel wie „Das Imperium schlägt zurück“ der Originaltrilogie Star Wars von Ende der siebziger und achtziger Jahre oder „James Bond – Der Spion, der mich liebte“ mit Roger Moore, wissen viele, was gemeint ist. Der 82-jährige Siegfried Groß hat die Plakate hierzu gestaltet– allesamt von Hand gemalt, oftmals mit Ölfarben. Eine Auswahl seiner Werke wird von diesem Donnerstag an in der Volkshochschule in Waiblingen ausgestellt.

Sei es Harrison Ford als Han Solo, Carrie Fisher als Prinzessin Leia oder sei es Mark Hamill als Luke Skywalker – Siegfried Groß hat sie alle von Hand gemalt, und zwar so genau, dass sie einer Fotografie gleichen. Für solche Kinoplakat-Aufträge erhielt er nur ein Bild oder mehrere Bilder, Ausschnitte aus dem Film, die er sich mit einer Lupe anschaute, um dann Ideen zu entwickeln. Für die Umsetzung blieb oft nur wenig Zeit. Es war ihm untersagt, eine Signatur aufzutragen, Siegfried Groß aber hielt sich nicht daran. Er unterschrieb dennoch auf seinem Werk, ganz klein rechts unten in der Ecke, eingearbeitet in einen Schneeberg, dass man es erst auf den zweiten Blick entdeckt. Ärger gab es aber dennoch: Siegfried Groß brachte damals Yoda aufs Plakat, der Regisseur wollte den kleinen, grünen Alien aber geheim halten. Siegfried Groß wusste nichts davon. Die Plakate waren bereits fertig gedruckt.

Mit vielen weiteren Filmtiteln hat er sich beschäftigt, etwa Hair, Die Beatles: Yellow Submarine, Der Zauberberg oder Jack Nicholson: Einer flog über das Kuckucksnest. In der Regel erschuf er Kinoplakate für den deutschsprachigen Markt. Es konnte sein, dass er mit seiner Frau im Urlaub in der Schweiz war und eines seiner Plakate hängen sah. „Schau“, habe er dann zu seiner Frau gesagt, „das ist von mir!“

Zunächst Maler und Lackierer gelernt

Nach der Schulzeit machte Siegfried Groß eine Ausbildung zum Maler und Lackierer wie sein älterer Bruder. Schon damals habe er sich für Farbe interessiert. Später arbeitete er beim Messebau und kümmerte sich dann um Siebdrucke bei der AEG. Die Faszination an der freien Kunst ließ ihn aber nicht los, weshalb er 1963 beschloss, an der Freien Kunstschule in Stuttgart zu studieren. Nebenbei erlernte er bei Professor Orasch Modezeichnen sowie freies Zeichnen inklusive Illustration. „Ich habe also von der Pike auf mein Handwerk gelernt“, sagt Groß und lächelt. Nebenbei sollte er auch etwas Geld verdienen. Über einen Freund gelangte er zu einer Anstellung im Werbeatelier Degen Stuttgart. Damals musste er noch einem Grafiker zuarbeiten, später durfte er mal ein Plakat entwerfen, wobei sein Talent erkannt wurde. 20 Jahre lang hat er für die Agentur gearbeitet. Seiner Schätzung nach hat er mehr als 200 großformatige Kinoplakate in der Zeit von Hand gemalt.

Neue Werke entstehen im Atelier in Kleinheppach

Gleichzeitig haben ihn auch in seiner Freizeit der Stift oder Pinsel und die Lust, etwas zu erschaffen, nicht losgelassen. Einmal saß er abends zu Hause in seinem Häuschen in Korb-Kleinheppach mit einem Kuli in der Hand und etwas Papier vor dem Fernseher und hat einfach drauflosgezeichnet. Die Figuren hat er später ausgeschnitten, den Hintergrund am PC bearbeitet. So entstand „Der Auftritt der Gaukler“, wie Siegfried Groß das Bild getauft hat. Es besteht aus acht Figuren, die jeweils durch ihre fantasievollen Formen und Skurrilität auffallen. „Das kommt dabei raus, wenn man nichts dabei denkt“, witzelt Groß über sein Werk. Weniger gut gelinge ihm etwas, wenn er genaue Vorstellungen habe, wie etwas auszusehen habe.

Zu Hause in Kleinheppach hat er oben unter dem Dach ein Atelier eingerichtet, wo er auch verschiedene Dinge am PC entwirft und gestaltet. Unten im Keller ist seine Werkstatt mit einer höhenverstellbaren Metallplatte an der Wand, wo er seine Werke malt. Seine Farben, die er verwendet, strotzen oft nur so vor Lebendigkeit und Lebensenergie.

Mit 16 Sportmotiven Stuttgarter U-Bahn-Haltestelle Waldau verschönert

Entstanden ist hier eine Auftragsarbeit, die vielen Stuttgartern bekannt ist. Er sollte die Haltestelle Waldau gestalten, wobei er 16 großformatige Wandtafeln mit insgesamt 43 Sportarten am Computer zeichnete. Sie zieren bis heute noch die Betonwände an der U-Bahn-Haltestelle in Stuttgart-Degerloch. Drei dieser Motive sind als Feinprint Teil der Ausstellung.

Ebenso farbenfroh ist der „Animal Garden“, ein Bild mit knallbunten, formverliebten Pflanzengebilden und einem kleinen Gärtner, der ganz unten alles betrachtet. „Wenn ich etwas mache, was ich noch nie gemacht habe, ist es für mich wie ein Abenteuer. Toll, wenn dann am Ende etwas dabei herauskommt, was ansehnlich ist“, sagt Siegfried Groß.

Nicht selten spielt dabei der Zufall eine große Rolle. Einmal hat er immer wieder auf ein Stück Presskarton Farbe verstrichen, die übrig war und die er nicht wegwerfen wollte. Später hat er mit Schwarz Formen und Figuren reingemalt und das Werk so vollendet.

Ausstellung in der Volkshochschule in Waiblingen

Die Vernissage zur Ausstellung an diesem Donnerstag ist bereits ausgebucht. Die Werke von Siegfried Groß, 42 an der Zahl, können bis 13. Januar 2022 angeschaut werden. Im Gebäude gilt Maskenpflicht.

Erwähnt man den Namen Siegfried Groß, wissen vermutlich vor allem Kleinheppacher, wer das ist, sowie einige im Umkreis. Erwähnt man aber Filmtitel wie „Das Imperium schlägt zurück“ der Originaltrilogie Star Wars von Ende der siebziger und achtziger Jahre oder „James Bond – Der Spion, der mich liebte“ mit Roger Moore, wissen viele, was gemeint ist. Der 82-jährige Siegfried Groß hat die Plakate hierzu gestaltet– allesamt von Hand gemalt, oftmals mit Ölfarben. Eine Auswahl seiner Werke wird von

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