Weinstadt

1000 junge Bäume für Weinstadt: CDU gibt beim Klimaschutz Gas

Baumpflanzaktion
Baumpflanzaktionen sind in Weinstadt nichts Neues: „Einheitsbuddeln“ mit OB Michael Scharmann (links) und Mitgliedern des Jugendgemeinderats im Oktober 2022. © Gabriel Habermann

1000 junge Bäume sollen in zehn Jahren für das Klima in Weinstadt gekauft und eingepflanzt werden, die dafür jährlich veranschlagten Kosten: 70.000 Euro. Denn die CDU-Fraktion spricht in ihrem Haushaltsantrag nicht etwa von günstigen, kleinen Baumsetzlingen, sondern von jungen Säuleneichen mit einer Stammhöhe von bereits jeweils 2,5 Metern.

Die Bäume sollen vorerst im Bereich entlang der Schorndorfer Straße auf Höhe Scholz und Autohäuser und im Bereich Südseite Bürgerpark Grüne Mitte entlang der Stuttgarter Straße gepflanzt werden, schlägt die Fraktion vor.

Pflanzungen an zwei Verkehrsadern geplant 

100 Bäume pro Jahr seien ein durchaus ambitioniertes Ziel, kommentierte die Stadtverwaltung den Antrag, man begrüße die Zielsetzung. Ein paar Fragen sind aber natürlich noch offen: So müsse die Standortwahl noch einmal überdacht und geprüft werden. Das Wurzelwerk der Bäume darf nicht den in der Erde verlegten Leitungen, die entlang der Schorndorfer Straße und der Stuttgarter Straße verlaufen, in die Quere kommen.

Entlang der Schorndorfer Straße gibt es aber noch etwas, was geplanten Baumpflanzungen widersprechen könnte: Noch ist nicht abschließend geklärt, wo genau der Remstal-Radschnellweg RS 5 künftig verlaufen wird. Die vorläufig beschlossene Trassenvariante auf Höhe Endersbach sieht eine Streckenführung auch im für die Baumpflanzungen ins Auge gefassten Bereich an der Schorndorfer Straße vor. Deswegen schlug die Stadtverwaltung dem Gemeinderat vor, dem Antrag zu den 1000 jungen Bäumen zwar zuzustimmen, sich auf die genauen Pflanzorte aber noch nicht festzulegen.

Warum sind die Bäume so teuer?

Im Gremium stieß die Idee, das Stadtgebiet sukzessive zu begrünen auf große Zustimmung, einstimmig stimmten die Stadträte dafür. Dennoch brachte der Antrag der CDU manche Mitglieder der restlichen Fraktionen auch ein bisschen zum Schmunzeln: Sei es doch in der Vergangenheit öfters mal die CDU-Fraktion gewesen, die sich solchen „grünen“ Vorstößen in den Weg gestellt oder zumindest bei Anschaffungen von Setzlingen auf kleine, günstige Varianten bestanden habe, weil die auch leichter über den Sommer zu bringen seien, merkte GOL-Chef Manfred Siglinger an.

Auch die veranschlagten jährlichen Kosten sorgten doch für einige Verwunderung: „Generell ist es eine gute Idee, die Stadt zu begrünen“, so Isolde Schurrer, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FWW). „Aber ein Baum für 700 Euro ist schon ordentlich.“

Bäume als Ausgleichsmaßnahme zum Kauf anbieten?

Die 700 Euro pro Baum seien durchaus großzügig angesetzt und eher als Obergrenze zu verstehen, erläuterte die CDU-Fraktion. Wenn es sich billiger umsetzen lasse und sich vielleicht durch gemeinschaftliche Baumpflanzaktionen zusätzlich Kosten sparen ließen, spreche da nichts dagegen.

Die Stadt könne die Bäume ja zum Beispiel auch an Bauherren verkaufen, die wegen ihres Bauvorhabens Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Klima leisten müssen, schlug Armin Zimmerle (FWW) vor.

CDU richtet sich nach Klimazielen aus

„100 Bäume sind ein Wort“, freute sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Witzlinger. Man könnte den Antrag ruhig ein „Herzensprojekt“ seiner Fraktion nennen, allerdings nicht im romantisierten Sinne, fuhr er fort. Die Weinstädter CDU hat sich in ihren zahlreichen Haushaltsanträgen für 2023 tatsächlich ungewöhnlich „grün“ aufgestellt: Die 1000 Bäume sind nur einer von mehreren Anträgen zu Begrünung, Umweltschutz, Klimazielen und Photovoltaik.

Auch in seiner Haushaltsrede machte der Fraktionsvorsitzende den Standpunkt der CDU klar: Man stehe in der Pflicht, auch für die kommenden Generationen die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ehrlich umzusetzen, so Witzlinger.

„Wir können nicht einfach so weitermachen wie noch vor zehn Jahren.“ Die 1000 Bäume seien ein Zeichen dafür, dass man Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehe, und das seiner Meinung nach auch noch „im Einklang mit einem vernünftigen Haushalt“. Den städtischen Klimazielen möchte die CDU auf keinen Fall im Wege stehen: „Unser Ziel sind jedes Jahr 100 neue Bäume als sichtbares Zeichen dafür, dass es uns wichtig ist ,wie es mit Weinstadt und unserem Klima weitergeht.“

1000 junge Bäume sollen in zehn Jahren für das Klima in Weinstadt gekauft und eingepflanzt werden, die dafür jährlich veranschlagten Kosten: 70.000 Euro. Denn die CDU-Fraktion spricht in ihrem Haushaltsantrag nicht etwa von günstigen, kleinen Baumsetzlingen, sondern von jungen Säuleneichen mit einer Stammhöhe von bereits jeweils 2,5 Metern.

Die Bäume sollen vorerst im Bereich entlang der Schorndorfer Straße auf Höhe Scholz und Autohäuser und im Bereich Südseite Bürgerpark Grüne Mitte

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