Waiblingen

Wein und mehr: Jochen Beurer wagt einen Neustart mit dem Rosenladen - und zwar jetzt im Teil-Lockdown

Wein und geschenke
Der Stettener Wengerter Jochen Beurer im Rosenladen. © Benjamin Büttner

Im Laufe dieses Corona-Herbstes ist es stiller geworden in der Weinbar im ehemaligen Rosenladen. Seit Anfang November läuft infolge des Teil-Lockdowns gar nichts mehr – bis jetzt. Am Samstag eröffnet das Stettener Weingut Beurer seine Außenstelle in der Langen Straße wieder. Nicht dass die Gastronomie plötzlich Gäste empfangen dürfte. Möglich wird die Rückkehr mit einem neuen Konzept, das auf lange Sicht sogar zu deutlich verlängerten Öffnungszeiten führen könnte.

Ein Leerstand war eigentlich zu befürchten, als Elke Bachorz vor zwei Jahren ihren Rosenladen am Lindenplatz aufgeben musste. Durch die Idee einer „Pop-up Weinbar“ wurde die Gefahr einer Lücke hier an einer der schönsten Ecken Waiblingens zwischen Villinger-Zeller, Holzforum, Kuppinger, Reichle Mode und Gabriele Pfanders „Dogs“ gebannt. Für drei Monate, so der ursprüngliche Plan, sollten wechselnde Weingüter gemeinsam mit der Familie Beurer freitagabends und zur Marktzeit am Samstag in schlicht-schönem Ambiente ihre besten Tröpfchen ausschenken. Die Idee kam so gut an, dass es nicht bei den drei Monaten blieb. Aus dem temporären „Pop-up“ wurde dauerhaft „Wein im Rosenladen“.

Der Sohn geht zum Studium

Jetzt befindet sich die Gastronomie im Lockdown. Noch dazu zieht es den 21-jährigen Wengertersohn Adrian Beurer, der für die Weinbar stand, weiter. Nach einem Jahr im elterlichen Betrieb setzt er seine Lehre beim Weingut Dr. Bürklin-Wolf in der Pfalz fort und hat nach Angaben des Vaters vor, an der Hochschule in Geisenheim zu studieren – ganz offensichtlich hat er in Sachen Weinbau Feuer gefangen. Das neue Gesicht im „Wein und mehr im Rosenladen“ wird die Sommelière Melanie Weber von der Genuss-Manufaktur Jörg Geiger in Schlat bei Göppingen sein.

Im Mittelpunkt steht also weiter der Wein – coronabedingt aber ohne Ausschank. Die Weine kommen wie bisher vom Weingut Beurer und von befreundeten Gütern wie dem Weingut Sonnenhof oder von Jochen Beurers Partnern in der Gruppe Junges Schwaben. Das „Mehr“ zum Wein befindet sich noch im Aufbau und ist, so viel lässt sich sagen, überwiegend kulinarischer Natur. So stehen in den Regalen schon Sauerbraten, Gulasch und Bolognese in Einweckgläsern vom Biometzger Munz in Rudersberg. Auch Produkte der Waiblinger Metzgerei Weißschuh sollen kommen. Cider und Alkoholfreies von der besagten Genuss-Manufaktur Jörg Geiger gehören zum Sortiment, demnächst wohl auch noch Gewürze in Feinkost-Qualität. Jochen Beurer baut auf das „Genuss-Netzwerk“ der Sommelière Melanie Weber. Jenseits der Kulinarik stehen Bilder der Künstlerin Annette Schock zum Verkauf, der Schwester des Wengerters.

Längere Öffnungszeiten von Januar an?

Die Inhaber der umliegenden Geschäfte, sagt Jochen Beurer, freuen sich, dass es bei der Daueranmietung und qualitativen Nutzung des Rosenladens bleibt. Los geht’s am Samstag von 10 bis 15 Uhr. Mittelfristig hoffen Jochen Beurer und Melanie Weber, den Wein-, Feinkost- und Geschenke-Laden nicht nur sporadisch zu öffnen. Von Januar an könnte er von Mittwoch bis Samstag aufmachen. Wenn es Corona irgendwann wieder zulässt, auch wieder mit Ausschank. Der Lindenplatz habe sich als idealer Treffpunkt erwiesen für Leute, die in der Stadt zum Einkaufen sind und auf ein Gläschen einkehren wollen. Vorläufig gilt für den Innenraum die Zehn-Quadratmeter-Regel. Dennoch – oder gerade deswegen – hofft der Stettener auf eine relativ hohe Frequenz und auf Kunden auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken.

Im Laufe dieses Corona-Herbstes ist es stiller geworden in der Weinbar im ehemaligen Rosenladen. Seit Anfang November läuft infolge des Teil-Lockdowns gar nichts mehr – bis jetzt. Am Samstag eröffnet das Stettener Weingut Beurer seine Außenstelle in der Langen Straße wieder. Nicht dass die Gastronomie plötzlich Gäste empfangen dürfte. Möglich wird die Rückkehr mit einem neuen Konzept, das auf lange Sicht sogar zu deutlich verlängerten Öffnungszeiten führen könnte.

Ein Leerstand war

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