Waiblingen

Wegen Corona früher in die Weihnachtsferien? In Waiblingen gibt es in dieser Frage eine Tendenz

Little kid boy with glasses wearing medical mask on the way to school. Child backpack satchel. Schoolkid on winter day with warm
Kind mit Maske auf dem Schulweg. © Adobestock/Irina Schmidt

In Nordrhein-Westfalen ist es beschlossene Sache: Die Weihnachtsferien werden wegen der Corona-Pandemie vorgezogen. Für Baden-Württemberg hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Schulen aufgerufen, ebenso zu verfahren, sich aber vor Ort abzustimmen. Die Begeisterung der Eltern hält sich allerdings in Grenzen. Wie es die Waiblinger Schulen halten? Dazu gibt es eine Tendenz.

Freitag, 18. Dezember, wäre nach Susanne Eisenmanns Plänen der letzte Schultag. Geplant ist eigentlich Dienstag, 22. Dezember. Den Ferienstart vorzuverlegen, sei „sicher ein kluges Vorgehen, für das vieles spricht“, sagte die Ministerin der „Südwest Presse“. Eltern- und Lehrerverbände verschiedener Bundesländer hingegen verweisen auf unerwartete Betreuungsprobleme, die den Familien und besonders Alleinerziehenden dadurch erwachsen würden.

Das Problem mit der Betreuung

Jubelstürme hat Andreas Reichenauer, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats der Waiblinger Schulen, angesichts der Eisenmannschen Äußerung bislang nicht vernommen. Einen Meinungs-Querschnitt könne er in Anbetracht der kurzen Zeit noch nicht darstellen, hält aber ein differenziertes Bild für am wahrscheinlichsten: So könne es Familien geben, denen vorgezogene Ferien gelegen kämen - insbesondere, wenn nicht beide Eltern arbeiten. Andere hätten wohl die Möglichkeit, den 21. und 22. Dezember noch freizunehmen oder ins Home-Office zu gehen. Andere aber, vor allem Alleinerziehende und Eltern von Grundschülern, bekämen womöglich keine Lösung mehr für die Kinderbetreuung.

Der Schulbetrieb läuft teilweise holprig in diesem Corona-Herbst. Bis zu 40 Schulklassen in Waiblingen waren diese Woche in Quarantäne oder vorsorglich zu Hause. Die Schulen haben alle Hände voll zu tun, die Hygienemaßnahmen umzusetzen, von Präsenz- in Heimunterricht zu wechseln und den Betrieb zu gewährleisten. Praktisch von einem Tag auf den anderen müssen Familien damit rechnen, dass der Fernunterricht beginnt. Oft erfahren sie davon erst gegen 17.30 oder 18 Uhr. Die Planbarkeit fehlt. Aber: „Der Gedanke, eine seit langem festgelegte Ferienregelung aufzuweichen, macht die Verlässlichkeit des Schulbetriebs nicht besser“, teilt die Stadt Waiblingen auf Anfrage mit.

Nicht, dass den Schülern und Lehrern die längeren Ferien missgönnt würden. Das Problem sei eben die Umorganisation der Kinderbetreuung. Eltern seien ohnehin durch die Corona-Pandemie in besonderem Maße gefordert. Wegen der zwei zusätzlichen Ferientage weitere Unruhe in die Schulen und in die Elternhäuser zu tragen, stehe in keinem Verhältnis zu einem etwaigen Nutzen. Überhaupt nicht sinnvoll erscheint es der Stadt, dass das Land die Entscheidung den Schulen überlassen will – und gleichzeitig auf Absprachen auf kommunaler Ebene verweist. „Das erzeugt nur weitere unnötige Unsicherheiten und Diskussionen“, sagt Rathaus-Sprecherin Gabriele Simmendinger.

Sinnvoller wäre es aus Sicht der Stadt Waiblingen, Klassen zu halbieren, um wieder Struktur und Verlässlichkeit zurückzugewinnen. „Das sollte allerdings auch nicht von heute auf morgen, sondern mit Vorlauf geschehen, damit sich alle darauf einstellen können.“

In Nordrhein-Westfalen ist es beschlossene Sache: Die Weihnachtsferien werden wegen der Corona-Pandemie vorgezogen. Für Baden-Württemberg hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Schulen aufgerufen, ebenso zu verfahren, sich aber vor Ort abzustimmen. Die Begeisterung der Eltern hält sich allerdings in Grenzen. Wie es die Waiblinger Schulen halten? Dazu gibt es eine Tendenz.

Freitag, 18. Dezember, wäre nach Susanne Eisenmanns Plänen der letzte Schultag. Geplant ist eigentlich

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