Waiblingen

„Zeitungspaten für mehr Bildung“

Zeitungspaten_0
Schulleiter Volker Losch interessiert der Sportteil, Bäckermeister Hermann Schöllkopf greift sich den Leitartikel und ZVW-Vertriebsleiter Joachim Schniepp knüpft sich die Lokalnachrichten vor. © ZVW / Palmizi

Waiblingen. Blau, bequem und besetzt ist der neue Sitzsack im Mehrzweckraum des Staufer-Gymnasiums. Hier können Schüler Platz nehmen und in Ruhe in dieser Zeitung blättern. Nun wurde die erste Sitzecke im Rahmen des Zeitungspatenschafts-Projekts des Zeitungsverlags Waiblingen eingeweiht. Als Zeitungspate übernimmt das Unternehmen, der Verein oder gerne auch eine Privatperson eine Zeitungspatenschaft für ein Schuljahr. In diesem Zeitraum spendet der Pate die Tageszeitung einer Schule seiner Wahl.

Schulleiter Volker Losch interessiert der Sportteil, Bäckermeister Hermann Schöllkopf greift sich den Leitartikel und ZVW-Vertriebsleiter Joachim Schniepp knüpft sich die Lokalnachrichten vor. Selektiv gehen auch die Schüler des Staufer-Gymnasiums vor, berichtet Volker Losch, Schulleiter des Staufer-Gymnasiums.

Die Schule erhält im Rahmen des ZVW-Projekts „Hand in Hand – Zeitungspaten für mehr Bildung“ täglich zwei Exemplare der Waiblinger Kreiszeitung.

Losch: "Schüler schnappen sich die Zeitung"

Schon wenige Tage nach Start der Patenschaft zeigen sich Tendenzen im Leseverhalten. „Schüler aller Klassenstufen schnappen sich die Zeitung, sobald sich ein Zeitfenster ergibt“, so der Schulleiter. Oberstufenschüler haben häufiger „Leerstunden“, könnten daher häufiger lesen. Der Nachrichtenhunger variiere von Tag zu Tag und auch von Schüler zu Schüler, so Losch weiter. „Es gibt jene, die von hinten anfangen zu lesen, wie bei uns Erwachsenen.“

Ganz deutlich sei das Interesse am Medium Zeitung gestiegen, seit sie täglich verfügbar ist. „Die Schüler interessieren sich für die Nachrichten aus ihrer Umgebung, sie finden gerne ihren Verein in der Zeitung wieder.“

Erkennbares Interesse

Er beginne seinen Unterricht mit einer Frage an seine Schüler: „Gibt es etwas Aktuelles, über das ihr sprechen wollt?“ An den Antworten merke er schnell, „wer am Puls der Zeit ist und auch manche Namen kennt“. Ein weiterer Indikator für das Interesse an Nachrichten sei das Aussehen des abends zusammengefalteten Papiers: „Die Zeitung sieht auf jeden Fall immer gelesen aus.“

Ist sie täglich verfügbar, möchten Schüler sie nicht mehr missen - das hat auch das ZVW-Projekt „Schüler machen Zeitung“ deutlich gezeigt. Ist Schülern die Tageszeitung geläufig, gehen sie bei der Selektion der Nachrichten einen anderen Weg als ausschließlich den über die sozialen Medien.

Nicht mehr nur soziale Medien als Informationsquelle

„Viele halten das, was zum Beispiel unmittelbar nach einem Ereignis über Twitter gepostet wird, für wahr“, so Schulleiter Losch. Er begrüßt das Zeitungs-Leseangebot für Schüler im Rahmen der Aktion „Hand in Hand“. Eine Generation, die das Durchzappen gewohnt ist, erhalte so viele Möglichkeiten, vertieft in ein Thema abzutauchen. Die Zeitung greife gestützt von einer Redaktion gesellschaftliche Themen auf und bildet sie ab.

„Schüler können lernen und verstehen, dass Zeitung ein abgesichertes Medium ist, das einen Prozess der Wertung, Zusammenstellung und Prüfung durchläuft“, so Losch. Gerade das Prüfen und Einordnen gehöre zur Lesekompetenz und spiele in der „mehrkanaligen Welt“ der Smartphones mit Ton, Bewegtbild und Emoticons eher eine untergeordnete Rolle. „Jugendliche sind schneller bei der Informationsaufnahme, aber können vieles nicht einordnen“, ist seine Beobachtung.

Ereignisse und Berichte, die hautnah betreffen

Der Vorteil des Papiers gegenüber dem Lesen auf Wischgeräten: „Ich habe den Überblick über die Seite, kann mit dem Auge mühelos zurückspringen im Text und sehe sofort, ob ich mich auf einen großen oder kleinen Artikel einlasse.“ Auch das Zeitunglesen will gelernt sein.

In vielen Haushalten liegt die Lokalzeitung nicht mehr selbstverständlich morgens auf dem Frühstückstisch, wie es Hermann Schöllkopf als Heranwachsender erlebt hat. „Ich musste auch lernen, mich in der Zeitung zu orientieren.“Um „die Jugend zu unterstützen und regional engagiert zu sein“, habe er eine Zeitungspatenschaft übernommen. „In der Lokalzeitung lese ich über die Ereignisse, die direkt um die Haustüre herum passieren“, sagt Schöllkopf. Informationen weltweit seien ebenfalls wichtig – „aber sie betreffen einen nicht hautnah“.


Das Angebot der Zeitungspatenschaft

  • Das Angebot der Zeitungspatenschaft gibt es vielfach in Deutschland. Jetzt möchte der Zeitungsverlag Waiblingen hier im Rems-Murr-Kreis einen Beitrag zu Bildung und intelligenter Zukunft leisten – und freut sich über Unterstützer.
  • Zeitungspaten leisten einen Beitrag dazu, dass Kinder und Jugendliche einen umfangreichen Zugang zu aktuellen lokalen und internationalen Nachrichten haben und breites Wissen über alle gesellschaftlich relevanten Bereiche erhalten.
  • So geht’s: Als Zeitungspate übernimmt das Unternehmen, der Verein oder gerne auch eine Privatperson eine Zeitungspatenschaft für ein Schuljahr. In diesem Zeitraum spendet der Pate die Tageszeitung einer Schule seiner Wahl. Der Zeitungsverlag Waiblingen legt noch eine Zeitung dazu, liefert zudem jeden Freitag die Kinderzeitung und einmalig noch einen Sitzsack an die Schule und die Zeitung berichtet darüber.
  • Nähere Auskünfte erteilt Annette Kumlin vom Zeitungsverlag Waiblingen: annette.kumlin@zvw.de