Waiblingen

Zum ersten Mal war Sohn Elias tagelang von Mama Maria Cipriotti getrennt

Coronababy
Sohn Elias präsentiert stolz sein kleines Schwesterchen Sofia – zusammen mit den Eltern Francesco Palopoli und Maria Cipriotti. © Gaby Schneider

Sie haben erlebt, was die Corona-Pandemie mit einem selber und mit Kindern macht. Maria Cipriotti und Francesco Palopoli sind zum zweiten Mal Eltern geworden. Sie kennen den Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie, als Ende März 2018 ihr Sohn Elias zur Welt kam. Sie haben erfahren, was es bedeutet, wenn von heute auf morgen alles Mögliche wegbricht – was allerdings nicht so schlimm sei, wenn die Familie da ist und einem den Rücken stärkt.

Ihr zweites Kind Sofia ist ein Wunschkind genauso wie ihr Sohn Elias, der im März vier Jahre alt wird. Eigentlich sollte Sofia erst am 15. Januar zur Welt kommen, so war der errechnete Geburtstermin. Die kleine Dame hatte es aber eilig. Am 31. Dezember setzten bei Mutter Maria die Wehen ein. Sofia wollte das Rennen ums Neujahrsbaby des Rems-Murr-Klinikums Winnenden gewinnen und erblickte am 1. Januar um 02.02 Uhr mit 2416 Gramm das Licht der Welt. Ehemann Francesco durfte die ganze Zeit bei seiner Frau Maria bleiben – eine Kleinigkeit, die während der Corona-Pandemie keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Sohnemann Elias ließen sie bei den Eltern zurück, mit denen sie ohnehin Silvester feiern wollten. Er war zum ersten Mal über mehrere Tage von seiner Mama getrennt und durfte sie im Krankenhaus nicht besuchen.

„Zum Glück lagen die Weihnachtsferien dazwischen“, sagt Maria Cipriotti. „Wir haben uns komplett abgeschottet, wer uns sehen wollte, hat sich vorher getestet“, sagt sie. Ihre Befürchtung war, dass sie sich bei einem Familienmitglied noch vor der Geburt anstecken könnten.

Wenige Tage alt und schon den ersten Corona-Test

Kaum entlassen musste die Familie nur wenige Tage später ins Klinikum zurückkehren, da bei der kleinen Sofia der Hörtest nachgeholt werden musste, der bei allen Babys nach der Geburt erfolgt. Bei Sofia musste er wiederholt werden, da sich noch Fruchtwasser im Gehörgang befunden hatte. So kam es, dass bei Sofia im Alter von nur wenigen Tagen, vor der Klinik der erste Corona-Schnelltest gemacht wurde. Die kleine Sofia habe alles verschlafen. 

Für Schwangere gab es lange keine Stiko-Empfehlung

Mit dem Thema einer Schutzimpfung hat sich Maria Cipriotti lange beschäftigt. Als im Frühsommer der Impfstoff zur Eindämmung des Coronavirus für alle Bürger zur Verfügung stand, war sie bereits schwanger. Eine Stiko-Empfehlung für werdende Mütter gab es zu dem Zeitpunkt nicht. Erst wenige Tage vor der Geburt wurde deshalb die 34-Jährige das erste Mal geimpft, als sie für sich eine Gefahr fürs Baby ausschließen konnte. Die Zweitimpfung steht nun noch an. Auch hier wartete sie ab, da sie nicht mit Impfnebenwirkungen zur Geburt ins Krankenhaus wollte, wofür man seine Kräfte doch in vollem Umfang benötigt – genauso wie auch für die erste Zeit zu Hause.

Nun bekommt sie es zu spüren, was es bedeutet, nicht vollständig immunisiert zu sein, wenn Einkaufen unter der 2G-Regel steht. Ihrem zarten Töchterchen ist die normale Neugeborenenkleidung zu groß. Für sie benötigt sie eine Nummer kleiner. „Ich kann nicht einfach in einen Laden gehen und etwas kaufen“, sagt sie. Glücklicherweise seien Babyfachmärkte genauso wie Geschäfte des täglichen Bedarfs von der Regel ausgenommen.

Von Waiblingen nach Remshalden und bald weiter nach Schorndorf-Weiler

Aktuell wohnt die Familie in Remshalden-Grunbach bei den Eltern von Maria Cipriotti. Eine Folge der Corona-Pandemie? „Nicht ganz“, antwortet sie. Es sei so gewesen, dass sie vor der Geburt auf die Unterstützung der Mutter gebaut hatte. Sie sei gelernte Krankenschwester und arbeite aktuell bei einem Gynäkologen. „Sie kennt sich medizinisch gut aus“, sagt sie. Deshalb sei die Entscheidung der Familie rasch getroffen gewesen, ihr bisheriges Zuhause am Rötepark in Waiblingen zu verlassen – zumal die Familie in Schorndorf-Weiler baut und damit ein paar Euro einsparen konnte.

Sohn Elias ist bis vor kurzem in Waiblingen in den Kindergarten gegangen. Gestartet ist er im Alter von drei Jahren. Zu Hause ist er mit Italienisch aufgewachsen, im Kindergarten lernte er Deutsch – und das sehr schnell. Für ihn brach wie für viele andere Kinder auch mit dem ersten Lockdown von heute auf morgen alles weg: kein Kinderturnen, kein regelmäßiges Treffen mit Gleichaltrigen wie es die Familie zuvor mit Müttern handhabte, zu denen Maria Cipriotti den Kontakt seit dem Geburtsvorbereitungskurs pflegte. Welche Fortschritte Elias machte, als er in den Kindergarten ging, zeigt den Eltern, wie wichtig die sozialen Kontakte sind. Dass die Kinder eine ganze Weile im Kindergarten nicht singen durften und später nur mit Jacke draußen im Garten, scheint dabei fast schon nebensächlich.

Im Moment genießt die Familie die gemeinsame Zeit. Sofia sei ein sehr unkompliziertes Baby. Das Stillen klappe sehr gut. Man könne sie überallhin mitnehmen. Elias zeige sich als stolzer großer Bruder, wenn er auch anfangs etwas überrascht schien, wie klein seine Schwester doch sei.

Nun hofft Maria Cipriotti, bald an einem Rückbildungskurs teilnehmen zu können. Angemeldet ist sie bei derselben Hebamme, bei der sie 2018 schon war. Ob dieser in Präsenz stattfindet oder nur online, wird die 34-Jährige erst noch erfahren. Wichtig wäre das, denn sämtliche anderen Treffen oder Kurse in Einrichtungen, für die aktuell die 2G-plus-Regel gilt, fallen für sie erst einmal noch flach, bis sie die Zweitimpfung erhalten hat.

Sie haben erlebt, was die Corona-Pandemie mit einem selber und mit Kindern macht. Maria Cipriotti und Francesco Palopoli sind zum zweiten Mal Eltern geworden. Sie kennen den Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie, als Ende März 2018 ihr Sohn Elias zur Welt kam. Sie haben erfahren, was es bedeutet, wenn von heute auf morgen alles Mögliche wegbricht – was allerdings nicht so schlimm sei, wenn die Familie da ist und einem den Rücken stärkt.

Ihr zweites Kind Sofia ist ein

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper