Waiblingen

Wegen Corona: Waiblinger Beratungsunternehmen TTG will alleinerziehenden Müttern helfen

ttg team training GmbH
Beraterin Salome Arnold gehört zum Waiblinger Team. © Benjamin Büttner

„Wer waren die Leidtragenden die letzten Jahre? Die Mütter“, sagt Cornelius Ambros. Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens TTG Team Training aus Tübingen, das auch in Waiblingen vertreten ist. Viele Mütter stehen im Leben manchmal vor Hürden. Die Corona-Pandemie lässt diese Hürden umso größer erscheinen. Team Training berät Mütter. Eine davon ist Melanie Härther aus Fellbach.

Problem für Alleinerziehende: Arbeitszeiten passen nicht

Melanie Härther ist alleinerziehende Mutter. Sie hat eine sechs Jahre alte Tochter. Und sie sucht eine Arbeit, die sich mit ihrer Mutterrolle vereinbaren lässt. Neun Monate lang wurde sie von den Mitarbeitern von Team Training in Waiblingen betreut und begleitet. Sie fing mit dem Projekt „Netzwerk-Coaching“ an, das ihr vom Jobcenter empfohlen wurde. Für ihre Situation habe sie sich nicht geschämt, sondern empfand eher Erleichterung, weil sie nun nicht mehr allein war. „Es ist toll, dass man hier ernsthaft, aufrichtig und herzlich aufgenommen wird. Ich habe mich wirklich aufgehoben gefühlt“, sagt Melanie Härther. Beraterin Salome Arnold sagt: Hier sei Frauenpower angesagt. „Acht Frauen sind im Team für Frauen.“

Die Beraterinnen halfen Melanie Härther, Bewerbungen zu schreiben. Sie prüften mit ihr, welche Tätigkeit zu ihren Bedürfnissen passt. Schulungen wurden organisiert. „Ich habe hier die nötige Unterstützung bekommen“, sagt Melanie Härther.

Arbeitszeiten werden zur Herausforderung

Ihr Ziel sei es, eine Arbeit zu finden, die ihr Spaß mache und die sich damit vereinbaren lässt, für ihre sechsjährige Tochter da zu sein. Dabei stellen sich die Arbeitszeiten als größte Herausforderung heraus. Melanie Härther wurden Stellen angeboten, wo sie um 7 Uhr morgens zur Arbeit hätte antreten müssen. „Es ist schwer, wenn dann die Kita erst um 7 Uhr aufmacht“, sagt Melanie Härther.

Bisher werde sie tatkräftig von ihrer Mutter unterstützt, aber zukünftig wolle sie es allein schaffen, damit sie ihre Mutter etwas entlasten könne und nicht immer auf Hilfe angewiesen sei.

Weniger Kinderbetreuung während Lockdown

Während der Corona-Pandemie sei für alleinerziehende Mütter besonders problematisch gewesen, dass Kitas und Schulen immer wieder zu waren. „Wenn es Einschränkungen in der Kinderbetreuung gibt, dann müssen die Eltern einspringen“, sagt Cornelius Ambros. „Diese Situation für einen allein ist dann fast nicht mehr tragbar.“

Man könne es sich wie ein instabiles Kartenhaus vorstellen: Wenn eine Komponente, zum Beispiel die elterliche Unterstützung, wegfällt, dann bricht die ganze Konstruktion zusammen, die so oder so schon schwach gewesen sei. „Das sind Systeme, die gerade noch so funktioniert haben“, sagt Cornelius Ambros. Mit Corona ging es dann oft nicht mehr.

Für Mütter kostenlos

Das neue Projekt „Zusammenarbeit“ von TTG richtet sich an alle Mütter und kann bis zum Ende des Jahres 2022 kostenlos in Anspruch genommen werden. Finanziert wird es durch die Initiative REACT-EU der Europäischen Union, die helfen soll, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. In diesem Projekt geht es um Themen wie Home-Schooling, Ernährung, Bewerbungen und Beantragung von Unterstützung.

„Es ist ein sehr vielseitiges Programm, und der Einstieg ist immer möglich“, sagt Salome Arnold, eine Mitarbeiterin des Teams in Waiblingen. Bei dem anderen Projekt ist das Hauptkriterium, dass die Mütter alleinerziehend sein müssen. Im neuen Projekt sind nun alle Mütter willkommen, die während der Corona-Pandemie Rückschläge hinnehmen mussten. Die Ziele beider Projekte seien dabei gleich, die Herangehensweise jedoch unterschiedlich. Im „Netzwerk-Coaching“ seien viele Gruppenangebote dabei, das Projekt „Zusammenarbeit“ sei individuell auf einzelne Mütter abstimmbar.

Die TTG-Beraterinnen wollen eine Stabilisierung der Lebenssituation ermöglichen. Dazu gehörten zum Beispiel die Wohnsituation, finanzielle Aspekte und auch das Selbstvertrauen. „Die Rahmenbedingungen müssen geklärt sein“, sagt Salome Arnold. Für die Inanspruchnahme der Hilfe müsse eine Mutter nicht unbedingt alleinerziehend sein. „Auch in Partnerschaften nehmen sich Frauen beruflich zurück“, so Cornelius Ambros. 

„Wer waren die Leidtragenden die letzten Jahre? Die Mütter“, sagt Cornelius Ambros. Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens TTG Team Training aus Tübingen, das auch in Waiblingen vertreten ist. Viele Mütter stehen im Leben manchmal vor Hürden. Die Corona-Pandemie lässt diese Hürden umso größer erscheinen. Team Training berät Mütter. Eine davon ist Melanie Härther aus Fellbach.

Problem für Alleinerziehende: Arbeitszeiten passen nicht

Melanie Härther ist

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper