Waiblingen

Wolfgang-Zacher-Schule Waiblingen: Schulweg im Fußverkehrscheck

Fußgänger-Check
Kinder auf dem Heimweg von der Wolfgang-Zacher-Schule. © Alexandra Palmizi

Mehr Sicherheit für Kinder auf ihrem Weg zur Schule und generell für Fußgänger in der Stadt: Das ist das Ziel des Fußverkehrschecks des Landes Baden-Württemberg, bei dem Waiblingen gemeinsam mit 14 anderen Städten und Gemeinden teilgenommen hat. Konkrete Verbesserungen sollen folgen – etwa im Umfeld der Wolfgang-Zacher-Schule und der Talstraße.

Bei einem digitalen Abschluss-Workshop wurden die bisherigen Ergebnisse durch Verkehrsplaner Jonas Schmid von der Karlsruher Agentur Planersocietät vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert. Vorangegangen waren im Herbst 2021 zwei Ortsbegehungen in der Innenstadt zwischen Bahnhofstraße und Postplatz sowie – unter Beteiligung von Drittklässlern – im Bereich der Wolfgang-Zacher-Schule. Mit Lärmmessgeräten und Spezialbrillen zur Sichteinschränkung konnten die Kinder die Verkehrsverhältnisse selbst studieren.

Verkehrsaufkommen durch „Elterntaxis“!

Manche ihrer Eindrücke mochten für Erwachsene überraschend sein, berichtete Baubürgermeister Dieter Schienmann. „Die Kinder haben einen ganz eigenen Blick.“ So lachten sie angesichts von Punkten, die den Erwachsenen problematisch erschienen - und nannten dafür andere Stellen, an denen sie sich unwohl fühlten, die den Erwachsenen vielleicht angesichts der anderen Größenverhältnisse nicht in den Sinn gekommen wären. Unter anderem solche Abschnitte des Schulwegs, die sich unmittelbar in der Nähe der Fahrbahn befinden, wo Tempo 50 gefahren wird.

Verkehr im Umfeld von Schulen entsteht häufig durch die vielzitierten „Elterntaxis“ – durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis direkt zur Schule bringen. Was der Baubürgermeister ebenso beobachten konnte: Mit viel Spaß marschieren viele Kinder in Gruppen eigenverantwortlich zur Schule. Diese Eigenverantwortung müsse ihnen durch Verbesserungen für Fußgänger ermöglicht werden.

Querungshilfen beziehungsweise Mittelinseln auf der Talstraße werden von den Schulkindern rege genutzt, so dass sich dort schnell Ansammlungen bilden. Wegen der Enge und der Nähe zur Fahrbahn fühlen sie sich dabei aber nicht wohl, so ein Ergebnis des Fußverkehrschecks. Die Planersocietät schlägt daher vor, die Wartefläche auf den Inseln zu verbreitern, was auch die zu überquerende Distanz auf der Straße verkürzen und das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen würde.

Röntgenweg als „Schulstraße“ mit zeitweiliger Sperrung

Im Umfeld der in der Wasserstubensiedlung gelegenen Schule sorgt der Hol- und Bringverkehr für Staus. Es gibt dort Straßen mit Mischflächen, ohne baulich abgetrennte Gehwege. Hier machen die Planer einen überraschenden Vorschlag: die Schaffung einer Schulstraße im Röntgenweg. Das heißt, die Straße würde 30 Minuten vor und nach Unterrichtsbeginn gesperrt. Eine weitere Maßnahme wäre es, den „Elterntaxi“-Verkehr zu steuern, indem in der Talstraße und der Richard-Wagner-Straße spezielle Haltemöglichkeiten geschaffen würden. Beide Maßnahmen könnten, so die Planersocietät, nur in enger Abstimmung mit der Schule erfolgen. Kontrollen müssten sicherstellen, dass keine Falschparker die Eltern-Parkplätze blockieren. Eine Ausnahme vom Ein-und Ausfahrtsverbot in der Schulstraße könnte theoretisch für Anwohner erlassen werden. Wie die Diskussion beim Abschluss-Workshop zeigte, sorgen für das Verkehrsaufkommen auch nicht die Anlieger, sondern eben der besagte Elternverkehr. Ähnliches lehren laut Planersocietät Erfahrungen mit anderen Schulstraßen, wo nur sehr wenige Ausnahmegenehmigungen erteilt werden mussten.

In den Straßen ohne Gehwege müssten nach Einschätzung der Planer die Fahrbahn und die Seitenbereiche durch Hochborde und Poller klar voneinander getrennt werden. Bereiche, in denen Fußgänger die Straße überqueren, müssten optisch hervorgehoben werden.

Neuplanung für Knotenpunkt Blumenstraße/Fronackerstraße?

Kopfzerbrechen bereitet Autofahrern, Radlern und Fußgängern seit Jahren der Knotenpunkt Fronackerstraße/Blumenstraße – die von der WKZ so titulierte „seltsamste Kreuzung der Stadt“. Jonas Schmid nennt die Fußgängerführung „nicht intuitiv“. Das führe dazu, dass die Überwege nicht genutzt würden. Die unklare Vorfahrtsregelung bewirke, dass teils mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren werde. Nicht selten stellen Autofahrer ihre Fahrzeuge im Halteverbot ab, was die Unübersichtlichkeit des Knotenpunkts noch verschlimmert. Die Sichtbeziehungen von Straße zu Straße und von Gehweg zu Gehweg müssten verbessert, die Fußgängerquerung intuitiv gestaltet und die Vorfahrt verdeutlicht werden. Die Planer schlagen in diesem Zusammenhang vor, den Seitenbereich in Richtung Fahrbahn vorzuziehen, statt sich auf die Zick-Zack-Markierungen zu verlassen, die nicht beachtet werden.

Einige Stadträte waren bereits bei den Ortsbegehungen und beim Abschluss-Workshop dabei, aber die Ergebnisse des Fußverkehrschecks werden zu einem späteren Zeitpunkt auch noch offiziell dem Gemeinderat vorgestellt, welcher darüber beraten und letztlich entscheiden wird, welche Vorschläge umgesetzt werden.

Mehr Sicherheit für Kinder auf ihrem Weg zur Schule und generell für Fußgänger in der Stadt: Das ist das Ziel des Fußverkehrschecks des Landes Baden-Württemberg, bei dem Waiblingen gemeinsam mit 14 anderen Städten und Gemeinden teilgenommen hat. Konkrete Verbesserungen sollen folgen – etwa im Umfeld der Wolfgang-Zacher-Schule und der Talstraße.

Bei einem digitalen Abschluss-Workshop wurden die bisherigen Ergebnisse durch Verkehrsplaner Jonas Schmid von der Karlsruher Agentur

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