Waiblingen

Wer baut den Biketower?

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So könnte die Radgarage am Bahnhof aussehen: Unser Foto zeigt den Biketower in Offenburg. © Stadt Offenburg

Waiblingen. Bis zur Remstal-Gartenschau soll der Biketower am Bahnhof stehen – das war erklärtes Ziel seiner Befürworter. Ein Jahr vor der Gartenschau haben die Bauarbeiten noch nicht begonnnen. Nach der ersten Ausschreibung fand sich kein Unternehmen, das den Radturm zu den Preisvorstellungen der Stadt bauen möchte. Vor einem Jahr war man öffentlich von Investitionskosten von 512 000 Euro ausgegangen.

Eine knappe Entscheidung des Gemeinderats war das Ja zum Biketower im März 2017 bekanntermaßen. Mit 16 Ja-, 13 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen hatte der Gemeinderat nach einer engagierten Diskussion den 120 Plätze großen Fahrradturm am Ende doch noch beschlossen. Klar war: Die Zeit drängt, damit die Radgarage rechtzeitig zur Gartenschau fertig wird.

Die ersten Angebote lagen deutlich über dem Kostenrahmen der Stadt

Doch noch immer sind keine Bagger in Sicht. Zwischen November 2017 und Januar 2018 war die öffentliche Ausschreibung gelaufen, aber ohne das gewünschte Ergebnis geblieben. „Der erste Vergabeversuch war erfolglos“, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky auf Anfrage. Die Angebote hätten deutlich über dem Kostenrahmen der Stadt gelegen. Daraufhin wurde mit einem Teil der Bieter nachverhandelt, jetzt liegen die neuen Angebote beim Aufsichtsrat der Parkierungsgesellschaft. Zeitnah soll dieser nun entscheiden, ob einer der Bieter den Biketower bauen darf.

Gar nicht ins Konzept der Stadt passten die Pläne der Bahn, den bahneigenen P&R-Parkplatz am Eingang zum Bahnhof wieder in eigene Regie zu übernehmen. Dieser Prozess läuft auch in anderen Kommunen. Damit wolle die Bahn das Parken vereinheitlichen, erklärt ein Bahnsprecher auf Anfrage. Die Parkplätze entlang der Bahnstrecke sollten ähnliche Erscheinungsbilder bekommen und durch digitale Informationen der Nutzer besser ausgelastet werden.

Biketower auf dem Bahnhofsvorplatz

Die Stadt will den Parkplatz vor dem Bahnhof allerdings nur ungern aus der Hand geben. Schließlich seien in Waiblingen einheitliche Strukturen und eine einheitliche Preisgestaltung gewährleistet, wenn die städtische Parkierungsgesellschaft alle P&R-Plätze bewirtschaftet, argumentiert Stadtchef Hesky. Die P&R-Plätze in Waiblingen sollten aufeinander abgestimmt sein, damit auf dem Platz am Inneren Weidach, auf dem bei Lidl und künftig auf weiteren P&R-Plätzen auf dem Hess-Areal unter denselben Konditionen geparkt werden könne. „Es wäre widersinnig, wenn ausgerechnet der P&R-Platz direkt vor dem Bahnhof – der anscheinend attraktivste Platz – aus dieser Struktur herausgebrochen würde und eigene ,Bahn-Konditionen’ hätte“, findet Hesky. Bleibt der P&R-Platz bei der Parkierungsgesellschaft, könne er auch in das Waiblinger Parkleitsystem eingebunden werden. Auch die Umgestaltung des Platzes wäre in den Händen der Stadt möglich, so der Oberbürgermeister weiter: Wie berichtet, sollen im Zuge des Baus der Radgarage Autos, Fußgänger und Busse baulich voneinander getrennt werden.

Unterdessen hat die Bahn angekündigt, dass sie ihre Pläne in Waiblingen aufgibt und den Platz doch bei der Stadt belassen will. Der Grund: Die 110 bahneigenen Parkplätze fallen neben dem P&R-Parkhaus der Stadt und den übrigen städtischen Parkplätzen so wenig ins Gewicht, dass die Übernahme für die Bahn unwirtschaftlich wäre. Unabhängig von diesen Überlegungen bleibt der Bau des Biketowers. Sowohl OB Hesky als auch der Bahnsprecher gehen davon aus, dass die Radgarage auf dem Bahnhofsvorplatz gebaut wird.


Der kleinste Platz

Der P&R-Platz vor dem Bahnhof, den die Bahn-Tochter DB-Park übernehmen will, ist im Eigentum der Bahn und mit 110 Plätzen der kleinste Platz in Waiblingen. Die Waiblinger Parkierungsgesellschaft bewirtschaftet mehr als 600 Plätze.