Waiblingen

Wohnungsbau in Bittenfeld: Schluss mit den Gerüchten

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Wohnungsbau © Habermann/ZVW

Waiblingen. Der Plan der Stadt, neben der Bittenfelder Schillerschule günstige Wohnungen zu bauen, schlägt weiter Wellen. Weil in Bittenfeld offenbar viele unterschiedliche Annahmen kursieren, hat der Planungsausschuss seinen Beschluss nochmals vertagt. Auf Wunsch des Ortschaftsrates sollen zuvor die Bürger bei einer Infoveranstaltung über die genauen Pläne des eine Million Euro teuren Bauvorhabens informiert werden.

Auch wenn der Bittenfelder Bürgervereins-Vorsitzende Horst Jung weiter gegen den Standort neben der Schule mobil macht: Nach Ansicht der Stadtverwaltung, des Ortschaftsrats und des Gemeinderats wird der Platz für den Bau günstiger Wohnungen gebraucht. Geplant ist, auf dem 850 Quadratmeter großen Grundstück ein Haus mit zwei Etagen und insgesamt acht Wohnungen zu bauen. Im Baugebiet Berg-Bürg entstehen zwischen zehn und 14 günstige Mietwohnungen, so Baubürgermeisterin Birgit Priebe in der Sitzung des Planungsausschusses. Zu wenig aber angesichts der hohen Zahl der Menschen, die auf Wohnungssuche sind. „Der Standort ist gut und wir brauchen die Wohnungen.“

Für Unruhe gesorgt hatten die Planunterlagen der Verwaltung, auf denen Grundrisse für Einzimmerwohnungen eingezeichnet waren. Die Angst sei umgegangen, neben der Schule könnten lauter alleinstehende Männer einziehen, berichtete die Baubürgermeisterin. Dies sei selbstverständlich nicht der Fall: Die Grundrisse der Wohnungen seien flexibel, die Wohnungsgrößen noch nicht fixiert. Auf jeden Fall sollten dort auch Familien und Alleinerziehende unterkommen und auch keinesfalls nur Syrer. Ein soziales Ghetto werde dort schon deshalb nicht entstehen, weil die Jahreseinkommensgrenze der Mieter bei 65 000 Euro liegen wird, sagte Priebe und appellierte nochmals an die Bittenfelder: „Wir bitten alle Einwohner um Verständnis.“

Den Leuten die Angst nehmen

Eben das hat der Ortschaftsrat bereits gezeigt: „Man war überwiegend der Meinung, dass wir den Standort brauchen“, berichtete Ortsvorsteherin Anja Wenninger. Darüber hinaus seien im Ortschaftsrat Ideen aufgekommen, die der Schulleitung entgegenkommen. In der ersten Planung hätte ein Streifen des Spielplatzes geopfert werden müssen. Auf Vorschlag des Ortschaftsrats könnten die Stellplätze für das neue Haus verlegt werden oder ein Stück Spielplatz an anderer Stelle angelegt werden. Bei einer weiteren Variante soll das Gebäude Richtung Freibad verschoben werden, so dass der Spielplatz der Schule unangetastet bleiben kann. „Diese Variante ist ein guter Weg“, befand Sabine Wörner (SPD). FDP-Mann Bernd Mergenthaler sprach sich einmal dagegen aus, dass die Stadt selbst baut, anstatt einen Investor bauen zu lassen. Angesichts der Verwirrung, die die in der Sitzung vorgestellten Grundrisse gestiftet hatten, mahnte Peter Abele (CDU), in Zukunft konkreter zu präsentieren: Er habe sich auch gefragt, wann die Wohnungsgröße festgelegt wird. „Dann kann man den Leuten die Angst nehmen.“

In der Winnender Straße entsteht ein Zwölffamilienhaus

Während für das Bauvorhaben in Bittenfeld noch Diskussionsbedarf besteht, ist der Bau eines Mehrfamilienhauses in der Winnender Straße 32 unstrittig. Dort soll ein stark sanierungsbedürftiges Gebäude abgebrochen werden und an seiner Stelle ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen entstehen.

Für den Bau ist die Stadtverwaltung im Gespräch mit einem privaten Investor, der der Stadt für 25 Jahre Belegungsrechte einräumen würde. Sie sehe nicht, wie das Vorhaben sonst finanziert werden könnte, sagte die Baubürgermeisterin. Sabine Wörner appellierte dennoch an die Verwaltung, auch an der Winnender Straße den Bau selbst zu übernehmen. 25 Jahre seien schnell vorbei, die Wohnungen würden dagegen langfristig gebraucht. Unterstützung bekam sie von ALi-Chef Alfonso Fazio, der an seinen gescheiterten Haushaltsantrag erinnerte, vorsorglich Geld für den Wohnungsbau einzuplanen. Während Bernd Mergenthaler den Plan der Stadtverwaltung befürwortete, schlug Michael Stumpp (CDU) vor, über die Frage grundsätzlich zu diskutieren. Auch Matthias Kuhnle (DFB) wollte vor dem Beschluss die Klausur des Gemeinderats zum Wohnungsbau abwarten.

Einstimmig zugestimmt hat der Ausschuss aber der Entwurfsplanung. Die Frage des Bauherrn blieb noch offen.

Mehrere Realitäten

Über das Vorhaben, kostengünstigen Wohnungsbau in der Schulstraße zu verwirklichen, informiert die Stadtverwaltung am Dienstag, 21. März, von 19 Uhr an im Musiksaal der Schillerschule in Bittenfeld. Der Grund: „Es kursieren viele Diskussionen in der Ortschaft, die auf unterschiedlichen Realitäten beruhen“, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe.

Erneut steht das Projekt auf der Tagesordnung des Ortschaftsrats am 30. März. Am 4. April berät der Ausschuss für Planung, Technik und Umwelt und am Donnerstag, 27. April, vermutlich abschließend der Gemeinderat.