Waiblingen

Wildes LKW-Parken in Waiblingen Süd

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Wer aus der Straße Am Rötepark ausfährt, hat keine freie Sicht auf die Gänsäckerstraße. © ZVW/Widmann

Waiblingen. Ein einseitiges Halteverbot in der Gänsäckerstraße, zwischen der Ausfahrt der Straße Am Rötepark und der Bushaltestelle „Remspark“, fordert CDU-Stadtrat Siegfried Kasper. Denn dort stellen seit einigen Wochen Lkw-Fahrer Sattelzüge ab. Das sorge für Sichtprobleme im Verkehr – Unfälle seien nur eine Frage der Zeit, fürchtet Kasper.

Eigentlich sind es nur wenige Meter, auf die es Kasper ankommt. Etwa dreißig, über den Daumen gepeilt, auf der rechten Seite der Gänsäckerstraße in Richtung Wasserturm. Wenn dieser Abschnitt mit Sattelzügen und Aufliegern zugeparkt ist, bekommen Anwohner und Busse Schwierigkeiten. Genau das ist seit einigen Wochen der Fall: Lkw werden am rechten Fahrbahnrand abgestellt. Und nicht nur dort. Auch auf der linken Seite reihen sich bereits seit einigen Monaten die Sattelzüge. Mal für einige Stunden, mal über Nacht, mal tagelang.

Kasper warnt: „Irgendwann knallt’s“

Wer aus der Straße Am Rötepark in die Gänsäckerstraße ausfahren will, hat deshalb häufig keine freie Sicht mehr. Kasper findet das hochgefährlich: Denn vom Wasserturm her kämen Fahrer häufig mit mehr als den vorgeschriebenen 50 Stundenkilometern angebraust, sagt er. Noch dazu fahren diese Autos auf der Straßenmitte – die Seitenbereiche sind ja durch parkende Fahrzeuge belegt.

Kasper ist selbst Anwohner in der Rötepark-Siedlung und hat mittlerweile schon die eine oder andere Vollbremsung beim Abbiegen hinter sich. Unfälle dürften nur eine Frage der Zeit sein, fürchtet der CDU-Stadtrat: „Irgendwann knallt’s, da bin ich überzeugt.“

Rathaus empfiehlt: „Vorsichtig hineintasten“

Die unübersichtliche Lage werde auch Linienbussen gefährlich, die sich nicht selten um Sattelzüge herum zur Haltestelle „Remspark“ schlängeln müssten. Sattelzüge stünden manchmal fast im Haltestellenbereich, knapp vor der weißen Markierung auf dem Straßenboden. Ein Busfahrer habe sich deshalb schon bei ihm beklagt.

Im Namen der Anwohner hat der Stadtrat die Stadtverwaltung schließlich auf die Lage aufmerksam gemacht. Das Rathaus befand jedoch Ende Januar nach einem Ortstermin und einer Prüfung der Straßenverhältnisse, die Situation sei akzeptabel. Die Sichtwinkel seien grundsätzlich ausreichend groß und die Fahrbahn breit genug, dass Autos sicher aus der Wohnsiedlung ausfahren können. Das gelte auch dann, wenn beidseitig Fahrzeuge stünden. Die Parksituation solle zwar überwacht werden, doch wer aus dem Rötepark einbiegen wolle, müsse „sich gegebenenfalls vorsichtig in den Verkehrsraum hineintasten“, teilte ein Rathausmitarbeiter Kasper mit.

Die Nachbarn sind sprachlos

Kasper ist mit dem Bescheid alles andere als zufrieden. Seine Nachbarn seien „mehr oder weniger sprachlos“ gewesen, als er ihnen die Antwort der Verwaltung mitgeteilt habe. Einer davon meldete sich daraufhin bei unserer Zeitung und berichtete von der Lage. Auch beim Vor-Ort-Termin mit Kasper blieben einzelne Passanten kurz stehen und wetterten über die zugeparkte Straße und über Sichtprobleme. Eine simple Lösung wäre aus Kaspers Sicht ein Halteverbot zwischen der Ausfahrt der Röteparksiedlung und der Bushaltestelle „Remspark“. „Damit wäre schon viel geholfen.“

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist ein Halteverbot allerdings nur dann denkbar, wenn die allgemeinen Parkvorschriften nach der Straßenverkehrsordnung nicht genügen. Diese schreiben ja zum Beispiel bereits vor, dass bis zu fünf Metern vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen nicht geparkt werden darf. Wie Oliver Conradt, Leiter der Abteilung Ordnungswesen, auf Nachfrage hin mitteilte, dürfen Straßenverkehrsbehörden nur dann Verkehrszeichen (also zum Beispiel Schilder oder Bodenmarkierungen) anordnen, wenn besondere Umstände es zwingend erforderlich machen. Die Straßenverkehrsordnung erinnere Verkehrsteilnehmer explizit an ihre eigene Verantwortung beim Fahren. Die Geschwindigkeit in der Gänsäckerstraße sei außerdem in Ordnung: Messungen aus den Jahren 2014 und 2016 zufolge liege diese zwischen 45 und 49 Stundenkilometern.


Eigenverantwortung

Auf Paragraf 39 der Straßenverkehrsordnung verweist Ordnungsamtsleiter Oliver Conradt.

Dort heißt es in Absatz 1: „Angesichts der allen Verkehrsteilnehmern obliegenden Verpflichtung, die allgemeinen und besonderen Verhaltensvorschriften dieser Verordnung eigenverantwortlich zu beachten, werden örtliche Anordnungen durch Verkehrszeichen nur dort getroffen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist.“