Waiblingen

Wird der Remspark verkauft?

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Das 1971 eröffnete Einkaufszentrum Remspark ist mit seinen 37 Geschäften vor allem am Wochenende gut besucht. © Laura Edenberger

Waiblingen.
Die Zukunft des Remsparks in Waiblingen ist ungewiss, denn die gesamte Immobilie könnte von dem Verkauf der Real-Märkte betroffen sein. Die Metro hatte angekündigt, bis Ende Januar alle Real-Filialen an ein Konsortium zu verkaufen, bestehend aus der deutschen Immobilieninvestment-Firma X+Bricks und der russischen Investmentfirma SCP Group.

Nach Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, könnte der Verkauf die gesamte Immobilie des Remsparks betreffen. Ein Pressesprecher der Metro schrieb auf Anfrage: „Hinsichtlich der Besitzverhältnisse können wir Ihnen mitteilen, dass die Immobilie im Eigentum der Metro ist.“

Da nicht nur das operative Geschäft von Real und der Onlinehandel verkauft werden sollen, sondern die Metro auch die 80 Real-Immobilien an X+Bricks und die SCP Group verkaufen will, stellt sich die Frage, ob auch der Remspark verkauft werden könnte. Immerhin gehört die Immobilie der Metro – der Real ist der flächenmäßig größte Mieter und dazu noch ein „Ankermieter“, wie es Fachleute nennen. Das bedeutet: Der Real ist eines der Geschäfte im Einkaufszentrum, die am meisten Kunden anziehen.

Auf die Frage, ob die Remspark-Immobilie Teil der 80 zu Verkauf stehenden Immobilien sei, wollte sich die Metro mit Verweis auf den laufenden Verkaufsprozess nicht äußern.

Auch am Management des Waiblinger Einkaufszentrums und der Vermietung ist die Metro maßgeblich beteiligt, denn der Remspark wird von der MEC METRO-ECE Centermanagement GmbH gemanagt. Das Unternehmen ist nach Angaben auf der Website für das Management inklusive Betrieb, Vermietung und Vermarktung von mehr als 55 Fachmarktzentren in Deutschland zuständig, zu denen auch der Remspark gehört. Dabei ist die Centermanagement-Firma nach Angaben der Metro ein Joint Venture aus Metro und ECE als gemeinsames Tochterunternehmen beider Firmen. ECE entwickelt, realisiert, vermietet und verwaltet große Gewerbeimmobilien, vor allem Einkaufszentren. ECE ist im Besitz der Familie Otto, der wiederum mehrheitlich die Otto-Gruppe mit dem bekannten Versandhandel gehört. Der Sohn des Firmengründers des Otto-Imperiums, Alexander Otto, leitet ECE.

Real als Kundenmagnet des Remsparks

Zusammengefasst: Die Immobilie des Remsparks gehört der Metro beziehungsweise dem Immobilien-Arm des Handelskonzerns. Die Immobilie wird auch von einem Tochterunternehmen der Metro gemanagt. Und der wichtige Mieter Real gehört ebenfalls der Metro an.

Einkaufszentren mit einer Größe von 30 000 bis 40 000 Quadratmetern haben laut dem Portal Immobilienscout 24 meist zwei sogenannte Ankermieter. Der Remspark liegt hier mit einer vermietbaren Fläche von 23 200 Quadratmeter darunter. Als „Magnettreiber“ im Remspark werden von MEC METRO-ECE Centermanagement neben Real auch Mediamarkt, Deichmann und die Bekleidungskette New Yorker genannt. Magnettreiber sind ähnlich wie Ankermieter Geschäfte, die am meisten Kunden anziehen.

Metro rechnet mit Zufluss von 500 Millionen Euro

Da der Real den größten Anteil der Fläche des Einkaufszentrums für sich beansprucht und auch am meisten Publikum anzieht, ist die Frage, wie es ohne den Real für das Einkaufszentrum weitergehen könnte. „Die Welt“ berichtete am vergangenen Montag, dass Kaufland Anwärter für rund 100 Real-Märkte sei. Die Schwarz-Gruppe, zu denen die Supermarkt-Ketten Kaufland und Lidl gehören, könnte so ihr Portfolio weiter ausbauen. Die Gruppe ist, laut Informationen einer Website der Gewerkschaft Verdi, der viertgrößte Lebensmittelhändler der Welt und größter Lebensmittelhändler in Europa mit weltweit über 400 000 Mitarbeitern. Lidl hat weltweit knapp 11 000 Standorte, Kaufland 1300.

Die Metro sucht schon seit zwei Jahren einen Käufer. Ein Verkauf an die Redos Real Estate GmbH war im letzten Jahr gescheitert, daher hatte sich der zweite Interessent X+Bricks durchgesetzt. Das in Frankfurt beheimatete Unternehmen investiert ebenfalls in Einzelhandelsimmobilien, vor allem im Bereich Lebensmittelhandel. Durch den Verkauf von Real rechnet Metro mit einem Zufluss von 500 Millionen Euro.

180 Arbeitsplätze gefährdet?

Durch den Verkauf der Kette ist nach Einschätzung des Betriebsrates fast jeder dritte der noch vorhandenen 34 000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet – möglicherweise auch die rund 180 Arbeitsplätze bei Real in Waiblingen. Der Fachbereichsleiter Handel bei Verdi Baden-Württemberg, Bernhard Franke, sagte unserer Zeitung, es gebe für ein Drittel aller Real-Märkte Interesse von Seiten der größten Einzelhändler, darunter Edeka, Kaufland und Rewe.

„Diese werden alle für dieselben Objekte bieten und für die anderen nicht. Was mit den restlichen Filialen geschieht, ist unklar.“ In einer Gesamtbetriebsratsvereinbarung ist laut Franke ein sogenannter Vorratssozialplan festgehalten, der im Falle der Schließung Abfindungen für die Mitarbeiter vorsieht.

Waiblingen.
Die Zukunft des Remsparks in Waiblingen ist ungewiss, denn die gesamte Immobilie könnte von dem Verkauf der Real-Märkte betroffen sein. Die Metro hatte angekündigt, bis Ende Januar alle Real-Filialen an ein Konsortium zu verkaufen, bestehend aus der deutschen Immobilieninvestment-Firma X+Bricks und der russischen Investmentfirma SCP Group.

Nach Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, könnte der Verkauf die gesamte Immobilie

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