Waiblingen

Zwischen Feiern und Verstören

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Friedliche Bilder eines Fußballfestes in Waiblingen © Christine Tantschinez
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Diese friedlichen Bilder des Turniers sorgen leider nicht für Schlagzeilen © Christine Tantschinez
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Friedliche Bilder eines Fußballfestes in Waiblingen © Christine Tantschinez
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Friedliche Bilder eines Fußballfestes in Waiblingen © Christine Tantschinez
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Tadele Muz (Organisator des Konzerts) und Mitarbeiter Eskender Kebede.
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Friedliche Bilder eines Fußballfestes in Waiblingen

Waiblingen. Es sind diese friedlichen Vorfall in der Nacht zum Freitag in Ludwigsburg stellt diese in den Schatten. Tumulte bei einer geplanten Musik-Veranstaltung in der MHP-Arena haben Konsequenzen - alle weiteren kulturellen Veranstaltungen wurden abgesagt. 

700 Fußballer mit äthiopischen Wurzeln aus ganz Europa treffen sich hier und feiern ein friedliches Fest. Das aber zumindest bei einer Veranstaltung in Ludwigsburg aus den Rudern lief. Dort sollte das kulturelle Rahmenprogramm stattfinden, mit DJs und Musik-Stars aus der Heimat. Aber nachdem weder DJ noch angekündigte Live-Band Donnerstag Abend auftraten, kam es nach Polizeiangaben zu Tumulten. Sogar Sicherheitskräfte wurden verletzt. Alle weiteren Veranstaltungen dort wurden abgesagt.

Mara Klein aus Berlin begleitet eine der 34 Fußball-Mannschaften, die zum Turnier nach Waibingen gekommen sind, das Team ZeBerlin Die Journalistin sammelt Stimmen der Fußballer zu den Vorfällen. Die meisten zeigen sich sehr enttäuscht, ja geradezu entsetzt über die Vorfälle in Ludwigsburg. Es waren wohl einige wenige, die sich so aufführten - und die jetzt eine ganze Nation ins schlechte Licht rücken.

Tadele Muz, einer der Organisatoren des Konzerts, ist unzufrieden über die Absagen. "Was ein paar Jungs - und es sind echt noch Kinder, die hier neu angekommen sind, die die Regeln noch nicht kennen - gemacht haben, wirft ein schlechtes Licht auf uns. Das hat aber nichts mit uns zu tun, die hier schon lange leben und wissen, wie es läuft. Die Menschen sind von überall hergekommen, um den neuen Frieden zusammen zu feiern, und jetzt ist alles abgesagt. Es sind Fehler passiert, aber die Konsequenz alles abzusagen, das ist unfair für alle anderen, die hier mit ihren Kindern und Familien sind, um Kultur und Sport zu feiern."

Die meisten Besucher des Cups sind gekommen, um mit ihren Familien und Bekannten den Fußball und die Habesha Kultur zu feiern. Die Bloggerin Bezawit Getachew weiß, wie schwer es für neu angekommene Äthiopier und Eriträer ist: "Sie kommen alleine, haben keinen Abschluss, kennen die Regeln nicht. Umso mehr brauchen sie Vorbilder, die ihnen zeigen, wie man hier in Deutschland ankommt." Deshalb hat sie einen youtube Channel ins Leben gerufen, der in kurzen Filmen Ratschläge und Erfahrungsberichte vorstellt, die Inspiration liefern sollen.

Das Berliner Team ZeBerlin besteht aus äthiopischen und eritreischen Geflüchteten, die seit drei Jahren zusammen auf dem Rasen stehen. Letztes Jahr noch in der zweiten Liga, spielen sie dieses Jahr in der ersten. Der Cup ist für die jungen Männer ein Highlight - sie treffen bekannte aus ganz Europa und feiern mit ihnen den historischen Friedensschluss zwischen Eritrea und Äthiopien.

Bereket Lemma, Vorstand des Fußball-Teams ZeBerlin, sieht die Verantwortung für die Vorfälle auf mehrere Seiten verteilt. "Der Hauptkünstler ist nicht beim Konzert erschienen, die Menschen wollten ihr Geld zurück und haben es nicht bekommen. Daraus aber den Geflüchteten einen Strick zu drehen, das geht nicht. Es war ein Fall von schlechter Organisation und Miskommunikation auf allen Seiten. Aber die Konsequenzen tragen jetzt alle, allen voran die vielen Besucher des Kulturevents, die von überall her angereist sind."