Waiblingen

ZVW-Gespräch mit Sebastian Wolf: Klare Worte zu Posern und "Spaziergängern"

Livestream Wolf
OB-Kandidat Sebastian Wolf stellt sich beim ZVW-Podiumsgespräch den Fragen von Andreas Kölbl, Leiter der Lokalredaktion Waiblingen. © Alexandra Palmizi

Den Corona-Spaziergängern sollte man möglichst wenig Aufmerksamkeit schenken, betonte der Waiblinger OB-Kandidat Sebastian Wolf im ZVW-Podiumsgespräch am Mittwochabend im Zeitungsverlag Waiblingen. Der 40-Jährige gehe selbst gerne spazieren. „Ich sehe nicht ein, dass wir uns den schönen Begriff von einer kleinen, aber sehr lauten Gruppe wegnehmen lassen“, betonte er. Damit ging Wolf auf die Frage ein, ob man diesem Treiben Einhalt gebieten sollte. Generell dürfe sich der Staat „nicht auf der Nase herumtanzen lassen“. Wolf hofft, dass über die Grenzen der Stadt hinaus Konzepte gefunden werden.

Auch zur Fronackerstraße und der dortigen Auto-Posing-Szene fand der 40-Jährige klare Worte. „Das geht einfach gar nicht“, betonte Sebastian Wolf. Diese Problemstellung der Poser gebe es in vielen Städten. Mit den Sofortmaßnahmen in der Fronackerstraße habe man den ersten Schritt getan. Er habe gehört, dass es an einigen Stellen besser geworden sei. Generell müsse man sich die Situation vor Ort noch einmal anschauen, so wie es der Gemeinderat auch damals beschlossen hatte.

Das rund 80-minütige Gespräch moderierte der Leiter der Lokalredaktion Waiblingen, Andreas Kölbl. Er konfrontierte Wolf mit den unterschiedlichsten Fragen wie etwa Wohnungsnot, „ein Megathema, das die Politik seit Jahren beschäftigt“, so Kölbl und wollte wissen, wie Wolf zum Neuen Wohnen auf der Korber Höhe stehe oder zum umstrittenen Baugebiet Söhrenbergweg in Neustadt – beides Projekte, welche die CDU unterstütze, welcher auch Wolf angehört. Wie schon an anderer Stelle mehrfach betont, wies auch diesmal Wolf darauf hin, dass für ihn die Ideen im Vordergrund stünden, was keine Frage der Partei sei. „Ich bin parteipolitisch engagiert, weil mir das wichtig ist in einer Demokratie“, sagte er.

Waiblingen soll moderat wachsen

Das Thema Wohnungsnot habe ihn im Wahlkampf sehr intensiv begleitet, was ihm auch bei seiner Postkartenaktion deutlich wurde, die er in Waiblingen gestartet hatte. Beide Sichtweisen seien zu sehen gewesen, nämlich dass man Wohnraum brauche, wie auch möglichst keine neuen Flächen versiegelt werden sollten. „Ich denke, wir brauchen beides“, sagte er, wobei er betonte, dass die Stadt moderat wachsen sollte. Genauso aber gelte es, im Sinne der Innenstadtverdichtung weitere Projekte zu verfolgen wie auch das Thema Leerstände anzugehen. Bei Letzterem betonte er, dass Eigentum verpflichte. Dabei gelte es, Überzeugungsarbeit zu leisten, dass Eigentümer einen Mehrwert haben, wenn sie Wohnraum vermieten. Sein Vorschlag: Die Stadt soll als Mieter in Erscheinung treten und diesen an Dritte weitervermieten. Bei einem insolventen Mieter sei die Stadt mit im Boot.

Windkraft Buocher Höhe wird 2023 neu diskutiert

Wenn Sebastian Wolf am kommenden Sonntag zum Oberbürgermeister gewählt werden würde, würde er sich dann „wie ein Löwe für die Windkraft auf der Buocher Höhe“ verkämpfen? Diese Frage stellte ihm Sabine Zeiner, die sich in der Initiative „Waiblingen klimaneutral 2035“ engagiert, und erinnerte an den Einsatz von Andreas Hesky zu diesem Thema. Damals scheiterte die Windkraft an der Flugsicherung. Das Thema soll 2023 neu debattiert werden, da sich bis dahin die Rahmenbedingungen ändern. Ein Oberbürgermeister müsse für Entwicklungen als Motor vorweg gehen. Ob Wolf aber für das Projekt stimme, hänge von Faktoren wie der Wirtschaftlichkeit oder der Frage, ob Windkraft nun auf der Buocher Höhe genehmigungsfähig sei, ab.

Nordostring als Tunnellösung

Beim Thema Nordostring stellte ihm Zeiner eine Art Gretchenfrage. Hätte der einstige Hegnacher eine Milliarde Euro – würde er diese für den Klimaschutz oder den Nordostring ausgeben wollen? Wolf sprach sich für den Klimaschutz aus, doch „wir kriegen sie halt nicht! Am liebsten würde ich aber beides nehmen“, sagte Wolf. Andreas Kölbl verwies darauf, dass viele Waiblinger keinen einzigen Euro für das auf 1,2 Milliarden Euro geschätzte Straßenprojekt ausgeben würden. Wolf verwies darauf, dass man als OB abwägen müsse und alle Interessensgemeinschaften im Blick haben muss. Er glaube nicht, dass eine oberirdische Lösung wünschenswert sei und realisiert werden würde. Für den Wirtschaftsstandort Waiblingen seien schnelle Wege zu den Autobahnen wichtig. Das habe er an verschiedenen Stellen gehört. Mit großem Interesse habe er dazu auch die Untersuchungen der Firma Stihl gelesen und den Ansatzpunkt einer Tunnellösung des Nordostrings.

Weiterer Gast des Abends war Andreas Reichenauer, der unter anderem Vorsitzender des Waiblinger Elternbeirats der Schulen ist. Er merkte an, dass es beim Thema Schulbusse nach wie vor Verbesserungspotenzial gebe. Oft seien es zu wenig Busse, diese seien unpünktlich oder Schüler werden nicht mitgenommen – seit Jahren ein Dauerbrenner. Reichenauer wünscht sich einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Wolf betonte, dass er als Erster Bürgermeister in Ehingen für den Bereich Bildung, Jugend und Soziales zuständig ist und damit quasi vom Fach sei und gerne schauen möchte, was „man drehen kann“.

Über die Oberbürgermeisterwahl am Sonntag, 6. Februar, berichten wir im Liveblog unter www.zvw.de/wahlwaiblingen.

Den Corona-Spaziergängern sollte man möglichst wenig Aufmerksamkeit schenken, betonte der Waiblinger OB-Kandidat Sebastian Wolf im ZVW-Podiumsgespräch am Mittwochabend im Zeitungsverlag Waiblingen. Der 40-Jährige gehe selbst gerne spazieren. „Ich sehe nicht ein, dass wir uns den schönen Begriff von einer kleinen, aber sehr lauten Gruppe wegnehmen lassen“, betonte er. Damit ging Wolf auf die Frage ein, ob man diesem Treiben Einhalt gebieten sollte. Generell dürfe sich der Staat „nicht auf der

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