Waiblingen

Weihnachten unter Corona-Bedingungen: So feiert die evangelische Kirche an Heiligabend

weihnachtkrippe
Weihnachtskrippe in der Michaelskirche. © Dekanat

Die Zeit der Corona-Pandemie ist eine Zeit der Unsicherheit und Unberechenbarkeit – eines aber darf als sicher gelten: Es wird Weihnachten werden. Wie soll es gefeiert werden? Gottesdienste unter Corona-Auflagen sind viele Christen seit dem Frühjahr gewohnt, doch an keinem anderen Tag des Jahres strömen sonst so viele Menschen in die Gottesdienste wie an Heiligabend. Im Ausnahmezustand veranstalten die Kirchen Gottesdienste mit Anmeldung und halten viele Alternativangebote für draußen, in Kleingruppen oder digital für zu Hause bereit. Generell ist in den Gemeinden viel Kreatives und Neues entstanden.

Sind Präsenzgottesdienste in dieser schweren Phase der Krise überhaupt angebracht? Aus Sicht von Dekan Timmo Hertneck ist die Frage mit einem klaren Ja zu beantworten: Im ersten Lockdown wurde es als Akt der Nächstenliebe und Gebot Gottes empfunden, die öffentlichen Gottesdienste auszusetzen. Niemand sollte gesundheitlich gefährdet werden. Die Situation habe sich geändert: „Mittlerweile haben wir genug Kenntnis über die Übertragung des Virus, dass wir verantwortlich Gottesdienst öffentlich feiern.“ Seiner Kenntnis nach kam es zu keinen Übertragungen des Virus in evangelischen oder katholischen Gottesdiensten – anders als bei Freikirchen. In der Michaelskirche wird die Teilnehmerzahl auf 90 beschränkt, obwohl 120 zulässig wären. Zwei Meter Abstand werden gehalten. Es gilt Maskenpflicht, gesungen wird nicht.

Die Sache mit der Inzidenz

Gottesdienste seien eine elementare religiöse Daseinsäußerung, in ihnen werde Gott gegenwärtig und erlebbar. Christen bräuchten sie, auf dass Freude, Hoffnung, Glaube, Liebe, Friede wachsen könnten, indem sie mit anderen geteilt würden. Hier sei Gott gegenwärtig und erlebbar. Feiernd richteten sie sich gegen die „Gereiztheit im zweiten Lockdown“, gegen Erschöpfung und Angst, gegen Einsamkeit und Hoffnungsarmut. Kurz: „Wir brauchen sie für unser Wohlergehen, für unsere Seele, unsere Gemeinschaft.“ Sollte der Sieben-Tages-Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen unerwartet rasant über 300 steigen, müssten trotzdem alle Präsenz-Gottesdienste abgesagt werden. Notfalls müsste eine Entscheidung kurzfristig an Heiligabend getroffen werden.

Gottesdienste dürfen (Stand 21. Dezember) stattfinden – als Kulturträgerin freilich steht die Kirche still. Keine Hauskreise, keine Jungscharen, keine Chorproben – und Kirchenkonzerte maximal im Livestream. Die Kirche sei insofern hart vom Lockdown getroffen. Ihren diakonischen Aufgaben komme die Kirche gleichwohl nach, betont der Dekan.

Welche evangelischen Gottesdienste gibt es in Waiblingen?

In der Michaelskirche wird zu sechs verschiedenen Zeiten zu einem halbstündigen Weihnachtsgottesdienst eingeladen: um 12, 14, 15.30, 17, 21 und 22 Uhr. Die Gottesdienste werden von Pfarrerin Antje Fetzer und Pfarrer Matthias Wagner mit Team gestaltet, musikalische Beiträge in kleiner Formation - jeweils fünf Musizierende - bieten die Michaelskantorei unter Leitung von Immanuel Rößler, der Chor der Eltern und Freunde des Salier-Gymnasiums unter Leitung von Aja Schwoerer und der CVJM-Posaunenchor unter Leitung von Andreas Richter. Jeweils 90 Personen können teilnehmen. Anmeldung ist erforderlich beim Gemeindebüro, entweder per Mail: gemeindebuero.waiblingen@elkw.de (nur gültig mit Bestätigung). Anmeldeschluss ist am 23. Dezember, 11.30 Uhr.

In Johannes unter dem Kreuz werden drei Gottesdienste mit Pfarrerin Veronika Bohnet gefeiert. Um 15, 16 und 17 Uhr können jeweils 50 Personen teilnehmen. Anmeldung ist erforderlich, eine Liste liegt im Foyer des Ökumenischen Hauses der Begegnung aus. Man kann sich auch telefonisch unter 0 71 51/27 99 14 beim Pfarramt Korber Höhe anmelden.

Welche Alternativangebote wurden entwickelt?

„Wanted, neuer König gesucht!“ - Als FBI-Agenten ermitteln die Mitspieler in einem spannenden Fall: Ein neugeborener König ist in Gefahr und muss schnell gefunden werden. Mit der „Actionbound“-APP wird Weihnachten als Stationenlauf neu erlebbar. Zielgruppe sind Familien mit Kindern im Grundschulalter. Wer mitmachen will, lädt sich die APP herunter und startet mit dem QR-Code an der Kirche „Johannes unter dem Kreuz“ auf der Korber Höhe (QR-Code-Scanner ist in der APP enthalten). Start ist von 14.30 bis 17 Uhr möglich, der Bound dauert 60 Minuten. Teilnehmen kann eine unbegrenzte Anzahl, Ansprechpartnerin ist Jugendreferentin Katharina Ebinger, Telefon 01 73/9 00 60 35.

