Weinstadt

Ampel an Landesstraße soll Schulweg sicherer machen

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Die Querung der Landesstraße nach Strümpfelbach ist eine Herausforderung für Radfahrer. Auch Schüler nutzten diesen Weg, um von Kernen nach Weinstadt zu gelangen. © ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Kernen/Weinstadt.
Verhaltene Freude herrscht bei der „Bürgerinitiative Sicherer Schulweg L 1201“, die von der Stettener Mutter Tanya Kasa gegründet wurde, um die Radquerung der Landesstraße an der Seemühle zwischen Strümpfelbach und Endersbach sicherer zu machen. Wie nun bekannt wurde, hält auch das Regierungspräsidium Stuttgart eine Druckknopfampel am Radübergang für „notwendig“. Kasa sagte am Mittwoch: „Das ist genau das, was wir wollen.“ Ob die Ampel allerdings wirklich kommt, steht weiter in den Sternen – die Stadt Weinstadt reagiert verhalten.

Kosten für eine Ampel müsste das Land tragen

In einer Stellungnahme an unsere Zeitung schreibt das Regierungspräsidium, es sehe „die ursprünglich geforderte bauliche Querungshilfe in Form einer Mittelinsel als unverhältnismäßig an und hat vor diesem Hintergrund der zuständigen Straßenverkehrsbehörde der Stadt Weinstadt Ende Juli mitgeteilt, dass es eine Anforderungsampel für notwendig hält“. Für die „rechtliche Anordnung“ sei aber die Stadt Weinstadt zuständig. Die Weinstädter müssten das Landratsamt also mit der „baulichen Umsetzung“ beauftragen. Die Kosten für die Ampel auf der Landesstraße hätte dann wiederum das Land zu tragen. Heißt das nun, dass die Ampel kommt? Nun ja, heißt es aus dem Regierungspräsidium, „rein formalrechtlich“ sei die Stadt nicht verpflichtet, die Ampel aufstellen zu lassen.

Weinstädter halten umgesetzte Maßnahmen für ausreichend

Das Weinstädter Ordnungsamt hat sich bislang nicht zur Position des Regierungspräsidiums geäußert, bestätigte nun aber auf Nachfrage, dass das Land „seit kurzem die Einrichtung einer Bedarfslichtsignalanlage an dieser Stelle“ befürworte. In der Stellungnahme aus dem Rathaus klingt an, dass die Weinstädter die bereits umgesetzten Maßnahmen an der Querung für ausreichend halten: erweiterte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde, Radler-Piktogramme auf der Straße und „verstärkte Geschwindigkeitskontrollen“.

Laut Polizei, so die Weinstädter weiter, liege „an der Querungsstelle kein Unfallschwerpunkt vor, der zu einer Veranlassung weitergehender Maßnahmen verpflichten würde“. Mit dem Straßenbaulastträger – dem Landratsamt – werde dennoch erörtert werden, „ob an dieser Stelle eine Bedarfslichtsignalanlage umsetzbar ist“.

Ampel noch nicht vom Tisch

Die gute Nachricht an Tanya Kasa und Co. lautet: Die Ampel ist noch nicht vom Tisch. Ziel der Initiative ist es nach eigenen Angaben, den Schülern, die mit dem Fahrrad von Stetten zum Schulzentrum, zur Clemens-Schule in Endersbach und zur Waldorfschule am Engelberg fahren, eine „sichere Überquerung“ der „vielbefahrenen Landesstraße“ zu gewähren. Der momentane Übergang auf Höhe des Mühlkanals stelle eine „nicht zu tolerierende Gefahr“ dar. Erst Ende September traf sich die Initiative zu einer Protestaktion an der Landesstraße.