Waiblingen

Wohnungsnot, Leerstände, Verkehr: Was die Waiblinger am meisten stört

Stadtentwicklungsplan
Diskussion an der Stellwand: In Bürgerwerkstätten können alle ihre Gedanken zum Stadtentwicklungsplan einbringen. © Benjamin Büttner

Was stört die Waiblingerinnen und Waiblinger am meisten? Und was wünschen sie sich für ihre Stadt? Das herauszufinden war das Ziel einer breit angelegten Bürgerumfrage. Vom 10.000 angeschriebenen Einwohnern hat immerhin ein Viertel mitgemacht. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Verkehrsberuhigung, bessere Einkaufsmöglichkeiten, mehr Radwege, verstärkte Kontrollen gegen nächtlichen Lärm sowie mehr bezahlbarer Wohnraum stehen ganz oben auf der Liste.

Die Ergebnisse dienen als Grundlage für den Stadtentwicklungsplan. So staubtrocken das Wort sich auch anhört, geht es doch direkt um den Alltag der Menschen. Dass der „Step“ kein Papiertiger ist, beweisen die Supermärkte und die dezentralen Pflegeheime in den Ortschaften. Diese waren tatsächlich Wünsche, die sich aus dem ersten Stadtentwicklungsplan von 2006 herausschälten und wohnortnah Realität geworden sind.

Das Thema Nummer eins heißt Klima/Umwelt/Energie

Seither ist viel Wasser die Rems hinuntergeflossen, die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Beispiel demografische Entwicklung: „Als ich 2011 in Ehingen Bürgermeister wurde“, berichtet OB Sebastian Wolf, „wurde mir gesagt: Die Kinderzahlen sind rückläufig, Sie müssen Kita-Plätze abbauen.“ Bekanntlich hat sich der demografische Wind gedreht. Hinzu kommt: Krise folgt auf Krise, die weltpolitische Lage ist schwierig und die finanziellen Spielräume sind eng. Themen wie Klima, Mobilität und Digitalisierung rücken in den Fokus.

Jugendforum für Teenies und Jugendliche

Unter diesen Vorzeichen gilt’s, den Step auf den neuesten Stand zu bringen. Die Bürgerumfrage ist der Anfang, weiter geht’s mit Bürgerwerkstätten in allen Ortschaften, beginnend am 5. Oktober in Beinstein. Bei einem Jugendforum am 25. Oktober dürfen Teenies und Jugendliche ab elf Jahren sagen, was sie bewegt.

Von Generation zu Generation sind die Interessen recht verschieden. Während alle fast synchron Klima und Ökologie einen recht hohen Stellenwert beimessen, gehen die Meinungen bei anderen Themen deutlich auseinander: Für Menschen von 16 bis 39 Jahren ist Wohnen der Schwerpunkt, bei den Senioren über 75 ganz deutlich Einzelhandel und Versorgung. Wenig überraschend interessieren sich junge Leute für digitalen Wandel, die Alten fast überhaupt nicht. Unterm Strich werden als wichtigste Themen der nächsten zehn Jahre genannt: Klima/Umwelt/Energie (58 Prozent); Wohnen und Wohnumfeld (56 Prozent); Mobilität und Verkehr (52 Prozent); Einzelhandel und Versorgung (50 Prozent) sowie soziale Gerechtigkeit (45 Prozent).

Mehrheit für Windkraft

Widersprüche zeigen sich beim Wohnen: 92 Prozent der Teilnehmer sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Aber ein Viertel beziehungsweise ein Fünftel aller Teilnehmer ist mit der Verfügbarkeit von Wohnraum und Baugrundstücken „sehr unzufrieden“. Die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld ist quer durch die Stadtteile ähnlich. „Abgehängte“ Gebiete wie anderenorts gebe es nicht, so der Befund des Stadtplanungsinstituts Weeber und Partner, das die Umfrage im Auftrag der Stadt durchgeführt hat. Eine Mehrheit (74 Prozent) ist für Windkraft auf der Buocher Höhe. Wassertemperaturen in den Bädern zu senken (63 Prozent) und das Hallenbad in der Freibadsaison zu schließen (71 Prozent), halten die meisten für angemessen.

Was stört die Waiblingerinnen und Waiblinger am meisten? Und was wünschen sie sich für ihre Stadt? Das herauszufinden war das Ziel einer breit angelegten Bürgerumfrage. Vom 10.000 angeschriebenen Einwohnern hat immerhin ein Viertel mitgemacht. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Verkehrsberuhigung, bessere Einkaufsmöglichkeiten, mehr Radwege, verstärkte Kontrollen gegen nächtlichen Lärm sowie mehr bezahlbarer Wohnraum stehen ganz oben auf der Liste.

Die Ergebnisse dienen als Grundlage

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