Das Krippenspiel mit Kindern findet von 16 bis 16.30 Uhr auf dem Gelände der Jugendfarm (Finkenberg) statt. Die Geschichte wird an unterschiedlichen Orten gespielt. Die Familien können sich auf der Wiese verteilen. Aufgeführt wird das Spiel von Diakon Eugen Haag und Team. Anmeldung über das Pfarramt von St. Antonius ist erforderlich: Telefon 0 71 51/95 95 90.

Kinderkirch-Video: Wer sich lieber gar nicht aus dem Haus bewegen möchte, ist hier genau richtig. Das Kinderkirch-Team der Michaelskirche hat eine Weihnachtsüberraschung auf dem Youtube-Kanal des Kirchenbezirks Waiblingen vorbereitet, dieser ist ab 24. Dezember online.

Weihnachten am Stall: Mit dem Singspiel „Stern über Bethlehem“ des Kinderchors feiert die Jugendkirche mit ihren Gästen draußen auf der Wiese vor dem Kindergarten Schatztruhe in der Talstraße 11 Weihnachten. Es wartet der Stall von Bethlehem. Auf der Wiese und dem erhöhten Weg gibt es viele Plätze für die ganze Familie. Anmeldung über Jugendreferent Daniel Paul ist erforderlich: Telefon 0 71 41/9 86 28 54; daniel.paul@ejw-waiblingen.de.

„Jung und Alt weihnachtlich unterwegs in Waiblingen-Süd“: In drei Stationen geht es mit Pfarrer Michael Oswald und Team von einem Schattenspiel über Weihnachtsmusik hin zur Martin-Luther-Kirche, wo der Weg mit der Weihnachtsgeschichte besinnlich endet. Eingeladen sind jeweils 40 Personen, und zwar zu folgenden Uhrzeiten: 15, 15.30, 16 und 16.30 Uhr. Anmeldung über das Pfarrbüro Martin Luther ist erforderlich: Dienstag, 22. Dezember, von 9 bis 16 Uhr, Telefon 0 71 51/5 89 07.

Licht von Bethlehem: Das Friedenslicht, das in jedem Jahr die Pfadfinder/-innen aus der Geburtskirche Jesu in Bethlehem in die ganze Welt tragen, kann von 15 bis 18 Uhr vor dem Jakob-Andreä-Haus (Alte Rommelshauser Straße 22) und vor dem Andreäsaal (Andreästraße 14) abgeholt und mit nach Hause genommen werden. Das Angebot ist zeitlich unabhängig. Einzelne und kleine Gruppen sind eingeladen, sich ihr Friedenslicht abzuholen.

Weihnachtsweg: Weihnachten im eigenen Tempo begehen. Über vier Stationen führt der Weg vom Licht (Jakob-Andreä-Haus und Andreäsaal) über die Hirten (St.-Antonius-Saal) und die Engel (Hochwachtturm) bis zum Stall am Nonnenkirchlein (bei der Michaelskirche). Eingeladen sind Einzelne und kleine Gruppen um 15 und 18 Uhr, den Weg zu erkunden. Anmeldung ist nicht erforderlich, bei Fragen kann man sich ans Dekanat, Telefon 0 71 51/56 36 32, wenden.

Gibt es Anleitungen für die, die doch lieber zu Hause bleiben?

Für die eigene Feier im Wohnzimmer gibt es auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde eine sehr schöne Vorlage mit Gebeten, Liedern und Weihnachtsgeschichte: „Weihnachten zu Hause feiern“ unter www.evangelisch-in-waiblingen.de . Wer lieber ein Heft in der Hand hält: in den evangelischen Kirchen liegen viele Exemplare für Interessierte aus.

Der Gottesdienst aus der Michaelskirche um 14 Uhr wird im Livestream übertragen. Sie finden ihn auf dem Youtube-Kanal des Kirchenbezirks Waiblingen.

Was passiert in den Ortschaften?

Die evangelische Kirchengemeinde Hegnach feiert den Heiligen Abend um 15.30 und 17 Uhr unter freiem Himmel im Hartwald mit rund 2000 Quadratmeter Fläche und dem Partner Gierss-Veranstaltungstechnik. In Bittenfeld beginnt am 23. Dezember um 17.30 Uhr der Waldweihnachtsgottesdienst mit dem Musikverein im Arboretum am Bruckensteig. In Hohenacker wird um 16.15 Uhr und um 17 Uhr Weihnachten am Christbaum in der Ortsmitte mit Pfarrer Frank, Werner Kunz und Bläsern gefeiert. Um möglichst vielen Familien zu ermöglichen, am 24. Dezember einen Familiengottesdienst zu feiern, hat die Kinderkirche Beinstein mit 24 Kindern ein Weihnachtsspielvideo produziert. Die Gemeinde Neustadt hat entschieden, die Präsenzgottesdienste abzusagen. Lediglich die „Lichtleskirche“ am Heiligen Abend um 16 Uhr findet auf der Wiese vor dem Paul-Gerhardt-Haus statt.

Die Zeit der Corona-Pandemie ist eine Zeit der Unsicherheit und Unberechenbarkeit – eines aber darf als sicher gelten: Es wird Weihnachten werden. Wie soll es gefeiert werden? Gottesdienste unter Corona-Auflagen sind viele Christen seit dem Frühjahr gewohnt, doch an keinem anderen Tag des Jahres strömen sonst so viele Menschen in die Gottesdienste wie an Heiligabend. Im Ausnahmezustand veranstalten die Kirchen Gottesdienste mit Anmeldung und halten viele Alternativangebote für draußen, in

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