Weinstadt

Adventskonzert des Sinfonie-Orchesters Weinstadt kurzfristig abgesagt

Sinfonieorchesterprobe
Seit den Sommerferien hat das Orchester wieder hochkonzentriert geprobt. © Gaby Schneider

Wegen der Corona-Pandemie musste das Weinstädter Sinfonie-Orchester lange mit dem Proben pausieren. Auch im vergangenen Jahr waren im Sommer nur Proben in kleineren Gruppen möglich. Die ersten Tutti-Proben mit allen Musikern gab es erst wieder dieses Jahr nach den Pfingstferien: Im Foyer der Erich-Kästner-Schule konnten die Proben seitdem mit viel Abstand und neuer Energie stattfinden. Das große Ziel für alle: das Adventskonzert am Sonntag, 28. November. So kurz vor dem Ziel macht das Virus dem Ensemble nun aber erneut einen Strich durch die Rechnung.

Solist ist extra aus der Schweiz angereist

Bei der Probe am vergangenen Sonntag sei die Stimmung unter den Musikern noch optimistisch gewesen. Zwar habe man da schon besprochen, dass das Konzert am kommenden Sonntag ausfallen muss, wenn dafür die 2G-plus-Regel in Kraft treten würde. Aber noch hatte das Orchester die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die zusätzlichen Regeln erst nach ihrem Konzert in Kraft treten würden.

Außerdem war am Sonntag Albrecht Nißler für die Probe extra aus der Schweiz angereist: Er ist ein studierter Trompeter mit Weinstädter Wurzeln, der bei der Aufführung des Trompetenkonzerts von Johann Nepomuk Hummel am 28. November den Soloteil übernehmen sollte. Eine große Motivation für das Weinstädter Sinfonie-Orchester.

Neue Corona-Verordnung grätscht dazwischen

Doch nur wenige Tage später sieht es bereits um einiges schlechter aus für das Adventskonzert: Am Mittwoch ist die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten, die ab einer Hospitalisierungsrate von 450 Corona-Patienten oder ab einer 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von 6 eine zusätzliche Alarmstufe vorsieht. In dieser Alarmstufe II gilt für Veranstaltungen und Konzerte die 2G-plus-Regel: Dadurch dürfen nur noch Geimpfte und Genesene mit aktuellem Schnelltest zum Adventskonzert kommen. „Das können wir nicht leisten“, sagt die Erste Vorständin Dagmar Thiel. Jetzt schon seien die Corona-Auflagen eine echte Herausforderung für das Orchester.

Zu viele Informationsquellen und widersprüchliche Inhalte

Ständig sei sie damit beschäftigt, herauszufinden, was die neusten Corona-Regeln für das Weinstädter Sinfonie-Orchester bedeuten. Das sei gar nicht so einfach: Nicht selten werde man von einer Internetseite von Bund oder Land auf die nächste verwiesen. Vom Bundesmusikerverband Chor & Orchester (BMCO) folgen dann meistens weitere Informationen, Vorschläge für Hygiene- und Abstandskonzepte. Nicht selten stoße sie beim Durchforsten der Informationen auch auf Widersprüche.

„Mach' ich auch alles richtig?" sei eine Frage, die sie sich seit Beginn der Pandemie häufig stellt, berichtet Dagmar Thiel. Auch der Umgang mit den Orchester-Musikern gestalte sich nicht immer einfach: Von ihnen musste der Verein den Impfstatus abfragen und dokumentieren. Fast alle Mitspieler seien geimpft – ein paar wenige jedoch nicht. „Da mussten wir wirklich schwierige Gespräche führen“, sagt die Vorständin. Langjährige Mitglieder aufgrund ihres Impfstatus von den Proben auszuschließen, sei ihr nicht leichtgefallen. Aber: „Wir können ja nichts machen. Wir müssen uns an die Regeln halten.“

Nach der langen Pause ist das Orchester durchgestartet

Für die Erste Vorständin steht trotzdem fest: Selbst wenn das Konzert nun doch nicht stattfinden kann: Gelohnt hat sich das viele Proben auf jeden Fall. Die Vorbereitungen für das Adventskonzert haben das Sinfonie-Orchester nach der langen Zwangspause endlich wieder zusammengebracht: Die ersten Proben im Frühsommer hätten die Musiker zwar gebraucht, um wieder richtig ins Orchesterspiel hineinzufinden. „So richtig fokussiert ging es dann nach den Sommerferien los“, berichtet Dagmar Thiel.

Die Orchestermusiker hätten sich sichtlich darüber gefreut, endlich wieder gemeinsam musizieren zu dürfen. „Wir sind dann richtig durchgestartet“, freut sich Thiel. Auch die Befürchtung, dass das Sinfonie-Orchester durch die Zwangspause Mitglieder eingebüßt haben könnte, habe sich nicht erfüllt: „Die erste Probe war wirklich gut besucht.“

Während 2G plus kann nicht geprobt werden

Mit einer Aushängezettel-Kampagne hat das Orchester im Vorfeld des geplanten Adventskonzerts mit allen Kräften noch um neue Mitglieder geworben und tatsächlich noch relativ kurzfristig einige neue Musiker in seinen Reihen begrüßen dürfen.

Die werden hoffentlich auch bleiben, falls jetzt wieder eine längere Probenpause ansteht, hofft die Erste Vorständin. Fest steht nämlich: Wenn auch für die Proben die 2G-plus-Regel in Kraft tritt, wird erst mal nicht mehr geprobt werden können. Das sei einfach viel zu viel Aufwand, bedauert Dagmar Thiel.

Dennoch soll die Mühe nicht umsonst gewesen sein: Jetzt schon plant das Weinstädter Sinfonie-Orchester sein Frühjahrskonzert. Dieses soll, wenn alles klappt, am 22. Mai in der Jahnhalle stattfinden.

Wegen der Corona-Pandemie musste das Weinstädter Sinfonie-Orchester lange mit dem Proben pausieren. Auch im vergangenen Jahr waren im Sommer nur Proben in kleineren Gruppen möglich. Die ersten Tutti-Proben mit allen Musikern gab es erst wieder dieses Jahr nach den Pfingstferien: Im Foyer der Erich-Kästner-Schule konnten die Proben seitdem mit viel Abstand und neuer Energie stattfinden. Das große Ziel für alle: das Adventskonzert am Sonntag, 28. November. So kurz vor dem Ziel macht das Virus

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