Waiblingen

Wirte in Waiblingen starten durch nach Corona-Zwangspause

Außengastro
Die Mai-Sonne unter Bäumen genießen. Im Schwanen ist das jetzt möglich. Manche Gäste tragen auch an den Tischen Masken, Vorschrift ist das nicht. Nur beim Gang durch den Biergarten muss Mund- und Nasenschutz getragen werden. © Alexandra Palmizi

Einen Eiskaffee oder Apérol Spritz auf den Terrassen auf dem Marktplatz trinken, mit Freunden einen Wurstsalat und ein Weizenbier im Schwanen-Biergarten genießen: All das war in den vergangenen Wochen nach dem Corona-Lockdown tabu. Seit diesem Montag haben viele Lokale wieder aufgemacht. Eine Crêperie wird am Donnerstag sogar neu eröffnen.

Auf der Terrasse vor dem „Il Divo“ auf dem Marktplatz sitzen vier quicklebendige ältere Damen, die Prosecco trinken. „Meine Mädels“ nennt sie Wirt Antonio Battista liebevoll. Wie viele seiner Stammgäste sind die vier überglücklich, dass das Bistro wieder auf ist. „Wir haben schon vergangene Woche reserviert“, erzählt Helga Weiß vergnügt. „Wir konnten es kaum erwarten.“ Am Nebentisch sitzt Roland Neukamm, ebenfalls sehr zufrieden, dass er wieder auf dem Marktplatz sitzen und die Sonne genießen kann. Derweil haben es sich auch drinnen die ersten Gäste bequem gemacht. „Der Marktplatz lebt endlich wieder auf“, freut sich Gerhard Kirchner.

Dankbar, dass die Stammgäste die Treue gehalten haben

Um die Corona-Bestimmungen einhalten zu können, haben Antonio Battista und Giosue Toloneo im Vorfeld die Tische auf Abstand gebracht. An diesem Montag haben sie um 9.30 Uhr ihre Pizzeria „Il Divo“ aufgemacht und sind überglücklich, dass sie endlich wieder loslegen können. „Wir haben alles geputzt und desinfiziert“, erzählt Battista hinter seiner Maske. Seinen Stammgästen, die ihm in den vergangenen Wochen die Treue hielten und den Lieferservice in Anspruch nahmen, ist er mehr als dankbar. Nun werde er sehr vorsichtig sein und mit den Bestimmungen sein Bestes geben, verspricht er. Auf Hygiene besonders geachtet wird auch im Café Tagblatt gegenüber. Dort wischt Vivien Racz mit einer Desinfektionslösung über jeden frei gewordenen Tisch. „Nach acht Wochen sind die Leute sehr froh, dass wir wieder aufhaben“, erzählt sie. Sie selbst war in Kurzarbeit und ist deshalb ebenfalls glücklich über den Neustart der Gastronomie.

Eine Crêperie wird neu eröffnet

Was in Pandemie-Zeiten, in denen viele Wirte um ihre Existenzen kämpfen, wie ein kleines Wunder wirkt: Etwas abseits vom quirligen Geschehen, aber in Sichtweite des Marktplatzes gibt es eine Neueröffnung. Derzeit bereiten Neu-Wirtin Yvonne Kühnle und Stefanos Arampatzis den Start ihrer „Petite Crêperie“ in den Räumen der ehemaligen Boutique „Für Sie“ vor. Kommenden Donnerstag um 11 ist die Eröffnung. Süße Crêpes, herzhafte Buchweizen-Galettes, Salate, Kaffee, aber auch Apérol Spritz und Weine sollen drinnen auf 35 Plätzen und draußen auf 26 Plätzen serviert werden. Wegen Corona hatte sich die Eröffnung verzögert, weshalb sie gemischte Gefühle gehabt habe, bekennt Yvonne Kühnle. Die Zeit der Zwangspause hätten sie aber gut genutzt: „Wir haben vieles selbst gemacht, statt es an Handwerker zu vergeben, und damit eine Menge Geld gespart.“ Mit den kleinen Tischchen, Kronleuchtern und der Theke versprüht die Crêperie schon jetzt französisches Flair. Öffnungszeiten sind von 11 Uhr bis 19 Uhr. „Wir wollen sehen, wie es anläuft“, sagt Stefanos Arampatzis, der als Wirt Erfahrungen aus dem „Leo’s“ in Beutelsbach und dem „Chill in“ und der Spaghetteria „Per Du“ in Großheppach mitbringt. Das „Leo’s“ werde nach der Schließung nicht mehr aufmachen. Die beiden anderen Lokale habe er verpachtet.

Familien, Radfahrer und Rentnergruppen im Schwanen

An Tag der Wiedereröffnung nach der Corona-Pause herrscht im Schwanen-Biergarten reger Betrieb. Familien, Radfahrer, Rentnergrüppchen genießen im Schatten der Bäume die Maisonne und das Biergartenambiente. „Die Gäste freuen sich, dass wir da sind“, sagt Geschäftsführer Michael Sprenger. „Der Biergarten ist so groß, da sind die Abstände gut machbar.“ Am Eingang steht ein Mitarbeiter, der die Namen und Telefonnummern der Gäste notiert und ihnen die Tische zuweist. Ein Radfahrer mokiert sich über diese Corona-Regel, gibt dann aber die gewünschten Angaben und sucht sich seinen Tisch. Wer im Biergarten rumläuft, etwa um an der Ausgabe sein Bier zu holen, muss eine Maske tragen. Die Gäste halten Abstand, alles ist gut überschaubar an diesem ersten Vormittag. Michael Sprenger ist froh, dass der große Andrang noch nicht begonnen hat. „Wir hatten ja zu und müssen nach diesen Wochen erst mal wieder alles anlaufen lassen.“ Auch die Gäste seien verunsichert, was geht und was nicht. Viele hätten deshalb vorher angerufen und sich danach erkundigt.

Einen Eiskaffee oder Apérol Spritz auf den Terrassen auf dem Marktplatz trinken, mit Freunden einen Wurstsalat und ein Weizenbier im Schwanen-Biergarten genießen: All das war in den vergangenen Wochen nach dem Corona-Lockdown tabu. Seit diesem Montag haben viele Lokale wieder aufgemacht. Eine Crêperie wird am Donnerstag sogar neu eröffnen.

Auf der Terrasse vor dem „Il Divo“ auf dem Marktplatz sitzen vier quicklebendige ältere Damen, die Prosecco trinken. „Meine Mädels“ nennt sie Wirt

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