Waiblingen

Zertifizierter Wanderweg mit Kunst und Komfort

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Die Waiblinger Talaue. © Christine Tantschinez
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Richard Deacons Skulptur "This is not a story" auf dem Waiblinger Rathausplatz.
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Pavillon 1 für Waiblingen von Olafur Eliasson
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Das Seepferdchen in Waiblingen in der Rems
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Der Verlauf des Kunstwanderwegs

Waiblingen. Bewegung und Kunst lassen sich bald komfortabel verbinden – auf dem „Talauekunstweg“. Diesen hat der Deutsche Wanderverband auf der Urlaubsmesse CMT als einen von sechs Wanderwegen im Remstal ausgezeichnet. Das Prädikat „Komfortwandern“ verspricht Familien und Senioren entspannte Spaziergänge durch die Talaue, mit Kunst am Wegesrand.

In allen 16 Kommunen der Remstal-Gartenschau seien fast 60 neue Wanderwege entstanden, sagte Sabine Nestler vom Tourismusmarketing der Stadt Waiblingen im Gespräch. Zwar bestanden die meisten dieser Wege bereits, doch sie alle sollen verbessert werden: beispielsweise durch neue Wegweiser und die Zusammenlegung von doppelten Routen. Dies ist zum Beispiel mit dem „Remstalweg“ geschehen. Der rund 215 Kilometer lange Wanderweg setzt sich zusammen aus den beiden ehemaligen Wegen „Remstal-Höhenweg“ und „Remswanderweg“.

Die Stadt Waiblingen hat für die Gartenschau drei neue Wanderwege erarbeitet. Einer davon ist der zertifizierte „Talauekunstweg“. Los geht es entweder am Parkplatz der Galerie Stihl, der Bushaltestelle „Galerie“ an der Neustädter Straße oder an der Rundsporthalle. Infotafeln befinden sich bei der Fußgängerbrücke über die Rems nahe der Bushaltestelle „Galerie“ und am Parkplatz Rundsporthalle.

Kurzstrecke durch Waiblinger Innenstadt und Talaue

Wird an der Rundsporthalle gestartet, so führt der Weg durch die Talaue an der Rems entlang, an der Michaelskirche und am Postplatz vorbei in die Altstadt hinein. Auf der Kurzen Straße können die historischen Fachwerkhäuser betrachtet werden, bevor es am Rathaus das erste Kunstwerk zu betrachten gibt: die Röhrenkonstruktion „This is not a Story“ von Richard Deacon. Über den Marktplatz geht es weiter in die Lange Straße und über die Mittlere Sackgasse zur Galerie Stihl. Dort steht das „Pavillon für Waiblingen“ von Olafur Eliasson. Beim Überqueren der Rems kann das Kunstwerk von Stephan Balkenhol entdeckt werden: „Mann auf Seepferdchen“. Nach einer Runde an der Rems entlang führt der Weg über die Talstraße, den Waldmühlweg und die Weingärtner Vorstadt durch das Beinsteiner Tor auf die Schwaneninsel. Von dort geht es auf die Erleninsel, auf der eine Baumskulptur von Michael Turzer und das Werk „Neun bis fünf“ von Tobias Rehberger zu sehen sind. Über die Brühlwiesen führt der Weg am Kunstwerk „Stahltisch, mit Erdschollen bedeckt“ von Peter Haußmann durch den Landschaftspark Talaue zum vorerst letzten Kunstwerk: „Our Seats are almost touching“ von Paul Bradley. Dann geht es zurück zum Parkplatz Rundsporthalle.

Rechtzeitig zur Eröffnung der Remstal-Gartenschau am 10. Mai soll der Wanderweg „Talauekunstweg“ fertig beschildert und freigegeben sein. Zwar besteht die Route bereits, doch befindet sich diese noch nicht im Endzustand.

Zielgruppe: Komfortwanderer

Zusammen mit der Ortsgruppe Waiblingen des Schwäbischen Albvereins, der auch für die Qualitätssicherung des Wegs zuständig sein wird, untersuchte Nestler die Wanderwege im Waiblinger Bereich. Bei der Begehung, die vor einer Zertifizierung durch den Deutschen Wanderverband erfolgt, wird auf vieles geachtet. „Da geht es darum, wie oft Papierkörbe und Bänke am Wegesrand stehen, um die Natur und ob man zum Beispiel Straßenlärm hört“, berichtet sie. „In Waiblingen sind die Wege durch die Verstädterung natürlich nicht so naturbelassen.“ Doch für das Prädikat „Komfortwandern“ macht das nichts. Denn einer der sechs Punkte im Kriterienkatalog ist die besonders gute Begehbarkeit der Wege. Diese sollen möglichst befestigt sein. Als Zielgruppe werden Komfortwanderer angesprochen, also „Spaziergänger und Wanderer, die kurze, attraktive Strecken ohne physische Barrieren bevorzugen“. So heißt es im Kriterienkatalog der Zertifizierung „Wanderbares Deutschland Qualitätsweg“. Der Kunstwanderweg ist ein 4,5 Kilometer langer Rundwanderweg – gleich zwei Kriterien hat er damit erfüllt. Auf dem Weg werden 20 Höhenmeter überwunden.

Bis zu 20 Kunstwerke am Wegesrand

Die Besonderheit hierbei: die Kunst. Bis zu 20 Kunstwerke sollen sich bis zur offiziellen Eröffnung entlang des Wanderwegs befinden. Alle Werke sollen außerdem mit Schildern versehen werden. Ob die Kunstwerke, die für die Gartenschau aufgebaut werden, nur temporär sind oder bleiben, sei noch offen, sagte Nestler.

Wichtig sei ihr bei der Konzeption gewesen, dass der „Talauekunstweg“ für alle ist. „Für die Gartenschau kommt ein breites Publikum nach Waiblingen“, sagte Nestler. „Egal wie fit die Menschen sind, sie können hier wandern.“ Vor allem für Familien, Senioren und Kunstliebhaber jedes Alters ist der Kunstwanderweg gedacht. Seit 2015 arbeitet sie an der Konzeption. Die Idee dahinter: „Die Wege sollen nachhaltig für Bürger und Remstäler bestehen und die Attraktivität der Region steigern.“ Nestler hatte dabei vor allem das Remstal als Naherholungsgebiet für den Großraum Stuttgart im Blick.