Waiblingen

Wie läuft in Waiblingen die erweiterte Notbetreuung?

Notfallbetreuung
Notfallbetreuung im Kinderhaus Mitte © Benjamin Büttner

Rennen, rangeln, toben: Beim Spielen kommen sich Kinder schnell sehr nah. Abstandsregeln sind in den Kitas deshalb nur schwer einzuhalten, weiß Erika Schwiertz, Fachbereichsleiterin Bildung und Erziehung der Stadt Waiblingen. Die erweiterte Notbetreuung und die Zeit der allmählichen Öffnung ist für die Stadt eine Herausforderung. Wie klappt in Zeiten von Corona der Kindergartenalltag von 255 wuseligen Kindern?

Die Zahlen steigen schnell

Eins vorweg: Die Zahlen steigen schnell. Diese Woche sind es noch 255 Kinder in den Kitas. Kommende Woche sind schon 268 Kinder angemeldet. Dazu kommen derzeit 122 Kinder in der Kommunalen Ganztagsbetreuung, kommende Woche werden 132 erwartet. Um das Infektionsrisiko für Kinder und Betreuer gering zu halten, sind die Gruppen in den Kitas klein wie nie. Gerade mal fünf Kinder werden in den Notgruppen betreut, und auch wenn’s schwerfällt: Während der Betreuungszeit dürfen sie nicht mit dem Freund aus der Nachbarsgruppe kicken oder mit der besten Freundin spielen.

Stattdessen sollen sich die Kinder viel im Außengelände aufhalten, von möglichst bekannten und vor allem nicht wechselnden Erzieherinnen betreut werden und, wenn möglich, getrennte gruppenbezogene Wasch- und Toilettenbereiche nutzen. „Wir haben unser Schutz- und Hygienekonzept erweitert“, erklärt Erika Schwiertz. Die Erzieherinnen üben mit den Kindern das Händewaschen und begleiten sie beim Gang zum Waschbecken.

Einige Erzieherinnen haben Befürchtungen

Dass die Kinder die Abstände nicht einhalten, weiß die Fachbereichsleiterin durchaus. Beim Essen, das in den Gruppen stattfindet, und im Spielkreis werde allerdings darauf geachtet. Abstand halten natürlich untereinander die pädagogischen Fachkräfte, die es ja ebenfalls zu schützen gilt. Die eine oder andere Erzieherin habe Befürchtungen, sich anzustecken, weiß Erika Schwiertz. „In diesem Fall sprechen wir mit den Erzieherinnen.“ Auf Risikogruppen wird größtmögliche Rücksicht genommen. Masken sind beim zwar Einkaufen vorgeschrieben – in der Kita muten sie indes seltsam an. Vor allem aber können sie Kinder ängstigen und verstören, die laut Schwiertz auf die Mimik ihres Gegenübers angewiesen sind, um sich entwickeln zu können. „Das ist ein pädagogisches Problem, das man berücksichtigen muss“, betont sie. Dennoch sei es den Erzieherinnen freigestellt, ob sie eine Maske tragen wollen oder nicht. „Im Moment tragen die allermeisten keine“, so die Fachbereichsleiterin. Das könne sich aber ändern. „Dann werden wir mit den Eltern sprechen.“

Keine Maskenpflicht gilt für die Eltern, die ihre Kleinen in den Kindergarten bringen. Eltern oder andere berechtigte Personen können die Kinder wie gewohnt zur Kita bringen und müssen dabei nicht an der Eingangstüre stehen bleiben. Empfohlen wird aber, dass sich Eltern und Kinder beim Betreten der Kindertageseinrichtungen umgehend gründlich die Hände waschen. Eltern und pädagogische Beschäftigte müssen den Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten. Eine Ausnahme wird nur bei der Übergabe von Babys gemacht.

Bürgermeisterin: Vollbetrieb wird es nicht geben

Während die Stadt noch mit der Umsetzung der erweiterten Notbetreuung beschäftigt ist, hat das Land bereits eine weitere Öffnung der Kitas angekündigt. Ab dem 18. Mai soll es wieder eingeschränkten Regelbetrieb geben. Wie Kultusministerin Susanne Eisenmann ankündigte, soll jeweils die Hälfte der Kindergartenkinder ihre Einrichtung in einem rollierenden System besuchen können – in festen Gruppen, die abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen. Auf diese Weise sollen die Abstandsgebote eingehalten und die Eltern entlastet werden. Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr nimmt das erst mal zur Kenntnis: „Wir brauchen zuerst genaue Erläuterungen, vorher können wir nichts machen.“ Sobald das Land genauere Vorgaben kundgetan habe, werde die Stadt alles tun, um sie umzusetzen. Eins ist für Christiane Dürr aber klar: „Einen Vollbetrieb wird es nicht geben können.“

Rennen, rangeln, toben: Beim Spielen kommen sich Kinder schnell sehr nah. Abstandsregeln sind in den Kitas deshalb nur schwer einzuhalten, weiß Erika Schwiertz, Fachbereichsleiterin Bildung und Erziehung der Stadt Waiblingen. Die erweiterte Notbetreuung und die Zeit der allmählichen Öffnung ist für die Stadt eine Herausforderung. Wie klappt in Zeiten von Corona der Kindergartenalltag von 255 wuseligen Kindern?

Die Zahlen steigen schnell

Eins vorweg: Die Zahlen steigen

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