Waiblingen

Wird die Corona-Quarantäne von allen eingehalten? Waiblingen kontrolliert weiter

Covid-Team
Der Vollzugsdienst der Stadt kontrolliert auch weiterhin punktuell die Einhaltung der Quarantäne-Pflicht (Archiv-/Symbolfoto). © Alexandra Palmizi

Es ist der dritte Corona-Sommer - und der erste, in dem die Pandemie so stark von einem anderen Thema überschattet wird: Putins Krieg in der Ukraine mit all seinen verheerenden Folgen. Gleichzeitig sind die Fallzahlen laut der Stadt Waiblingen in diesem Sommer nicht eingebrochen, anders als noch 2020 und 2021. Die Situation unterscheide sich somit von den vorangegangenen Pandemie-Jahren, so die Verwaltung. Für den Herbst sieht sie sich gut aufgestellt. Und auch, wenn manche Infizierte das vielleicht nicht so erleben: Die Einhaltung der Quarantäne werde weiter kontrolliert, so die Stadt.

Am Montag, 15. August, waren nach Angaben des Landratsamtes Rems-Murr in seinem Online-„Dashboard“ 39 Waiblinger nach einer Corona-Infektion in Quarantäne. Vor einem Jahr, Mitte August 2021, waren es 35. Solche Vergleiche seien aber schwierig, so die Stadt Waiblingen. Denn Testpflichten und Quarantänezeiträume hätten sich „über die Monate und Jahre immer wieder verändert“. Eine jahresübergreifende Statistik über die Fallzahlen werde nicht geführt. „Anders als in den Vorjahren sind die Fallzahlen in diesem Sommer aber nicht eingebrochen.“ Seit Beginn der Pandemie gab es in Waiblingen mit seinen etwa 55.000 Einwohnern über 22.000 Infizierte - wobei sich manche mehrfach angesteckt haben. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Covid-Team mit weniger Personal

Das „Covid-“ beziehungsweise „Corona-Team“ der Stadt, das sich aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen zusammensetzt, ist weiterhin aktiv. Derzeit bearbeiten drei Mitarbeiterinnen in Teilzeit die Fälle. Vor einem Jahr waren es noch fünf Vollzeitkräfte. Wie passt das zu der Feststellung, dass die Corona-Infektionen in diesem Sommer weniger stark zurückgegangen seien als noch 2021?

Dass weniger Personal eingesetzt wird, liegt auch daran, dass Kontakte von Infizierten nicht mehr genau nachverfolgt werden. „Mit Blick auf die geringere Krankheitsschwere der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante und dem hohen Immunisierungsgrad der Bevölkerung erfolgte bundesweit ein Strategiewechsel in der Pandemiebekämpfung“, so die Stadt. „Dabei hat das Land Baden-Württemberg im November 2021 das Fall- und Kontaktpersonenmanagement angepasst. Seitdem findet keine durchgängige Fallnachverfolgung mehr statt.“ Auch technische Änderungen sollten die Arbeit leichter machen: Im Frühjahr ist eine freiwillige Online-Selbstauskunft von Infizierten eingeführt worden, die das Covid-Team dann auch per E-Mail über ihre Quarantäne informieren konnte, um Zeit zu sparen.

Schreiben, in denen Betroffene nach einem positiven Corona-Test über ihre häusliche Isolationspflicht benachrichtigt werden, verschickt die Verwaltung nach eigenen Angaben auch weiterhin - während etwa manche Stuttgarter trotz meldepflichtigem PCR-Test nie Post erhalten haben. „Die entsprechenden Schreiben erreichen die Waiblinger Bürgerinnen und Bürger in der Regel zwischen ein und drei Tage nach Meldungseingang“, heißt es von der Pressestelle des Rathauses. Die Stadt erinnert: „Personen, die mit Schnelltest oder PCR-Test positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind weiterhin behördlich verpflichtet, sich sofort in Isolation zu begeben.“

Falls nötig, kann das Waiblinger Covid-Team wieder personell aufgestockt werden: „Abgesehen vom Einsatz moderner Technik unterstützen derzeit zwei weitere Kolleginnen des Covid-Teams andere Abteilungen im Haus. Auf diese Kräfte kann kurzfristig wieder zurückgegriffen werden.“

Kontrollen "im laufenden Dienstbetrieb"

Man sehe sich „rückblickend auf die letzten großen Wellen grundsätzlich gut gerüstet“. Auch Quarantäne-Kontrollen fänden nach wie vor statt, versichert die Stadtverwaltung. Sie sind „im laufenden Dienstbetrieb des städtischen Vollzugsdienstes eingebettet. Dieser arbeitet sieben Tage die Woche in Früh- und Spätschichten.“

In diesem Jahr sind aber bislang keine nachgewiesenen Verstöße gegen die Quarantänepflicht, die zur Einleitung eines Bußgeldverfahrens geführt haben, festgestellt worden, so die Stadt. Erkenntnisse, dass die Waiblinger die vorgeschriebenen Isolationspflichten mittlerweile weniger beachten, gibt es laut Verwaltung nicht.

Im Jahr 2021 kam es bei fünf Verstößen zu Anzeigen, im Jahr 2020 zu zwei. Lediglich zwei Bußgelder wurden 2021 verhängt: jeweils 300 Euro.

Es ist der dritte Corona-Sommer - und der erste, in dem die Pandemie so stark von einem anderen Thema überschattet wird: Putins Krieg in der Ukraine mit all seinen verheerenden Folgen. Gleichzeitig sind die Fallzahlen laut der Stadt Waiblingen in diesem Sommer nicht eingebrochen, anders als noch 2020 und 2021. Die Situation unterscheide sich somit von den vorangegangenen Pandemie-Jahren, so die Verwaltung. Für den Herbst sieht sie sich gut aufgestellt. Und auch, wenn manche Infizierte das

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