Waiblingen

Wer holt den Kneipp-Verein Waiblingen aus dem Dornröschenschlaf?

Kneipp Doris Fritz
Wer mag den Waiblinger Kneipp-Verein aus dem Dornröschenschlaf holen? Doris Fritz sucht neue Interessierte. © Benjamin Büttner

Wer holt den Waiblinger Kneipp-Verein aus dem Dornröschenschlaf? Nachdem im Februar 2017 der langjährige Vorsitzende Georg Orlamünder gestorben ist, gibt es in Waiblingen so gut wie niemanden mehr, der den Kneipp-Gedanken weiterträgt. Die Schorndorferin Doris Fritz sucht Interessierte, die sich im Verein engagieren und ihn mit neuem Leben erfüllen wollen.

Nur wenige Schritte von Hallenbad, Talauesee und Alvarium entfernt liegt das Kneipp-Becken in der Talaue. Im Moment kümmert sich die Stadt Waiblingen um die Pflege der Kneippanlage, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilt. Sie habe damit eine Firma beauftragt, die für die Spielplatzreinigung zuständig ist und zum Beispiel auch den Spielplatz „Wikingerschiff“ oder die Fläche bei der Skatebowl reinigt, erklärt Pressesprecherin Birgit David. Dies geschehe einmal in der Woche, meist sei das freitags.

Zurzeit wird das Kneipp-Becken von der Stadt gepflegt

Als der Kneipp-Verein noch existent war, hatten dies Georg Orlamünder und sein Team übernommen. Am Boden setzt sich dort durch das Wasser regelmäßig Schmutz ab, der Untergrund wird rutschig. Das Wasser stammt aus dem Kätzenbach und hat rund zwölf Grad. Bevor das Kneippbecken 2003 gebaut wurde, hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, dass ein Verein die Anlage pflegen sollte. Somit wollte man Kosten einsparen. Bei der Eröffnung des Beckens zählte der Kneipp-Verein um Georg Orlamünder 25 Mitglieder.

„Die Ideen von Sebastian Kneipp drehen sich nicht nur um das Kneippen“, betont Doris Fritz. Der Gedanke von Sebastian Kneipp sei aktueller als je zuvor. Die eigene Gesundheit, die Prävention und die Immunabwehr stehen mehr denn je im Mittelpunkt. „Gesund bleiben und lang leben will jedermann, aber die wenigsten tun etwas dafür. Wenn die Menschen nur halb so viel Sorgfalt darauf verwenden würden, gesund zu bleiben und verständig zu leben, die Hälfte ihrer Krankheiten bliebe ihnen erspart“, soll Sebastian Kneipp einst gesagt haben, der am 17. Mai 200 Jahre alt geworden wäre. Seine Ideen beinhalten das kleine Einmalfünf, wie es der Landesverband propagiert. Es umfasst die fünf Elemente Wasser (Kneippen), Bewegung, Ernährung, Lebensordnung und Heilpflanzen.

Das Einmalfünf von Sebastian Kneipp

Kneipp-Vereine setzen sich mit diesen Ideen auseinander, verstehen, was dahintersteckt, und vertiefen die Anwendungen, wie es einst der Wasserdoktor gelehrt hat. Dazu gehört etwa, wie man richtig kneippt, nämlich, dass man keine kalten Arme oder Füße haben sollte, bevor man diese ins kalte Wasserbecken eintaucht. Beim Thema Bewegung geht es um das richtige Maß, den Ausgleich zum Alltag und nicht um Leistung. Bei der Ernährung warb Sebastian Kneipp für eine gesunde, vielseitige Ernährung: Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag sowie täglich Milch und Milchprodukte, dafür Fleisch, Wurst und Eier in Maßen. Bei der Lebensordnung geht es um die innere Zufriedenheit, für die auch „der gute Schlaf wichtig“ sei. Bei den Heilpflanzen warb Sebastian Kneipp für die natürliche Wirkung etwa von Arnika, Holunder oder Rosmarin.

Zunächst geht es aber darum, Interessierte in Waiblingen zu finden, die sich mit Sebastian Kneipp näher beschäftigen wollen, so Doris Fritz, die Vereinsberaterin des Kneipp-Landesverbands ist. Vom ehemaligen Waiblinger Verein gibt es noch rund zehn Mitglieder. Wenn einige Interessierte gefunden sind, plant sie ein erstes Treffen. Ziel ist es, dass die Mitglieder an die unterschiedlichen Aufgaben eines Vereins herangeführt werden. Doris Fritz steht zur Seite, bis die Mitglieder dann selbstständig agieren wollen und können.

Doris Fritz hilft dem neuen Verein auf die Beine

Als Vereinsberaterin des Kneipp-Landesverbands habe sie so schon viele Kneipp-Vereine gerettet. Im Moment hat sie fünf im Land verstreut unter ihren Fittichen. „Es klappt nicht immer, aber es ist jedes Mal ein wunderschöner Prozess“, versichert sie. „Es gibt überall Menschen, die sich für Gesundheit und Prävention interessieren – man muss sie nur finden“, sagt sie und strahlt dabei eine große Portion Zuversicht aus.

Die Lage des Waiblinger Kneipp-Beckens in Verbindung mit der Talaue biete so viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie man die Ideen von Sebastian Kneipp auch hier weitertragen könnte – sei es Qigong, Yoga oder Walkingtreffs. Es brauche nur die Leute, die es in die Hand nehmen.

Info

Wer Interesse am Waiblinger Kneipp-Verein hat, meldet sich am besten bei Doris Fritz. Sobald es ausreichend Interessierte gibt, wird Doris Fritz zu einem Treffen einladen (unter Berücksichtigung der Pandemie-Bedingungen). Doris Fritz ist unter 0 71 81/6 05 91 38 erreichbar sowie per Mail an doris.fritz@kneippbund-bw.de.

Wer holt den Waiblinger Kneipp-Verein aus dem Dornröschenschlaf? Nachdem im Februar 2017 der langjährige Vorsitzende Georg Orlamünder gestorben ist, gibt es in Waiblingen so gut wie niemanden mehr, der den Kneipp-Gedanken weiterträgt. Die Schorndorferin Doris Fritz sucht Interessierte, die sich im Verein engagieren und ihn mit neuem Leben erfüllen wollen.

Nur wenige Schritte von Hallenbad, Talauesee und Alvarium entfernt liegt das Kneipp-Becken in der Talaue. Im Moment kümmert sich

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper