Waiblingen

Winterkälte beim Ostermarkt

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Ostermarkt
Gegen Mittag füllt sich die Innenstadt – die Waiblinger trotzten der kalten Witterung. © Büttner / ZVW
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Osterlämmchen durfte man sogar füttern. © Benjamin Büttner
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Heiße gebrannte Mandeln. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Temperaturen wie gemacht für einen Weihnachtsmarkt. Dem Ostermarkt hätte man am Sonntag frühlingshaftere Rahmenbedingungen gewünscht. So zeigte sich das Angebot recht ausgedünnt. 20 Stände hatten spontan am Vormittag abgesagt. Trotzdem ließ sich in der Kernstadt einiges für die österliche Dekoration und auch Wärmendes für den Magen finden.

Am Osterbaum vor dem Stand der Waiblinger Kunsthandwerkerin Katharina Krieger-Behr baumeln goldige Stoffhühner mit Füßen aus Schnürsenkeln. „Ich hab sie spontan in Schneehühner umbenannt“, meint sie. Die neue Namensgebung passt besser zu den Minusgraden, die das Marktangebot an österlichen Dekohasen und Eiern sichtlich geschmälert haben. Die Standbetreiber, die trotz der Kälte kommen, bieten eher eine Mischung aus Krämermarkt mit Haushaltswaren, Kunsthandwerkermarkt mit genähten Dinkelkissen und Naturparkmarkt mit Fruchtaufstrichen.

Nach Auskunft von Lisa Neugebauer vom Stadtmarketing hatten am Sonntagvormittag 20 der geplanten 80 Stände abgesagt, entweder wegen des Wintereinbruchs oder grippebedingt. „Wir haben alles spontan etwas zusammengerückt“, sagt sie. „Aber es ist von oben trocken und die geöffneten Geschäfte locken viele Besucher raus“, vermerkt sie positiv. Zur Mittagszeit füllt sich die Innenstadt dann merklich. An einem Stand ruft’s „Glühwein, wer möchte einen Glühwein?“ – bei Weihnachtsmarkttemperaturen sind die Absatzchancen groß.

Ostereier, in polnischer Kratztechnik bearbeitet

Wer sich warm einpackt und losstapft, findet dann doch manches Ostergeschenk. Gut für Doris Schneider aus Weinstadt, denn sie verspürt schon seit Wochen den ersten österlichen Dekorations-Drang: „Kurz nach Fasching fange ich an mit der Wohnung, dafür suche ich immer nach neuen Eiern, möglichst in verschiedenen Techniken“, sagt sie.

Die gemusterten bunten Eier am Stand von Alicja Banasik kommen wie gerufen. „Ich gestalte sie nach traditioneller polnischer Kratztechnik“, erklärt die Eier-Künstlerin aus Fellbach, die seltene Arten bearbeitet: Außer Huhn auch Fasan, Ente, Gans und Wachtel. „Die Hühner- und Wachteleier blase ich noch selbst aus“, sagt sie. Das ganze Jahr arbeite sie an den Eiern, denen sie mit einem Miniskalpell unzählige Muster auf die mit Batikfarbe gefärbte Schale ritzt: „Jedes Ei ist ein Unikat.“

Trotz Skiwetter in Osterlaune kaufen

Auch Familie Di Giovanni greift in den Korb mit Wachteleiern, nimmt noch einige Gänseeier-Rohlinge zum Selberbemalen dazu. Sie finden es „einfach schön“, über den Markt zu schlendern. „Wir wissen, dass es hier immer schöne Dekosachen gibt und hatten Lust auf einen Spaziergang“, erzählen sie. Dann, mit Fingerzeig auf die leicht verschneiten Dächer: „Obwohl man bei dem Wetter besser zum Skifahren geht“.

Wenn schon das Wetter nicht mitmachen will, bummelt und kauft man sich einfach in Osterlaune. Bei Gisela Bley und Hildegard Mayerhöfer sind „neutrale Dekorationsideen“ zu finden. Die einfarbigen Hühner aus Ton, Porzellan- und Keramikhasen und Filzlämmer passen gut zu Gestecken, ergänzen österliche Ensembles. Eigentlich haben die beiden ehemaligen Besitzerinnen eines Blumengeschäfts auch Pflanzen an ihrem Stand. Bei Winterwetter halten es nur einige Hortensien und Rosmarintöpfe aus.