Waiblingen

Winnender und Fellbacherin machen aus 60 Jahre alten Citroën HY einen Foodtruck - Erster Halt: Schurwaldstraße in Waiblingen

Oldtimer Foodtruck
Nedim Solunovic und Jasmina Pace bieten in einem über 60 Jahre alten Citroën Speisen zum Mitnehmen an. © Benjamin Büttner

Nedim Solunovic reicht einen Cappuccino über den Tresen des über 60 Jahre alten Citroën HY. „Ich bin nicht der Chef!“, antwortet er lächelnd auf die Frage, ob er der Inhaber des Foodtrucks sei, der immer montags und mittwochs halt in der Schurwaldstraße unweit von Bosch und dem Gebiet Eisental in Waiblingen macht. „Er ist der Chef“, betont er und deutet auf das Führerhaus des Oldtimers. „Er bestimmt, wo die Reise hingeht“, sagt er lächelnd.

Die Vermutung liegt nahe, dass der Kleintransporter des französischen Automobilherstellers mit Baujahr 1960 schon eine Menge von der Welt und ihren Straßen gesehen hat. Daran angelehnt ist auch die Idee der beiden Geschäftsführer: Irgendwie bestimmt das Fahrzeug, wo die nächste Reise hingeht.

Beide kochen für ihr Leben gerne

Für Nedim Solunovic und Partnerin Jasmina Pace geht damit ein Traum in Erfüllung. Sie beide verbindet die Leidenschaft zu reisen und die Leidenschaft zu kochen. Hygo, wie sie das Fahrzeug nennen und auch der Firmenname (mit Sitz in Fellbach) lautet, verbindet in ihren Augen beides. „Hy“ stammt aus der Fahrzeugbezeichnung und „go“ stehe für die Grundeinstellung des Autos, erklärt Nedim Solunovic. Damit touren sie durch die Lande und verkaufen Gourmet-Hot-Dogs mit Bestandteilen wie Zaziki oder Guacamole, die man mit Ländern wie Griechenland oder Mexiko in Verbindung bringt. Auch eine vegane Variante sei vorhanden, sagen sie, damit sie alle Geschmäcker bedienen könnten. Sie verkaufen belegte Brötchen, genannt Subs, mit Tomaten-Mozzarella oder Putenbrust mit Gurken sowie verschiedene Salate in Schüsseln. Alles sei in der heimischen Küche selbst hergestellt, versichern sie – selbst die Brötchen. Auch die Rezepte stammen größtenteils von ihnen und seien so oft verändert worden, bis es ihnen selber gut geschmeckt habe.

Bei der Verpackung legen sie großen Wert auf Nachhaltigkeit. Selbst der Deckel der Salatschüssel „to go“ sei aus Bio-Plastik, betont Jasmina Pace.

Nach dem Platz haben sie lange gesucht. Schließlich habe sich der Eigentümer über eine Kleinanzeige im Internet an die beiden Geschäftsinhaber gewandt. Vergangene Woche standen sie mit ihrem Oldtimer zum ersten Mal am Straßenrand Richtung Rommelshausen. Weitere Standorte wie etwa der Fellbacher Wochenmarkt sollen bald dazukommen. „Es ist eine wahre Freude, mit dem Oldtimer unterwegs zu sein“, sagt Nedim Solunovic. „Die anderen Autofahrer hupen bewundernd, wenn sie uns sehen!“

Grund für Geschäftsidee: Neue Herausforderung gesucht

Sie hätten eine neue Herausforderung im Leben gesucht. Beide wollen aber in ihren Berufen weiter arbeiten. Jasmina Pace, die in Fellbach wohnt, arbeitet in der Automobilzulieferer-Industrie und Nedim Solunovic aus Winnenden als Immobilienmakler. Gerade seien sie auf der Suche nach Mitarbeitern, die sich an ihrer Stelle um den Verkauf der Speisen vor Ort kümmern.

Bewusst hätten sie sich gegen eine aufgeklebte Werbung auf dem Kleintransporter entschieden mit dem Gedanken, auch mal nur das Auto als Sektbar oder eine Promotionsidee zur Verfügung zu stellen.

Nachdem sie den Oldtimer erstanden hatten, wurde dieser aufwendig sieben Monate lang restauriert. Bei der Küche hätten sie auf mobile Teile geachtet, die man variabel aus- oder einbauen könnte. Demnach soll auch die Speisekarte verändert werden. Anstatt der Macarons oder Brownies soll es auch mal einen zur Saison passenden Apfelkuchen im September und Oktober geben, anstatt der Hot-Dogs wäre auch mal Flammkuchen denkbar, so Solunovic.

Dass sie nun endlich mit ihrer Geschäftsidee starten können, freut sie ungemein. „Seit Oktober letzten Jahres arbeiten wir daran“, sagt Nedim Solunovic. Warum sie sich bewusst für den Oldtimer entschieden hätten, liege daran, dass sie keinen Fast-Food-Stand im eigentlichen Sinne haben wollten. Für sie verkörpere Hygo genau ihr Anliegen und ihr Wesen und passe gut zum Konzept, einigermaßen ausgewogene Speisen mit teils regionalem Bezug anzubieten. Beispielsweise stamme der Kaffee, den sie ausschenken, aus einer Privatrösterei in Winnenden.

Die erste Woche sei erstaunlich gut gelaufen, freut sich Jasmina Pace. Der Stand sei sowohl von Arbeitnehmern aus der Umgebung wie auch Anwohnern des nahe liegenden Wohngebiets gut angenommen worden, freuen sie sich.

Nedim Solunovic reicht einen Cappuccino über den Tresen des über 60 Jahre alten Citroën HY. „Ich bin nicht der Chef!“, antwortet er lächelnd auf die Frage, ob er der Inhaber des Foodtrucks sei, der immer montags und mittwochs halt in der Schurwaldstraße unweit von Bosch und dem Gebiet Eisental in Waiblingen macht. „Er ist der Chef“, betont er und deutet auf das Führerhaus des Oldtimers. „Er bestimmt, wo die Reise hingeht“, sagt er lächelnd.

Die Vermutung liegt nahe, dass der

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