Waiblingen

Windräder in Waiblingen: "Grünt"-Fraktion drängt auf Prüfung der Buocher Höhe

windrad winterbach
Windrad am Goldboden in Winterbach. © Joachim Mogck

Für Windkraft auf der Buocher Höhe hat OB Andreas Hesky gekämpft wie ein Löwe. Während seiner Amtszeit, die diesen Monat geendet hat, sollte dennoch nichts daraus werden. Vielleicht aber unter seinem Nachfolger Sebastian Wolf? Durch Putins Ukraine-Krieg erweist sich die Abhängigkeit von russischem Erdgas mehr denn je als Irrweg. Erlebt die Waiblinger Windenergie-Debatte ein Comeback? Zumindest mehren sich Forderungen, das Thema wieder nach vorne zu bringen. Vorläufig schien es zu den Akten gelegt zu sein, doch die Ankündigung der Deutschen Flugsicherung, das Drehfunkfeuer bei Affalterbach abzuschalten, macht Windkraft-Befürwortern neue Hoffnung.

Demnächst hat der Waiblinger Gemeinderat über einen Antrag der „Grünt und Tierschutzpartei“-Fraktion zu beraten: Die Stadt Waiblingen soll die notwendigen Untersuchungen zur Errichtung einer Windkraftanlage auf der Buocher Höhe wieder aufnehmen und mögliche Betreibermodelle vorbereiten. „Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Energiewende sei heute deutlicher denn je, so die grünen Natur- und Tierfreunde. „Je schneller wir unabhängig werden von Gas- und Erdölimporten, desto besser.“

Ausschlusskriterium der Flugsicherung gilt nicht mehr

Für die Stromerzeugung sei neben der Fotovoltaik die Windkraft ein entscheidender Faktor, um das selbst gesteckte Ziel der Klimaneutralität für Waiblingen bis zum Jahr 2035 zu erreichen. Zumal sich die beiden Energiequellen hervorragend ergänzten: „Wenn keine Sonne scheint, weht viel Wind – und andersherum.“ Die Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherung, in deren Radius die Windräder auf der Buocher Höhe fallen würden, galten bisher als Ausschlusskriterium, was wohl manche Windkraft-Gegner freute. Doch die Flugsicherung stellt vermehrt auf Satellitentechnik um und braucht die terrestrischen Anlagen bald nicht mehr.

Die Verfechter der Windräder im Waiblinger Stadtwald würden gerne in Vorleistung gehen: Vorbereitend könnten alle notwendigen Untersuchungen und Gutachten bereits beauftragt werden, um im Fall einer Genehmigung möglichst schnell mit dem Bau zu beginnen. Betreiber der Windkraftanlage könnten die Stadtwerke sein, vorzugsweise in Verbindung mit einer Bürgerbeteiligung oder einer Bürgerenergiegenossenschaft. Solche Modelle sorgten für höhere Akzeptanz.

Die Antragsteller Daniel Bok, Iris Förster, Tobias Märtterer und Julia Papadopoulos wollen, dass Waiblingen mit dem Forum Energiedialog zusammenarbeitet, das Kommunen im Auftrag des Landes bei der Umsetzung kommunaler Projekte berät. Zu den Mitteln des Forums zählt die Beratung von Bürgermeistern ebenso wie die Organisation und Moderation von Informations- und Dialogformaten wie Expertengesprächen, runden Tischen oder Verfahren der Mediation.

Was sagt der desiginierte OB Sebastian Wolf dazu?

Bei den Beratungen zum städtischen Haushalt 2022 hatten bereits die FW/DFB-Fraktion und die SPD-Fraktion im Gemeinderat gefordert, Windkraft auf Waiblinger Gemarkung als Ziel weiterzuverfolgen.

Und wie steht der designierte Oberbürgermeister Sebastian Wolf zur Windkraft auf der Buocher Höhe? Bei einem Streaming-Abend des Zeitungsverlags Waiblingen vor der Wahl ließ er sich noch auf keine definitive Position festlegen, wies aber darauf hin, dass der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss gefasst habe, dass also die Stadt Waiblingen dort tätig werden möchte. Gescheitert sei sie an den Voraussetzungen der Genehmigung. Änderten sich diese, müsse das Vorhaben neu geprüft werden, wobei auch seitens des Bundes hinsichtlich der Genehmigungsvoraussetzungen einiges im Fluss sei.

Auch wirtschaftlich müsse sich das Projekt darstellen lassen, betonte er. Über die mit dem Thema verbundene Emotionalität, die Widerstände sei er sich bewusst. Das Gespräch mit den Nachbarkommunen sei zu suchen, damit das Projekt gegebenenfalls auch Akzeptanz finde. Bewusst sei ihm auch, dass Energie benötigt wird und erzeugt werden muss – „und zwar regenerative“.

Für Windkraft auf der Buocher Höhe hat OB Andreas Hesky gekämpft wie ein Löwe. Während seiner Amtszeit, die diesen Monat geendet hat, sollte dennoch nichts daraus werden. Vielleicht aber unter seinem Nachfolger Sebastian Wolf? Durch Putins Ukraine-Krieg erweist sich die Abhängigkeit von russischem Erdgas mehr denn je als Irrweg. Erlebt die Waiblinger Windenergie-Debatte ein Comeback? Zumindest mehren sich Forderungen, das Thema wieder nach vorne zu bringen. Vorläufig schien es zu den Akten

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