Waiblingen

Weniger Lebensmittel wegwerfen

Jogurt_0
Bei Joghurt, der sein Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten hat, droht bei gutem Geruch und gutem Aussehen keinerlei Gefahr. © Ramona Adolf

Waiblingen. Unendlich viele Lebensmittel landen im Müll statt im Bauch. Und das, obwohl sie problemlos hätten gegessen werden können. Dabei muss, wer das nicht mehr hinnehmen und gegen die Verschwendung vorgehen will, gar nicht zaubern können. Ein paar ganz einfache Maßnahmen machen Sie restlos glücklich.

1. Erkennen Sie den Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum

Es gibt tatsächlich Lebensmittel, die nur ganz frisch verspeist werden sollen. Hackfleisch gehört dazu oder Geflügel oder frischer Fisch. Auf den Etiketten dieser Produkte steht dann zum Beispiel: Bei maximal +2°C zu verbrauchen bis ... Man tut gut daran, sich über dieses Verbrauchsdatum nicht hinwegzusetzen, sonst drohen gesundheitliche Gefahren. Auf den allermeisten Lebensmitteln steht aber ein Mindesthaltbarkeitsdatum: „mindestens haltbar bis ...“ Bis Ablauf dieses Termins garantiert der Hersteller, dass die Ware einwandfrei ist. Ist das Datum rum, heißt das aber nicht, dass die Lebensmittel nicht mehr gegessen werden können.

2. Vertrauen Sie Ihren Sinnen

Der Joghurt ist schon zwei Wochen übers Mindesthaltbarkeitsdatum? Die Dose Tomaten sogar schon sieben Monate? Und die Nudeln erst! Stop! Die Sachen gehören nicht automatisch in die Tonne. Gucken Sie sich den Joghurt an: Wölbt sich der Deckel schon, weil sich Gärgase gebildet haben? Schimmelt er? Riecht oder schmeckt er schlecht? Alles nein? Dann darf er bedenkenlos gegessen werden. Nudeln sind, wenn sie nicht feucht werden oder die Motten kriegen, eigentlich ewig haltbar, genauso wie Reis. Und auch Konservendosen heißen so, weil sie die Lebensmittel sehr lang konservieren. Vertrauen Sie auf ihre fünf Sinne.

3. Kaufen Sie nicht zu viel

Auch wenn das Sonderangebot unschlagbar günstig ist – wenn das Essen dann im Mülleimer landet, war am Ende gar nichts gespart. Wer ein Organisationstalent ist, macht sich am Anfang der Woche einen Plan, was es zu essen geben soll und kauft nur die benötigten Dinge ein.

4. Bewahren Sie die Lebensmittel richtig auf

Die Art der Lagerung hat großen Einfluss auf die Haltbarkeit. Tomaten und Zitrusfrüchte oder auch Bananen mögen keine Kälte, Wurst und Fleisch brauchen es kalt. Deshalb gibt es im Kühlschrank verschiedene Klima-Zonen. Aber man kann noch weitergehen: Butter und fettreicher Frischkäse können sogar eingefroren werden. Vor dem Verzehr sollte dann alles im Kühlschrank langsam auftauen. Und Blattgrün sieht am Gemüse zwar äußerst dekorativ aus, doch es entzieht der Knolle das Wasser. Wer also keine schlappen Karotten, Radieschen oder Kohlrabi mag, sollte die Blätter wegmachen.

5. Seien Sie kreativ

Blöderweise ist der Reis ausgegangen aber der Couscous von vorgestern übrig? Da muss keiner zum Einkaufen rennen. Denn bei ganz vielen Rezepten können Zutaten durch andere ersetzt werden, ganz egal ob es um die Sattmacher wie Kartoffel, Nudel, Reis, Couscous oder Polenta geht, oder um unterschiedliche Gemüse oder um Wurst und Fleisch. Und auch Milchprodukte können ausgetauscht werden: Soll in einen Auflauf eigentlich Creme fraiche, kann stattdessen auch der Rest vom Frischkäse rein.

6. Denken Sie voraus

Durchschnittlich zwölf Kilo Brot wirft jeder einzelne von uns jedes Jahr in den Müll. Damit Brot nicht so schnell altbacken wird, sollte es trocken, luftig und kühl, nämlich bei rund 12 bis 18 Grad aufbewahrt werden. Im Kühlschrank wird das Brot sehr schnell trocken, deshalb soll es dort nur hin, wenn es heiß und schwül ist und Schimmel droht. Wer Brot auftoastet und es davor sogar noch mit Feuchtigkeit benetzt, kann Altbackenes nochmal frisch machen. Wenn wirklich keiner mehr Lust auf die Reste hat: In Würfel oder Scheiben schneiden und vollends eintrocknen lassen. Croutons auf dem Salat schmecken lecker. Und es gibt wunderbare Rezepte, in denen altes Brot gebraucht wird – herzhaft und süß. Oder gleich Semmelbrösel draus machen.

7. Etablieren Sie einen Reste-Tag

Einmal in der Woche sollte es einen Tag geben, an dem der Kühlschrank durchforstet wird. Was ist noch übrig, was reicht nicht mehr für ein komplettes Essen, was muss weg? Alle diese Nahrungsmittel können in einen Topf. „Kühlschrank-Eintopf“ nennt sich das. In diesem Eintopf sind verschiedenste Gemüse, Reis, Nudeln, Couscous, Kartoffelschnitze, Wurststückchen und Fleischwürfel beste Nachbarn. Der Eintopf macht satt, glücklich und schont den Geldbeutel.


Noch bis Donnerstag

Die Ausstellung „Restlos gut genießen“ im Landratsamt in Waiblingen kann noch bis Donnerstag, 14. Februar, besucht werden.

Öffnungszeiten sind am Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 8 bis 18 Uhr.

Am Mittwoch ist von 11 bis 14 Uhr eine Ernährungsexpertin anwesend, am Donnerstag von 12 bis 15 Uhr.