Weinstadt

Arbeiten am Schweizerbach in Weinstadt: Weshalb ist der Umbau nötig?

Schweizerbach
Hans-Peter Sieg zeigt die Baustelle am Schweizerbach. © Gaby Schneider

Ausgebaggerte Stellen bis an die Grundstücksgrenzen der benachbarten Stückle, Stücke ausgebrochenen Asphalts dort, wo bis vor kurzem der Weg war, ein großer Bagger turnt über frisch ausgehobene Erdhügel - im Moment sieht es entlang des Schweizerbachs auf Höhe des Bürgerparks zwischen Endersbach und Beutelsbach ziemlich chaotisch aus. Diese Eingriffe in die Landschaft sind aber nötig, damit der Bach zukünftig wieder schöner werden kann, sagt Hans-Peter Sieg.

Die großen Bäume am Ufer sollen stehen bleiben

„Wir versuchen, die wertvollen Bäume zu schützen“, sagt er und deutet auf die mit Holzlatten umhüllten Stämme der Bäume am Ufer. Ein paar Äste mussten die meisten Bäume aber doch lassen - der Bagger der Baufirma ist ziemlich groß. Hans-Peter Sieg ist bei der Stadt Weinstadt für die Gewässer zuständig und wirkt federführend an der Umgestaltung des Schweizerbachs mit.

Er hat bereits einige Erfahrungen auf diesem Gebiet: Als Technischer Geschäftsführer und Betriebsbeauftragter des Wasserverbands Rems hat er unter anderem die Renaturierung der Rems bei Winterbach begleitet. Eine Renaturierung im eigentlichen Sinne werde das hier am Schweizerbach nicht, erklärt er – vielmehr eine „naturnahe Umgestaltung“.

Verschiedene Zonen im Bachbett statt gerade, trapezförmige Einfriedung

Dabei wird nicht wie bei einer Renaturierung alles vom Landschaftsgärtner fertig angelegt, keine „Natur gebaut“, sondern lediglich die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Natur das Bachbett und die Böschungen selbsttätig wieder zurückerobern kann.

Beim Schweizerbach bedeutet das: Die geradlinige, trapezförmige Begrenzung soll größtenteils abgebaut werden. Der Bach wird nach Abschluss der Maßnahmen, die voraussichtlich bis Ende Oktober andauern werden, verschiedene Breiten und Tiefen haben, die Böschung darf zwar an einigen Stellen auch steil bleiben, an anderen soll sie aber ganz gemächlich abfallen dürfen und an einer verbreiterten Stelle sogar Platz für einen rund 15 Meter breiten Sitzplatz mit Kiesstrand zum Bach bieten.

Neuer Weg wird im Winter in Angriff genommen

Bis Ende November möchte die Stadt auch die Arbeiten an den Böschungen abgeschlossen haben - aus Naturschutzgründen darf ab November das Gewässer nicht mehr betreten werden.

Vielleicht noch diesen Herbst, spätestens im kommenden Frühling sollen die Pflanzungen an der jetzt größtenteils gerodeten Böschung vorgenommen werden. Auch die neue „Flaniermeile“, ein neuer Weg entlang des Baches, der einige Meter weiter in Richtung Grüne Mitte versetzt wird, wird wohl frühestens im Winter in Angriff genommen werden können: Die Arbeiten hierfür werden laut Hans-Peter Sieg jetzt ausgeschrieben.

Bei starkem Regen spült die Strömung die Fische weg

Die Umbauten am Bach sind nicht nur aus ästhetischen Gründen wichtig: Denn der eingemauerte Bach bietet Vögeln und Fischen wenig Schutz. Hans-Peter Sieg deutet auf eine Stockente, die gerade den Bach entlangschwimmt: „Die kann nicht viel machen, weil die Böschung befestigt ist.“

Auch Vögel kämen kaum, um am Bach zu trinken. Für sie gebe es im Moment keine Einflugschneise. Bei starker Strömung, wie zum Beispiel nach einem Starkregenereignis, mit denen die Stadt in Zukunft immer häufiger rechnet, gebe es selbst für Fische kaum einen Halt: „Der Bach wird dann leer gespült“, so der Gewässerbeauftragte. Dabei gebe es eigentlich einige Fische im Bach.

Als Erstes werden noch Leitungen verlegt

Die sollen in Zukunft Störelemente im Bachbett bekommen, die Schutz bieten. Erst einmal werden sie Ende dieser Woche aber abgefischt und vorläufig umgesiedelt.

Bis Ende der Woche werden dort, wo sich bis vor kurzem der Fußweg befunden hat, noch Leitungen verlegt. Ab kommender Woche soll es dann mit der Neugestaltung des Gewässers losgehen.

Ausgebaggerte Stellen bis an die Grundstücksgrenzen der benachbarten Stückle, Stücke ausgebrochenen Asphalts dort, wo bis vor kurzem der Weg war, ein großer Bagger turnt über frisch ausgehobene Erdhügel - im Moment sieht es entlang des Schweizerbachs auf Höhe des Bürgerparks zwischen Endersbach und Beutelsbach ziemlich chaotisch aus. Diese Eingriffe in die Landschaft sind aber nötig, damit der Bach zukünftig wieder schöner werden kann, sagt Hans-Peter Sieg.

Die großen Bäume am Ufer

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