Waiblingen

Weniger Wäsche: So trifft die Corona-Krise Waiblinger Reinigungen

Textilreinigungen
Seit Beginn der Pandemie ist der Umsatz in der Textilreinigung von Giusi Muscara um 50 Prozent zurückgegangen. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Corona-Krise legt viele Bereiche des öffentlichen Lebens weitestgehend lahm. Es gibt keine Feiern und Veranstaltungen, und das Home-Office ist für viele der Hauptarbeitsplatz geworden. Schicke Anzüge, Kostüme, Hemden und Cocktailkleider bleiben deshalb in den Kleiderschränken hängen. Was nicht getragen wird, muss auch nicht gereinigt werden – mit verheerenden Folgen für Textilreinigungen. „Das Home-Office macht unsere Branche kaputt“, sagt Giusi Muscara, die die Textilreinigung am Beinsteiner Tor führt.

Seit Beginn der Pandemie ist der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen, erklärt die Geschäftsführerin. Denn Hemden werden seither kaum noch in ihre Reinigung gebracht, Brautkleider schon gar nicht. In den Sommermonaten habe sich die Lage ganz leicht entspannt, mit dem Bekanntwerden des Teil-Lockdowns im November sei die Nachfrage aber wieder auf das Niveau von März und April gesunken. Zwei geringfügig Beschäftigte musste sie deshalb bereits entlassen. Muscara beschäftigt inzwischen nur noch eine Aushilfe für einen halben Tag die Woche, ansonsten steht ausschließlich sie selbst an den Maschinen und hinter der Kasse.

Es geht ums Überleben des Betriebs

Gelegentlich hilft ihr Ehemann aus. Ohne den hätte sie die Reinigung ohnehin längst schließen müssen: „Vom Umsatz kann ich die Unkosten decken, es bleibt aber nichts für meinen Lebensunterhalt übrig.“ Erschwerend hinzu kommt, dass ihre betrieblichen Fixkosten relativ hoch sind. „Weil ich die Reinigung erst vor vier Jahren eröffnet habe, zahle ich die damals neu angeschafften Maschinen zum Teil noch ab.“

Die Corona-Soforthilfe habe geholfen, könne aber auch nicht verhindern, dass sie auf ihre Rücklagen zurückgreifen muss. „Es geht mir nicht um ein hohes Einkommen, sondern ums Überleben“, sagt Muscara. Ein paar Monate könne sie noch durchhalten, dann seien aber alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Nicht nur Privatleute bringen weniger Sachen in die Reinigung. Auch Restaurants und Hotels lassen professionell waschen. Wer keine Gäste beherbergt, braucht allerdings auch keine frischen Laken oder Handtücher: „Unsere Aufträge für Hotels sind um 80 Prozent zurückgegangen“, sagt Wolfgang Bidlingmeyer, Geschäftsführer der Waiblinger Wäscherei Osswald. Damit sei man wieder auf dem Niveau des ersten Lockdowns im März, nachdem sich die Auftragslage im Laufe des Sommers sukzessive entspannt hatte und sich im September sogar fast wieder normalisiert hatte. „Eigentlich wollten wir im November die Kurzarbeit beenden“, sagt Bidlingmeyer. Doch schon als die Beherbergungsverbote angekündigt worden seien, habe sich die Lage wieder rasant verschlechtert, die Kurzarbeit wurde wieder ausgeweitet.

Die wichtigsten Kunden haben zurzeit kaum Wäsche

Hotels sind die wichtigsten Kunden der Wäscherei Osswald, machen normalerweise 60 bis 70 Prozent des Umsatzes aus. Auch wenn die restlichen 30 bis 40 Prozent der Kunden, darunter Kliniken und Pflegeheime, die gleichen Mengen Wäsche hätten wie zuvor, hätte die Wäscherei ohne die Corona-Soforthilfe und das Instrument der Kurzarbeit schließen müssen. Dank der staatlichen Unterstützung kann der Betrieb aufrechterhalten werden, und Wolfgang Bidlingmeyer will sich von der Pandemie nicht unterkriegen lassen: „Es wäre wichtig, nicht nur die schlechten Nachrichten zu hören, sondern auch die guten“, findet der Geschäftsführer. Immerhin sei Deutschland bisher viel besser als viele andere Länder durch die Krise gekommen, und er hoffe nun, dass auch bei dem zweiten Teil-Lockdown die Infektionszahlen rechtzeitig gebremst werden können.

Die Corona-Krise legt viele Bereiche des öffentlichen Lebens weitestgehend lahm. Es gibt keine Feiern und Veranstaltungen, und das Home-Office ist für viele der Hauptarbeitsplatz geworden. Schicke Anzüge, Kostüme, Hemden und Cocktailkleider bleiben deshalb in den Kleiderschränken hängen. Was nicht getragen wird, muss auch nicht gereinigt werden – mit verheerenden Folgen für Textilreinigungen. „Das Home-Office macht unsere Branche kaputt“, sagt Giusi Muscara, die die Textilreinigung am

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