Waiblingen

Was bringt Waiblingen und Hegnach eine verlängerte Westumfahrung durchs Schmidener Feld?

Hegnachcheck
Die Neckarstraße in Hegnach: Auffällig ist hier der hohe Anteil an Schwerlastverkehr. © Gaby Schneider

Ein Thema mit Potenzial, die Gemüter in der ganzen Region um Waiblingen, Fellbach und Remseck in Wallung zu bringen: Die Stadt Waiblingen hat in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten für eine Weiterführung der Westumfahrung durch das Schmidener Feld sowie alternativ eine Südtangente Hegnach ausloten lassen, um die Neckarstraße spürbar zu entlasten und eine stärkere Verbindung nach Ludwigsburg zu schaffen.

Vor dem Bürgerzentrum, in dem der Gemeinderat tagte, gab es eine Mini-Demo für den Erhalt des Schmidener Felds. „Wir fassen keinen Baubeschluss und befinden uns einem ganz frühen Stadium“, versicherte Oberbürgermeister Andreas Hesky. Dementsprechend habe die Stadt auch noch keine Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt.

Ende Oktober wird sich der Ortschaftsrat Hegnach intensiv mit den Ergebnissen der Studie auseinandersetzen. Im November soll dann der Gemeinderat entscheiden, welche Konsequenzen Waiblingen daraus zieht.

Aus Sicht des Rathauses spricht vieles dafür, die Planungen für eine Südtangente Hegnach zu vertiefen. Was die Verlängerung der Westumfahrung anbelangt, verweist die Verwaltung auf die Verantwortlichkeit des Landes Baden-Württemberg oder des Bundes.

Westumfahrung: Entlastung des Verkehrs, Belastung der Umwelt

Das Büro BIT Ingenieure hat mögliche Trassen untersucht, die bereits im Jahr 2007 schon einmal diskutiert worden waren. Je eine Vorzugstrasse für die Südtangente Hegnach sowie eine für die Verlängerung der Westumfahrung wurden nun eingehend aus ökologischer und verkehrstechnischer Sicht verglichen.

Mit dem nicht ganz überraschenden Ergebnis: Die verlängerte Westumfahrung brächte verkehrlich mehr Entlastung, für die Umwelt wäre die Südtangente verträglicher. Die verlängerte Westumfahrung könnte die prognostizierte Zahl von täglich 22.200 Fahrzeugen in der Neckarstraße um 10.900 senken – das hehre Ziel der Halbierung wäre ungefähr erreicht. Weniger wirksam, aber vor Ort gewiss spürbar: die Südtangente, welche die Neckarstraße um 6700 Fahrzeuge entlasten würde.

Mit Tunnel fast zehnmal so teuer

Die Südtangente würde ortsnah an Hegnach zwischen Gewerbegebiet und landwirtschaftlichen Gehöften geführt und ist etwa 700 Meter lang. Die Kosten schätzen die Ingenieure auf rund zwei Millionen Euro.

Zwei Kilometer mäße die verlängerte Westumfahrung. Auf der Kostenseite wäre entscheidend: Tunnel oder nicht? Ohne Tunnel könnte die neue Straße für 7,3 bis 7,8 Millionen Euro zu bauen sein, mit Tunnel für stolze 65 bis 70 Millionen. Neben den Kosten sprechen die Eingriffe in Natur und Landschaft gegen die verlängerte Westumfahrung. Es geht um die Erholungsfunktion und das Schutzgut Boden, den viel gerühmten Ackerboden des Schmidener Felds.

Zahlen zum Verkehrsaufkommen stammen von 2007

Die zugrundeliegenden Verkehrszählungen sind alt, stammen aus dem Jahr 2007. Ein Faktor verleiht den Varianten einen neuen Dreh: Ein Bürgerentscheid in Remseck fiel 2020 positiv für den Bau einer Westrandbrücke aus. Nach den Verkehrsprognosen bewirkt sie eine leichte Verlagerung des Verkehrs von Ost nach West, von Hegnach nach Fellbach. Die Westrandbrücke, so die BIT Ingenieure, verleiht beiden Varianten mehr Wirkung.

Die CDU im Gemeinderat hatte vor Jahren eine solche Machbarkeitsstudie gefordert. Gegenüber der Südtangente hege sie eine „gewisse Grundskepsis“, sagte Michael Stumpp. Die verlängerte Westumfahrung sei eigentlich nur mit der Tunnellösung denkbar. „Wer soll das bezahlen?“, fragt SPD-Chef Roland Wied und spricht von einer „Wolkenkuckucksdiskussion“.

"Wir werden megaviel Verkehr ernten"

Iris Förster (Grünt) warnt vor einer „verkehrsproduzierenden Installation“, ähnlich ALi-Rätin Dagmar Metzger („ein Projekt aus einer anderen Zeit“) und Volker Escher (FW/DFB): „Wir werden megaviel Verkehr ernten.“ Die Agrar-Betriebe würden durchtrennt.

Angesichts der veralteten Berechnungsgrundlage moniert Andrea Rieger (FDP), die Zahlen seien doch „sehr dünn“. Silke Hernadi (FW/DFB) rät, ohne Eile erst einmal die faktischen Auswirkungen der Westrandbrücke in Remseck abzuwarten.

Ein Thema mit Potenzial, die Gemüter in der ganzen Region um Waiblingen, Fellbach und Remseck in Wallung zu bringen: Die Stadt Waiblingen hat in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten für eine Weiterführung der Westumfahrung durch das Schmidener Feld sowie alternativ eine Südtangente Hegnach ausloten lassen, um die Neckarstraße spürbar zu entlasten und eine stärkere Verbindung nach Ludwigsburg zu schaffen.

Vor dem Bürgerzentrum, in dem der Gemeinderat tagte, gab es eine

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