Weinstadt

1.-Mai-Scherz als deutliche Kritik: Ortsschilder in Weinstadt-Gundelsbach überhängt

Ortschildstreich Gundelsbach
Aus Gundelsbach wurde kurzfristig „Tourihotspot Nr. 1“. © Bareth

Wer in den vergangenen Tagen nach Gundelsbach hinein oder aus dem Ort herausgefahren ist, wurde vielleicht stutzig oder musste schmunzeln: In der Walpurgisnacht hat sich hier jemand an den Ortsschildern zu schaffen gemacht.

"Tourihotspot" statt "Gundelsbach"

Dabei wurde das echte Ortsschild in beide Richtungen mit einer Schicht gelber Pappe – der Farbton kommt dem Original sehr nahe – überdeckt. Darauf ist beim Reinfahren in den Ort zu lesen: „Tourihotspot Nr. 1“. In Gegenrichtung ist dieser neue „Ortsname“ durchgestrichen - ein Pfeil weist in Richtung Großheppach aka „Erholung“.

Die Aufschrift des Scherz-Schildes hebt auf die vielen Spaziergänger und parkende Autos ab, die den Gundelsbachern schon seit der Remstal-Gartenschau ein Dorn im Auge sind. Die kritische Botschaft ist auch im Rathaus angekommen.

Seit der Remstal-Gartenschau und Corona kommen mehr Menschen nach Gundelsbach

Oberbürgermeister Michael Scharmann nimmt es aber mit Humor: „Chapeau - das ist wirklich ein gelungener und netter Maischerz.“  Vermutlich wollen damit ein paar Gundelsbacher Bürgerinnen und Bürger auf die Situation in Gundelsbach aufmerksam machen, glaubt auch Scharmann.

"Spätestens durch die Remstal-Gartenschau und Corona-Pandemie sind viele Menschen auf die schöne Natur und die vielen guten Weingüter und gastronomischen Angebote in Gundelsbach aufmerksam geworden." 

Eine einfache Lösung gibt es nicht

Klar sei der Stadt auch, dass es durch die großen Besucherströme oftmals zu "Behinderungen und zu Beeinträchtigungen der Anwohner"  komme – und dies dann auch entsprechend zu Unmut führe. Die Infrastruktur im Ortsteil Gundelsbach mit schmalen Straßen und vergleichsweise wenig Parkplätzen  sei für einen solchen Andrang einfach nicht ausgelegt.

Eine einfache Lösung, die für „Entspannung“ sorgen würde, gebe es aber leider auch nicht.  "Zumal wir selbstverständlich als Stadt auch sehr stolz auf unsere guten Weingüter, unsere Gastronomie und unsere tolle Kultur- und Naturlandschaft sind", so der OB. 

Aufruf an Touristen: Lieber mal ein Stück zu Fuß gehen

In erster Linie könne man nur für ein respektvolles Miteinander werben. "Und vielleicht könnten die Besucher und Gäste zukünftig auch häufiger die S-Bahn bis zur Haltestelle Beutelsbach nehmen – um anschließend eine schöne kleine Wanderung über Großheppach nach Gundelsbach zu unternehmen", schlägt Scharmann weiter vor.

Dadurch wäre seiner Meinung nach allen geholfen: "Die Straßen wären nicht mehr so stark zugeparkt und man könnte beruhigt ein Glas Wein trinken, ohne an die eigene Fahrtüchtigkeit denken zu müssen."

Wer in den vergangenen Tagen nach Gundelsbach hinein oder aus dem Ort herausgefahren ist, wurde vielleicht stutzig oder musste schmunzeln: In der Walpurgisnacht hat sich hier jemand an den Ortsschildern zu schaffen gemacht.

"Tourihotspot" statt "Gundelsbach"

Dabei wurde das echte Ortsschild in beide Richtungen mit einer Schicht gelber Pappe – der Farbton kommt dem Original sehr nahe – überdeckt. Darauf ist beim Reinfahren in den Ort zu lesen: „Tourihotspot Nr.

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