Waiblingen

Wo ist mein Paket? Frau aus Waiblingen (71) wartet tagelang auf wichtige Medizin

PackstationHegnach
Die Packstation an der Total-Tankstelle in Waiblingen-Hegnach. © Gaby Schneider

Fünf Tage lang stellt sich eine 71-Jährige die Frage: Wo ist mein Paket? Die Frau aus Hegnach, die in der Zeitung anonym bleiben möchte, hat sensible Medizinprodukte bei einem Hersteller bestellt. „Diese Produkte werden nicht an Apotheken geliefert, sondern direkt an den Kunden“, sagt die 71-Jährige.

Während beim Versand der Bestellung keine Probleme auftraten, sieht es bei der Zustellung des Paketes anders aus. Am Donnerstag, 4. August, sollte die Sendung durch den Paketdienst DHL zugestellt werden. An diesem Tag aber erhielt die Hegnacherin nach eigenen Angaben kein Paket. Auch habe kein DHL-Mitarbeiter an der Tür geklingelt. „Gut, das kann ja mal vorkommen“, sagt die Kundin.

Aber auch am nächsten Tag wird das Paket nicht zugestellt – trotz Abstellerlaubnis am Wohnhaus. Auf der Suche nach ihrem Paket telefoniert sie mit dem DHL-Kundenservice und behält das Paket über die Sendungsverfolgung im Internet im Auge. „Mein Mann und ich sind schon älter, aber trotzdem internetfähig“, sagt sie schmunzelnd.

„Lebenswichtige“ Medizin

Das Paket mit den Medikamenten sei eine Ersatzlieferung, sagt die 71-Jährige. Der Inhalt sei lebenswichtig, die Medikamente aber auch nicht bei allen Temperaturen gegen die Hitze beständig. „Das wäre bei einer normalen Lieferzeit kein Problem“, sagt sie.

Am Samstag, 6. August, passiert wieder nichts. An diesem Tag beschwert sich die Waiblingerin telefonisch bei der Kunden-Hotline. Das Versprechen: Die Kundin bekomme bald einen Abholbescheid, der postalisch zugestellt wird.

Nach einem weiteren Anruf drei Tage später kann die Frau schließlich das Paket am Dienstag, 9. August, mit der Abholnummer in der Packstation an der Total-Tankstelle in Hegnach abholen. Das bedeutet aber auch eine weitere Hürde für sie. Denn dort müssen Kunden über einen Bildschirm die Abholnummer eintippen. Nach einigem Ausprobieren klappt es.

Sie fordert von der Deuschen Post, ein wenig Rücksicht auf die älteren Menschen zu nehmen. „Was ich erlebt habe, geht vielen anderen vielleicht auch so“, sagt die Hegnacherin. Sie wünscht sich „Inklusion für alle“. Und dass die Pakete wie gewohnt auch an die Postfiliale in Hegnach geliefert werden. Oder einfach klassisch: „Zettel in den Briefkasten mit Abholdatum in der Filiale“.

„Personeller Engpass in der Woche“

Die Deutsche Post bestätigt den geschilderten Zeitablauf. „Zunächst einmal entschuldigen wir uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, sagt Marc Mombauer, Pressesprecher der Deutschen Post DHL Group auf Nachfrage unserer Redaktion. Dass das Paket trotz Abstellerlaubnis nicht abgelegt wurde, sei auf einen technischen Defekt zurückzuführen. „Der sogenannte Ablagevertrag wurde dem Zusteller leider nicht angezeigt, da es während seiner Zustelltour eine Störung bei der Übertragung der Stammdaten auf den Handscanner gab“, so der Pressesprecher. Außerdem habe es in der besagten Woche einen „personellen Engpass“ gegeben.

Grundsätzlich hätten alle Zusteller ein hohes Interesse daran, Pakete bereits beim ersten Zustellversuch an den Empfänger zu übergeben. „Jeder unserer Zusteller weiß, dass damit die höchste Kundenzufriedenheit erreicht werden kann“, sagt Marc Mombauer. Zudem habe ein Zusteller durch die Erstellung einer Benachrichtigung und Umleitung der Sendung zur Abholung in der Filiale einen spürbar zusätzlichen Arbeitsaufwand. Der Pressesprecher betont: „Daher ist es selbstverständlich, dass zuerst geklingelt und dann eine angemessene Zeit gewartet wird.“

Wenn der Empfänger nicht anwesend ist, gebe es noch die Möglichkeit der Ersatzzustellung, zum Beispiel beim Nachbarn. Ist die Zustellung so auch nicht möglich, werde der Kunde benachrichtigt, sein Paket in einer Filiale oder Packstation abzuholen. „Alternativ kann der Kunde auch einen zweiten Zustellversuch beantragen“, so der Pressesprecher der Deutschen Post DHL Group.

Wie es mit dem versprochenen Abholschein der 71-jährigen Hegnacherin weiterging? Erst am Mittwoch, 10. August, wurde ihr der Bescheid per Post zugestellt. Das Paket hatte die 71-Jährige aber schon am Vortag, 9. August, aus der Packstation geholt.

Fünf Tage lang stellt sich eine 71-Jährige die Frage: Wo ist mein Paket? Die Frau aus Hegnach, die in der Zeitung anonym bleiben möchte, hat sensible Medizinprodukte bei einem Hersteller bestellt. „Diese Produkte werden nicht an Apotheken geliefert, sondern direkt an den Kunden“, sagt die 71-Jährige.

Während beim Versand der Bestellung keine Probleme auftraten, sieht es bei der Zustellung des Paketes anders aus. Am Donnerstag, 4. August, sollte die Sendung durch den Paketdienst DHL

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