Waiblingen

Wohnen und neue Mobilität: Bahn stellt Flächen beim Waiblinger Bahnhof zur Verfügung

IBA Bahnhof
Das Bahnhofsareal mit Bussen, Parkplätzen und dem blauen Fahrradparkhaus im Hintergrund. © ALEXANDRA PALMIZI

Für das „Neue Wohnen auf der Korber Höhe“ hat die Bürgerbeteiligung begonnen. Zumindest die Anfänge eines neuen Wohngebiets an der Stauferstraße könnten bis zur Internationalen Bauausstellung IBA 2027 zu sehen sein.

Wenn es nach der Stadt Waiblingen geht, wird es nur ihr zweitwichtigster Beitrag von dreien sein: Auf Priorität drei steht die Badstraße – und ganz oben die ambitionierte Neugestaltung des Bahnhofsviertels. Auch hier könnten eines Tages Wohnungen entstehen.

Die Badstraße steht schon seit Jahren auf der städtebaulichen Agenda. Gemeint ist nicht etwa das bedeutende Neustädter Ende mit dem Hauptsitz des Weltkonzerns Stihl, sondern das weniger glamouröse Ende am Talstraßen-Kreisel. Ganz offensichtlich sind manche der dortigen Gebäude mit städtischen Wohnungen „nicht mehr zeitgemäß“, wie Baubürgermeister Dieter Schienmann sagt.

Hier geht es um Abriss und Neubau, aber zuvor soll die Verkehrssituation am Eingang zur Badstraße schlüssig geklärt werden. Eine Lösung braucht’s auch für die Fuß- und Radwege entlang der Rems.

Die Flächen der Bahn sind aus Sicht der Stadt der Schlüssel

Aber zurück zum Bahnhofsareal: Monatelang, quälend lang, hat die Stadt auf eine Rückmeldung von der Bahn gewartet. Ob sie als Eigentümerin der Flächen mitmachen würde und in welchem Umfang, sprich: welche Flächen sie zur Neugestaltung zur Verfügung stellen würde - das ist laut Stadtplaner Patrick Henschel der „Schlüssel“ zum ganzen Projekt.

Im Gemeinderat wurde unlängst die nachvollziehbare Sorge geäußert, es könne sich ganz im Sand verlaufen haben. Das ist nicht der Fall, denn, so konnte der Baubürgermeister vermelden:, die Bahn hat die Flächen benannt, die sie bereitstellen kann. Öffentlich sollen sie noch nicht genannt werden, aber es handelt sich offenbar um ein Angebot mit Potenzial. Dieter Schienmann: „Damit kann man arbeiten.“

Vom Bahnhof bis zum Partnerschaftskreisel

Tatsächlich bis zur IBA 2027 etwas Sichtbares in Zusammenhang mit der Bahnhofsneugestaltung hinzustellen, dürfte nach Einschätzung des Baubürgermeisters schwierig werden – aber ein IBA-Projekt kann auch eins in Form einer Ausstellung sein. Das Waiblinger Bahnhofsareal hat dafür Potenzial, weil sich in ihm Probleme zeigen, die sich so auch in anderen Städten stellen, und weil verschiedene Interessen wie Dienstleister, Einzelhandel und Wohnen unter einen Hut zu bringen sind. Hinsichtlich des Wohnens denkt Dieter Schienmann optional auch an „temporäres Wohnen“ – etwa in Form eines „Boardinghouse“. Gemeint ist eine Art Hotel mit Appartements für Langzeitgäste, etwa für Partner der benachbarten Firmen Stihl, Daimler und Syntegon, die für Monate mit ihren Familien in Waiblingen bleiben.

Flächen sind "untergenutzt"

Die potenzielle IBA-Fläche des neuen Bahnhofsviertels erstreckt sich vom heutigen Bahnhofsumfeld mit Anschluss ans Hess-Areal und die Daimler-Niederlassung über den Parkplatz bei Lidl bis zum Kreisverkehr an der Mayenner Straße - und beinhaltet ausdrücklich auch den Bereich um den alten Bahnhof. Neben den neuen Bauformen werden neue Mobilitätskonzepte eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt geht es erstens um den Wunsch, den vielen „untergenutzten“ Flächen in wichtiger Bahnhofslage eine neue Zweckbestimmung zu geben. Zweitens darum, ein altes Waiblinger Strukturproblem zu lösen – nämlich den Bahnhof näher an die Innenstadt zu rücken. Mit Sicherheit werden nicht alle drei Waiblinger Kandidaten in den Rang echter IBA-Projekte aufsteigen. Die Stadt hat ihre Prioritäten gesetzt.

Für das „Neue Wohnen auf der Korber Höhe“ hat die Bürgerbeteiligung begonnen. Zumindest die Anfänge eines neuen Wohngebiets an der Stauferstraße könnten bis zur Internationalen Bauausstellung IBA 2027 zu sehen sein.

Wenn es nach der Stadt Waiblingen geht, wird es nur ihr zweitwichtigster Beitrag von dreien sein: Auf Priorität drei steht die Badstraße – und ganz oben die ambitionierte Neugestaltung des Bahnhofsviertels. Auch hier könnten eines Tages Wohnungen entstehen.

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