Waiblingen

Weinherbst 2015: Beste Qualität bei geringerer Erntemenge

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Die Weinlese 2015 brachte zwar etwas weniger Etrag, aber dafür überaus hochwertige Qualität. Hier im Bild ernten fleißige Helfer Riesling-Trauben. © Joscha Klüppel (Online Praktikant)

Stuttgart/Waiblingen: 2015 war zwar nicht das ertragreichste Weinjahr für baden-württembergische Winzer, aber die Qualität der Ernte dient als Basis für herausragende Weine. Auch in der Region Remstal-Stuttgart liegt die Weinmosternte mit 152 400 Hektoliter rund acht Prozent unter dem Sechsjahresdurchschnitt. Das meldete am Donnerstag das Statistische Landesamt.

Insgesamt beläuft sich die für den Verkauf bestimmte Menge aus der baden‑württembergischen Weinmosternte im Jahr 2015 auf 2,24 Millionen Hektoliter. Davon entfallen 956 000 Hektoliter auf Weißmost und 1,28 Millionen Hektoliter auf Rotmost. Wie das Statistische Landesamt aufgrund der Angaben zur gemeinschaftlichen Weinbaukartei weiter feststellt, entspricht diese Menge nicht ganz dem Zehnjahresdurchschnitt 2005/2014 (2,32 Millionen Hektoliter).

Unterschiede beim Ernteertrag bei Regionen und Rebsorten

Während die Region Remstal-Stuttgart rund acht Prozent unter den langjährigen Durchschnittsernten liegt, konnte das Weinbaugebiet Badische Bergstraße den Ertrag sogar um 12,6 Prozent übertreffen. Und in den Bereichen Kocher-Jagst-Tauber und Tuniberg fielen die Einbußen mit -13,8 und -18,0 Prozent als Folge der langanhaltenden Trockenheit noch höher aus.

Auch bei den einzelnen Rebsorten bestehen ausgeprägte Ertragsunterschiede. Hier spielt neben den Etragsverhältnissen auch die Rebflächenentwicklung eine entscheidende Rolle.  In Württemberg wurde mit 829 000 Hektoliter nur geringfügig weniger an Rotmosten als im Mittel der Jahre 2005/2014 eingebracht. Bei den Weißmosten im württembergischen Anbaugebiet wurden die langjährigen Durchschnittsernten mit 0,8 Prozent sogar leicht übertroffen, wenngleich die Hauptsorte Riesling (154 300 Hektoliter) Einbußen um 5,1 Prozent verzeichnete.

Beste Traubenqualität als Basis für herausragende Weine

Die erzielten Ausgangsmostgewichte in Württemberg lassen auf viele Qualitätsweine schließen. Rund 95,5 Prozent der Weinmostmenge könnten nach den gesetzlichen Regelungen als Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese, Auslese und dergleichen) ausgebaut und vermarktet werden. Die übrigen Erntemengen immer noch als Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.)

Die Weißweinsorten erreichten Durchschnittsmostgewichte von 89° Oechsle, die Rotgewächse von 86° Oechsle. Zum Vergleich: Das Zehnjahresmittel liegt bei 83° beziehungsweise 80° Oechsle. Im Anbaugebiet Remstal-Stuttgart liegt der Durchschnittswert 2015 bei 86°. Im Jahr zuvor wurden nur 75° Oechsle erreicht.

Angesichts des zugleich gesunden Lesegutes und der stark angereicherten Inhaltsstoffe als Folge des gebietsweise geringeren Beerenwachstums haben die Kellermeister damit eine solide Basis, um daraus herausragende Erzeugnisse für Weinliebhaber und Viertelesschlotzer zu kreieren.