Waiblingen

Weinstadt braucht mehr Kita-Plätze

Kinder Kindergarten Spielen Symbol Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay/Design_Miss_C

Weinstadt. Der Bedarf der Eltern steigt: Im Schnitt warten in Weinstadt in diesem Kindergartenjahr 35 bis 45 Kinder auf einen Kita-Platz. Vor allem Zeiten für die Kinderbetreuung von sieben bis zehn Stunden werden immer stärker nachgefragt. Die Stadt will deshalb nicht nur weitere Kitas errichten, sondern auch bestehende Einrichtungen ausbauen.

Viele Jahre lang standen in jedem Herbst 15 bis 25 Kinder auf der Weinstädter Warteliste für einen Kindergartenplatz – und die konnten nach Angaben der Stadt nach und nach auf die Kitas verteilt werden. Im aktuellen Kindergartenjahr ist die Zahl auf 35 bis 45 gestiegen, allerdings ohne dass sie im Winter abgesunken wäre. In naher Zukunft wird sich die Lage noch verschärfen – und zwar vor allem durch das geplante Wohngebiet Halde V in Endersbach, in dem 450 bis 500 Menschen leben sollen.

Die Stadt ist indes nicht untätig: Fest steht bereits, dass das neue Kinderhaus Irisweg im Kindergartenjahr 2020/2021 eröffnet werden soll. Ursprünglich sollte es nur vier Gruppen haben, mittlerweile wird mit fünf geplant. Dazu will die Verwaltung prüfen, den Kindergarten Trappeler von einem zwei- in ein viergruppiges Haus umzuwandeln und das Kinderhaus Steinäcker von einem drei- in ein fünfgruppiges. Das reicht natürlich nicht, um den wachsenden Bedarf in Weinstadt zu decken – und darum soll jetzt auch in Beutelsbach und Schnait der Neubau einer Kita geprüft werden.

Kitabau an der Grundschule Beutelsbach: Sorge um Verkehrslage

Die Stadtverwaltung favorisiert die Standorte der Grundschulen in Beutelsbach und Schnait. Im Zuge der bereits jetzt geplanten Sanierung der Grundschule Beutelsbach soll auch die Unterbringung einer Kita geprüft werden. Klar ist, dass dieser Neubau nicht schnell erfolgen kann. Im Sozial- und Kulturausschuss regte sich indes Unmut über den Standort bei der Beutelsbacher Grundschule. Freie-Wähler-Fraktionschefin Isolde Schurrer beklagte, dass hier wegen der Sozial- und Diakoniestation bereits jetzt ein Verkehrschaos herrschen würde. Die Lage würde sich ihrer Ansicht nach durch eine Kita verschärfen. „Dann hätten wir das Chaos perfekt.“

Mit Blick auf die Kosten durch die geplanten Neubauten und Aufstockungen regte Stadtrat Rolf Weller (Freie Wähler) an, einen neuen Waldkindergarten einzurichten. Oberbürgermeister Michael Scharmann betonte, dass dies zwar wirtschaftlich günstig sei, aber eben am Bedarf der Eltern vorbeigehe. „Dort gibt es eben keine Wartelisten.“ Gerhard Friedel, stellvertretender Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales, ergänzte, dass die Plätze im bestehenden Waldkindergarten gerade so gefüllt werden konnten – und dass der Aufwand zur Genehmigung von naturnahen Kindergärten hoch sei. Waldkindergärten seien darüber hinaus auf eine Betreuungszeit von fünf bis sechs Stunden ausgelegt. Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder dagegen mindestens sieben Stunden und länger betreuen lassen.

Auch die bestehende Schließzeitenbetreuung soll geändert werden

CDU-Stadtrat Ernst Häcker schlug vor, angesichts der drohenden Mehrkosten für die Stadt bei den Kita-Gebäuden zu sparen und Container aufzustellen. „Müssen wir immer de luxe machen mit Millionenbeträgen?“ Ulrich Spangenberg, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales, entgegnete, dass es im jetzigen Stadium noch nicht um konkrete Bauvorhaben gehe. „Sie beschließen heute Planungsaufträge.“ Geändert werden soll auch die bestehende Schließzeitenbetreuung.

Bislang bietet die Stadt während der Schulsommerferien eine Notfallbetreuung für Kinder an, deren Eltern aus betrieblichen Gründen keinen Urlaub erhalten und keine anderweitigen privaten Betreuungsmöglichkeiten haben. Das Angebot gibt es im jährlichen Wechsel im Kinderhaus Benzach oder im Kinderhaus Halde IV in Endersbach. Nun häufen sich nach Angaben der Verwaltung aber jene Elternstimmen, denen das jetzige Modell nicht weit genug geht.

In der Praxis läuft es nämlich in vielen Familien darauf hinaus, dass beide Elternteile versetzt Urlaub nehmen müssen. Gerhard Friedel versprach deshalb, für die Zeit von den Sommerferien 2020 an eine Neuregelung zu finden.


Christlicher Verein eröffnet im Juni eine Kita

Der 2006 gegründete Verein Christliche Bildung, Betreuung und Erziehung (CBBE) will laut der Stadtverwaltung von Anfang Juni an eine Kita eröffnen. „Ich gehe fest davon aus“, sagte Gerhard Friedel, stellvertretender Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales, in der jüngsten Sitzung des Weinstädter Sozial- und Kulturausschusses.

Der christliche Verein betreibt in Benzach bereits eine Grundschule, eine Realschule und einen Hort. Dazu kommt nun die Clemens-Kita: Sie soll aus einer Krippengruppe und zwei Kindergartengruppen bestehen.

In der Krippe wird eine Betreuungszeit von mindestens sieben bis acht Stunden täglich angeboten, im Kindergarten wird es eine Gruppe mit bis zu sieben Stunden Betreuungszeit und eine Gruppe mit acht bis zehn Stunden Betreuungszeit geben. Die insgesamt 55 Plätze werden in die Bedarfsplanung der Stadt aufgenommen, wodurch der Verein bezuschusst wird.